Behrami-Djourou-Knatsch: Jetzt spricht der HSV-Coach

Valon Behrami und Johan Djourou gerieten in der Pause des Spiels mit dem HSV gegen Wolfsburg aneinander. Wie sah das Trainer Peter Knäbel?

Geht doch: Behrami und Djourou im ruhigen Gespräch. (Archiv)

Geht doch: Behrami und Djourou im ruhigen Gespräch. (Archiv) Bild: Imago

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Ja, es gab eine Auseinandersetzung am Samstag in der Kabine des HSV. Und ja, Peter Knäbel fand sie nicht gut, der Sportdirektor-Trainer hätte darauf verzichten können. Und ja, es ging um Valon Behrami und Johan Djourou, Teamkollegen im Schweizer Nationalteam und seit dieser Saison auch in Hamburg.

Aber nein, es war keine Prügelei, keine Rangelei, keine Keilerei, auch kein harter Faustkampf, wie die Onlinemedien von «Süddeutsche» bis «Bild» schrieben. Es lag auch keiner auf dem Boden. «Nein! Nein! Das alles doch nicht», stellt Knäbel klar, «es wird mehr daraus gemacht, als es ist. Es war einfach ein intensiver Streit zwischen zwei Kollegen, die nicht absteigen wollen.»

Die erste Halbzeit des HSV gegen den VfL Wolfsburg war beendet, und der HSV lag auf dem Weg zum 0:2 mit einem Tor zurück, als Behrami und Djourou «aneinandergerieten», wie Knäbel ­berichtet. «Es ging um unterschiedliche Ansichten über das Defensivprinzip.» Djourou hätte sich im Luftkampf gegen Wolfsburgs Hünen Bas Dost mehr Unterstützung des Mittelfeldes gewünscht, Behrami sah das auf dem Weg in die ­Kabine anders, und es wurde etwas hitziger geredet zwischen den Schweizern, die sich sonst respektvoll begegnen.

«Es hätte eskalieren können», räumt Knäbel wohl ein, «aber es kam nicht so weit, weil andere Spieler frühzeitig intervenierten.» Behrami und Djourou überstanden die Konfrontation unbeschadet, «ohne dass der eine ein Veilchen hätte und der andere eine blutige Faust», so Knäbel. Und bevor sie zur zweiten Halbzeit wieder auf den Platz hinausgingen, klatschten sie sich ab. Für Knäbel war das eine symbolisch wichtige Geste. Mit einer Busse für beide soll das Thema dann auch erledigt sein.

Angesichts der Lage des HSV hätte Knäbel diesen Zwischenfall mit zwei Spielern, die er sich als Leader wünscht, nicht gebraucht. Und diese Situation ist so kritisch wie trostlos, und sie ist das so sehr, dass den Hamburgern der erste ­Abstieg aus der Bundesliga droht. Die Fakten heissen: zwei Punkte aus den letzten acht Spielen, ohne Tor in den letzten fünf Spielen, mit Abstand harmlosester Angriff der Liga, Platz 18, weil Paderborn (gegen Augsburg) und Stuttgart (gegen Bremen) gewannen, und ein Team, das keine ­Anzeichen verrät, die Wende zu schaffen.

Auf der Haupttribüne reagierten die Leute mit einem gewissen Gleichmut auf die Vorstellung am Samstag. In der Kurve ging es leidenschaftlicher zu und her. Die Spieler mussten sich ihr auf Geheiss Knäbels stellen. Behrami ging da vorneweg, Djourou war nirgends, er hatte sich kurz vor Schluss im Frust die Gelb-Rote Karte eingehandelt. (ths.) (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.04.2015, 07:21 Uhr

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