«Bei einer Qualifikation erhält ein Spieler maximal 135'000 Franken»

Vor dem Spiel gegen Island spricht der Nati-Delegierte Peter Stadelmann im Interview über Prämien in der WM-2014-Kampagne – und äussert sich zur Zukunft mit Ottmar Hitzfeld.

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Peter Stadelmann ist als Delegierter der Nationalmannschaft nahe dran, wenn sich die Schweizer Fussballer auf ihre nächste Aufgabe vorbereiten. Er ist überzeugt davon, dass sich das Team für die WM in Brasilien qualifiziert, sieht aber keinen Anlass, den 2014 auslaufenden Vertrag mit Ottmar Hitzfeld jetzt schon zu verlängern.

Peter Stadelmann, die Schweiz führt ihre Gruppe vier Runden vor Schluss mit vier Punkten Vorsprung an. Wieso lässt sich die Mannschaft nicht mehr vom Weg nach Brasilien abbringen?
Nach meinen Beobachtungen in den vergangenen Monaten habe ich grosses Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Mannschaft. Die Spieler sind weiter zusammengewachsen, sie haben auf individueller Ebene positive Entwicklungen hinter sich, wie zum Beispiel Valon Behrami, um nur einen von vielen zu nennen. Und das Team zeigt nun in diesen Tagen, dass es auch die letzten Schritte in der WM-Qualifikation mit Erfolg hinter sich bringen will. Ich spüre Ernsthaftigkeit und Leidenschaft. 

Im Idealfall könnte die Schweiz mit Siegen gegen Island am Freitag und in Norwegen am Dienstag für die WM qualifiziert sein, wenn Albanien in Slowenien und Island nicht mehr als drei Punkte gewinnt. Was würde eine Teilnahme finanziell bedeuten?
Das lässt sich noch nicht ganz genau sagen, weil die Prämien der Fifa noch nicht bekannt sind. Aufgrund der Werte in der Vergangenheit rechnen wir mit Bruttoeinnahmen in der Höhe von acht bis zehn Millionen Franken, davon bleiben netto vier bis fünf. Es gilt aber zu bedenken: Die sportliche Ausgangslage ist zwar gut, aber noch ist nichts erreicht.

Nur vier bis fünf Millionen, weil der Rest an die Spieler geht?
Nicht nur an die Spieler. Eine WM-Qualifikation führt auch zu massiven Ausgaben – zum Beispiel für die Reise. In Südafrika (an der WM 2010) gaben wir für Reisen und Unterkünfte mehrere Hunderttausend Franken aus. Ein Spieler erhält bei einer Qualifikation maximal 135'000 Franken, pro Einsatz also maximal 13'500. Dazu kommen die Spielprämien (12'000 Franken für jeden Sieg, 5000 pro Unentschieden).

Liesse sich mit den zusätzlichen Einnahmen auch die Vertragsverlängerung von Ottmar Hitzfeld finanzieren, der eine Million Franken im Jahr verdienen soll?
So arbeiten wir eigentlich nicht (schmunzelt). Die Finanzierung der Gehälter ist auch ohne WM-Teilnahme sichergestellt. Zudem müssen Sie immer beide Seiten der Buchhaltung betrachten: Jeder Trainer hat eine Ausgaben-, aber auch eine Einnahmenseite. Es ist bekannt, dass wir relativ gute Sponsoringverträge abgeschlossen haben. Zwischen diesen guten Verträgen und dem Trainer Ottmar Hitzfeld besteht eine Verbindung.

Hitzfelds Vertrag läuft 2014 aus. Sehen Sie eine Dringlichkeit, das Arbeitsverhältnis zu verlängern?
Diese Dringlichkeit gibt es nicht. Wir befinden uns mit Hitzfeld in ständigem Austausch. Wir teilen aber mit ihm die Überzeugung, dass wir das grosse Ziel Brasilien 2014 zuerst erreichen müssen, um die Diskussionen auf einer neuen Ebene fortzusetzen. Es ist für beide Seiten gut und klar, dass wir abwarten. Ich möchte aber betonen: Wir sind mit Hitzfelds Arbeit sehr zufrieden. Ihm ist der Umbau der Mannschaft hervorragend gelungen. Die Schweiz wird von Zusammenzug zu Zusammenzug stärker, es ist wie ein Puzzlespiel. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.09.2013, 17:12 Uhr

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