Breitner geht auf Watzke los

Zwischen den beiden Erzrivalen Bayern München und Dortmund herrscht immer wieder dicke Luft. So auch jetzt.

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Das Störfeuer eröffnete diesmal Dortmunds Chef Hans-Joachim Watzke. Bei einer kleinen Tagung im Berliner Restaurant The Grand äusserte er sich zur totalen Dominanz der übermächtigen Bayern. «Natürlich war es nach den beiden Meisterschaften und dem Double das Ansinnen, uns zu zerstören. Aber nicht dahin gehend, dass man uns menschlich kaputtmachen oder uns nicht mögen würde. Es ging vielmehr darum, uns als Rivalen auszuschalten. Das ist aber auch total legitim. Und damit müssen wir leben.»

Nach dem Dortmunder 5:2-Sieg im Pokalfinale 2012 habe Watzke in den Gesichtern der Bayern-Bosse Uli Hoeness und Karl-Heinz Rummenigge erkannt, dass diese zurückschlagen würden. Es habe mit dem 37-Millionen-Transfer von Mario Götze begonnen und gehe jetzt weiter mit der ablösefreien Verpflichtung von Robert Lewandowski. Watzke kündigte an, dass auch Dortmund auf dem Transfermarkt für die neue Saison aktiv werde. «Wir werden im Sommer investieren, und das nicht wenig. Wir werden ein paar Ausrufezeichen setzen, haben noch Raum für Steigerungen im Gehaltsbudget.» Im Klartext: Die Dortmunder wollen erstmals mehr für Einkäufe ausgeben, als sie durch Verkäufe einnehmen. Der BVB besitzt inzwischen auch wie die Bayern ein Festgeldkonto.

«Wen sollen wir vernichten?»

Die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters und souveränen Leaders, der die Bundesligatabelle mit 13 Punkten vor Leverkusen anführt, wollen sich zu den Störfeuern aus Dortmund nicht erklären. Nicht einmal der sonst streitbare Präsident Uli Hoeness. Dafür meldete sich jetzt bei Sky Paul Breitner, der Weltmeister von 1974, zu Wort. Der offizielle Markenbotschafter der Bayern nahm Watzke ins Visier und reagierte auf dessen Vorwürfe, die Bayern hätten Dortmund zerstören wollen. «Herr Watzke hat vergessen, dass wir letztes Jahr mit 25 Punkten Vorsprung auf Dortmund Meister wurden. Da haben Götze und Lewandowski noch in Dortmund gespielt. Was sollen wir ausschalten? Wen sollen wir vernichten?»

Breitner erhebt jetzt sogar schwere Vorwürfe an den BVB-Chef. «Herr Watzke macht einen grossen Fehler, er versucht zu hetzen und den Leuten zu erzählen, was völlig an der Wahrheit vorbeigeht. Diese Leute wie Herr Watzke sollten verstehen, was der FC Bayern seit 40 Jahren mit seiner Einkaufspolitik macht. Nämlich niemand schwächen wollen, nur versuchen, mit den eigenen Mitteln noch besser zu werden.»

Die Frage steht im Raum: Hat Breitner seine private Meinung geäussert, oder spricht er im Namen des FC Bayern? Ehrenpräsident Franz Beckenbauer, der mit Breitner den WM-Titel gewann, hat für die Äusserungen seines ehemaligen Teamkollegen offenbar nicht viel Verständnis. «Das ist Polemik», sagte er bei Sky.

Erstellt: 03.02.2014, 14:12 Uhr

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