DFB-Präsident tritt zurück – und weist jede Schuld von sich

Nach dem Skandal um die Vergabe der WM 2006 will Wolfgang Niersbach die politische Verantwortung übernehmen. Ein Schuldeingeständnis soll der Rücktritt nicht sein.

«Politische Verantwortung übernehmen»: Wolfgang Niersbach während des Bundesliga-Spiels Mainz gegen Wolfsburg. (7. November 2015)

«Politische Verantwortung übernehmen»: Wolfgang Niersbach während des Bundesliga-Spiels Mainz gegen Wolfsburg. (7. November 2015)

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Er habe für sich erkannt, dass der Zeitpunkt gekommen sei, die politische Verantwortung zu übernehmen, sagte Niersbach nach einer Präsidiumssitzung des Deutschen Fussball-Bundes. Seinen Rücktritt gab er in einer schriftlichen Erklärung bekannt. Er trete zurück, um «diesen DFB und das Amt zu schützen». Als Schuldeingeständnis wollte Niersbach seine Entscheidung nicht betrachten: Er habe im Zusammenhang mit der WM-Vergabe «immer sauber, vertrauensvoll und korrekt gearbeitet», hiess es in der persönlichen Erklärung.

Der 64-Jährige war in dem Skandal um dubiose Geldflüsse vor der Weltmeisterschaft 2006 schwer unter Druck geraten. In der vergangenen Woche durchsuchte die Steuerfahndung sowohl die DFB-Zentrale in Frankfurt als auch Niersbachs Privatwohnsitz in Dreieich.

In den von ihm geleiteten Bereichen «kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass ich mir persönlich absolut nichts vorzuwerfen habe», erklärte Niersbach weiter. «Umso deprimierender und schmerzhafter ist es für mich, neun Jahre später mit Vorgängen konfrontiert zu werden, in die ich damals nicht einbezogen war und die auch für mich viele Fragen offen lassen.»

Staatsanwaltschaft ermittelt

Gegen den DFB-Chef, seinen Vorgänger Theo Zwanziger und den früheren DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall.

Zuletzt hatten handschriftliche Notizen auf einem Briefentwurf aus dem Jahr 2004 für erneuten Wirbel in der WM-Affäre gesorgt. Sollten diese tatsächlich von Niersbach stammen, wäre klar, dass er nicht wie behauptet erst diesen Sommer von den Millionentransfers im Zuge der Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft 2006 erfahren hätte. (rre/si/AFP)

Erstellt: 09.11.2015, 17:27 Uhr

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