Darf der FCZ nächste Saison in der Champions League spielen?

Der FC Neunkirch zieht vier Tage nach dem Doublegewinn sein Team aus der NLA zurück. Nun könnte der FC Zürich profitieren.

Am 5. Juni war die Welt des FC Neunkirch noch in Ordnung: Das Team feierte mit dem Meistertitel das Double. Am 7. Juni kam das Aus.

Am 5. Juni war die Welt des FC Neunkirch noch in Ordnung: Das Team feierte mit dem Meistertitel das Double. Am 7. Juni kam das Aus. Bild: Keystone

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Am 4. Juni noch herrschte beim FC Neunkirch Partylaune. Mit einem 3:0-Sieg gegen Lugano feierte das Frauenteam den ersten Meistertitel der Clubgeschichte. Kurz zuvor war bereits der Cupfinal gegen den FC Zürich gewonnen worden. Doch jetzt, nach den ersten beiden Pokalen für Neunkirch, folgt der grosse Absturz: Das Team soll auf die kommende Saison aus der Nationalliga A zurückgezogen werden.

Der Schritt sei zwingend notwendig, da einerseits der Spielbetrieb in der NLA «finanziell nicht mehr stemmbar und andererseits die administrativen Aufgaben nur mit professionellen Strukturen machbar» gewesen wären, vermeldete der Verein auf seiner Homepage.

Neunkirch bringt mit diesem Entscheid auch den Schweizerischen Fussballverband SFV in Schwierigkeiten. Noch ist nämlich nicht klar, ob die Schaffhauser gar kein Frauenteam mehr stellen, ob einige Vertreter doch noch versuchen, Geld für die NLA aufzutreiben – oder ob ein Neustart in der 2. Liga angestrebt wird.

Was macht die Uefa?

Damit bleibt auch die Frage offen, wer die Schweiz in der kommenden Champions League der Frauen vertreten wird. Der europäische Fussballverband Uefa ist nicht bekannt dafür, dass er gerne Teams teilnehmen lässt, die nicht Meister geworden sind. Sollte Neunkirch ein Amateurteam stellen, könnte sich die Uefa auf den Standpunkt stellen, dass trotzdem die Schaffhauserinnen in der Königsklasse startberechtigt sind.

Der SFV hat zur Sicherheit Neunkirch und die Vizemeisterinnen des FC Zürich für die kommende Champions League gemeldet. Das Ziel des Verbandes ist klar: Es soll der stärkstmögliche Schweizer Vertreter spielen – das wäre derzeit der FCZ. Die Uefa hat sich zur Sache noch nicht geäussert.

Der «stille Gönner» steigt aus

Hinter der Zukunft des 2002 gegründeten Frauenteams des FC Neunkirch stand schon geraume Zeit ein Fragezeichen. Gegen den Sportchef, Clubgründer und Financier B. S. läuft derzeit ein Verfahren. Er soll an seiner Arbeitsstelle einen hohen sechsstelligen Betrag veruntreut haben.

Neunkirch hatte im Schweizer Frauenfussball schon immer eine spezielle Stellung, weil der Club vor allem mit ausländischen Spielerinnen zu seinen Erfolgen gekommen ist; im Team, welches das Double gewann, spielten nicht weniger als zwölf Nationen. Und weil nie so richtig klar war, wie dieses Team finanziert wurde. Offiziell hatte Neunkirch angegeben, das Frauenteam koste den Club 70'000 Franken. Der Rest werde von einem «stillen Gönner» getragen.

In dem Moment, in dem bekannt wurde, dass sich Sportchef B. S. selbst angezeigt hat, ist auch der «stille Gönner» beim FC Neunkirch ausgestiegen. Nun fehlt dem Club das Geld, um das teure Frauenteam aufrechtzuerhalten. Insider gehen davon aus, dass die NLA-Equipe mindestens 200'000 Franken gekostet haben dürfte.

Sollte sich Neunkirch definitiv aus der NLA zurückziehen, würden die Frauen des FC Aarau den frei werdenden Platz übernehmen. (fra/SDA)

Erstellt: 07.06.2017, 11:53 Uhr

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