Das Tor «aus unmöglichem Winkel»

Ein paar gute Moment genügten der Schweiz gegen ein aufopfernd kämpfendes Montenegro nicht. 0:1 verlor sie das zweite EM-Qualifikationsspiel.

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Die entscheidende Szene in der 67. Minute war symptomatisch für das ganze Spiel. Mirko Vucinic wollte sich gegen Steve von Bergen durchwuseln, der Verteidiger gewann den ersten Zweikampf. Doch dann setzte der Star der AS Roma und Captain von Montenegro nach, erfolgreich nach. Er spielte den Ball zurück auf Mitar Novakovic, dieser lancierte Vucinic wieder ideal in die Tiefe, und dieser hob den Ball «aus einem unmöglichen Winkel» (Ottmar Hitzfeld) an Marco Wölfli vorbei ins Tor.

Kurz vor dem Treffer hatte Hitzfeld Xherdan Shaqiri und Marco Streller durch das Leverkusner Duo Tranquillo Barnetta und Eren Derdiyok ersetzt. Die beiden FCB-Spieler waren bis zu ihrer Auswechslung kaum (Streller) oder gar nicht (Shaqiri) aufgefallen. Doch auch die personellen Veränderungen trugen wenig neuen Schwung ins Schweizer Team. Aus dem zentralen Mittelfeld mit Pirmin Schwegler und Gökhan Inler kamen weiterhin mehr Fehlpässe als offensive Impulse. Darunter litten die Offensivspieler Alex Frei und Streller.

Das fehlende Quäntchen Glück

Es hatte in der ersten Halbzeit 44 Minuten gedauert, bis sich Frei, der seit dem 9. September 2009 ohne Tor im Nationalteam ist, erstmals durchsetzte. Seinen Schuss aus 18 m wehrte der montenegrinische Keeper Mladen Bozovic reflexschnell mit dem Fuss ab. «Uns fehlte das Quäntchen Glück im Abschluss», hielt Hitzfeld nach dem Spiel fest. Nach dem Gegentreffer hatte die Schweiz durch Derdiyok die grösste Ausgleichschance. Der Stürmer von Bayer Leverkusen hämmerte einen Freistoss aus rund 25 Metern Richtung Gehäuse, doch Bozovic blieb auch in diesem Duell Sieger.

Es war indes das letzte Aufbäumen. Montenegro wurde zwar in der Schlussviertelstunde vermehrt in die eigene Platzhälfte gedrängt, doch ernsthaft in Gefahr geriet der dritte 1:0-Sieg des Kleinstaats in der EM-Qualifikation nicht mehr. «Vier, fünf, sechs Chancen» hatte Hitzfeld in der gesamten Partie, die «von Fehler geprägt» war, gezählt. «Wir dürfen jetzt die Nerven nicht mehr verlieren», erklärte Hitzfeld. «Wir haben noch einige Heimspiele. Gegen Wales müssen wir jetzt drei Punkte holen und Montenegro muss in England antreten, da können wir die Aufholjagd starten», gibt sich der SFV-Selektionär kämpferisch.

Erstellt: 08.10.2010, 23:27 Uhr

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