«Das ist ein Akt des Wahnsinns»

Nach dem Urteil gegen seinen Klub griff der Präsident des FC Sion erwartungsgemäss zum verbalen Zweihänder.

Der Fall geht weiter: Christian Constantin meldet sich aus Asien zu Wort.

Der Fall geht weiter: Christian Constantin meldet sich aus Asien zu Wort. Bild: Keystone

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Christian Constantin bezeichnete das Verdikt des Zentralvorstands des Schweizerischen Fussball-Verbands (SFV) als «acte de démence» – als Wahnsinnsaktion. «Und Leute, die vom Wahnsinn befallen sind, werden üblicherweise in die psychiatrische Anstalt eingewiesen», schob der FC-Sion-Präsident nach. Noch nie in der Geschichte des Fussballs sei ein Klub mit 36 Punkten Abzug bestraft worden – nicht einmal in Italien, wo erwiesenermassen Spiele manipuliert worden seien. Constantin gab am Telefon aus Kuala Lumpur Auskunft, wo er sich nach eigenen Angaben auf geschäftlicher Mission befindet.

Auf seiner Homepage kritisiert der Walliser Klub den mangelnden Mut des SFV, der sich von der Fifa habe erpressen lassen. Zudem sei dem FC Sion das rechtliche Gehör nicht geschenkt worden. Die Sittener würden deshalb mit noch mehr Entschlossenheit vorgehen, um ihre Rechte und die Ethik des Sports zu verteidigen. Und Constantin geisselte beim Telefongespräch weiter: Wenn jemand ein Todesurteil fälle, brauche es auch Vollstrecker. Die Fifa missbrauche den SFV als Vollstrecker.

Die Relegation ist so gut wie sicher

Die 36 Punkte Abzug bedeuteten praktisch den Abstieg, schreibt der Verein in seiner Stellungnahme. Constantin aber erklärte, für das Team ändere sich nichts, in der Rückrunde werde um jeden Punkt gekämpft.

Ob mit dieser Strafe die Transfersperre gegen den FC Sion nun aufgehoben ist und die sechs Spieler fortan spielberechtigt sind, dazu gab die Fifa keine Erklärung ab. Constantin aber hat seine Interpretation: «Nachdem die entsprechenden Spiele für Sion nicht gewertet, sondern mit 36 Punkten Abzug bestraft worden sind, sind die Spieler nun spielberechtigt und die Transfersperre ist aufgehoben.»

Erstellt: 31.12.2011, 15:13 Uhr

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