Der Eklat von Rom

Das Playoff-Spiel in der Champions League zwischen Lazio Rom und Leverkusen stand kurz vor dem Abbruch.

Leverkusens Torjäger Stefan Kiessling beschwert sich bei Schiedsrichter Eriksson.

Leverkusens Torjäger Stefan Kiessling beschwert sich bei Schiedsrichter Eriksson. Bild: Keystone

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International hat Lazio Rom den Ruf eines Clubs der Rechtsradikalen. Wesentlich dazu beigetragen hatte einst auch der ehemalige Captain Paolo Di Canio, der sich im Olympiastadion gerne mal mit dem von Mussolini gepflegten «römischen Gruss» von den Tifosi verabschiedete. Die Irriducibili, die Unbeugsamen, wie sich die Fraktion der Lazio-Ultras nennt, sind gestern wieder einmal auffällig und ihrem miserablen Ruf gerecht geworden.

Während des Playoff-Spiels zwischen Lazio Rom und Leverkusen kam es zu einem rassistischen Eklat. Wann immer die dunkelhäutigen Leverkusener Profis Wendell, Tah oder Bellarabi am Ball waren, wurden sie von den Lazio-Ultras mit Affenlauten begleitet.

Es drohte sogar ein Spielabbruch. Der Stadionsprecher hatte auf Anordnung von Schiedsrichter Eriksson in der 15. Minute die Chaoten mit einer Durchsage eindringlich davor gewarnt, dass ein Abbruch des Spiels drohe, falls die Rufe nicht umgehend aufhörten. Leverkusens früherer Abwehrchef Jens Nowotny, der ehemalige deutsche Nationalspieler, fand im ZDF klare Worte: «Wir haben im Vorfeld darüber gesprochen. Die Uefa muss durchgreifen.»

«Solche Typen sollte man lebenslänglich ausschliessen»

Heinz Hermann, mit 117 Länderspielen nach wie vor Schweizer Rekordnationalspieler, ist entsetzt: «Diese sogenannten Fans von Lazio Rom schaden eigentlich dem ganzen italienischen Fussball. Es ist nicht das erste Mal, dass sie sich völlig daneben benahmen. Solche Typen sollte man lebenslänglich aus den Stadien verbannen. Ich bin der gleichen Meinung wie Jens Nowotny, dass die Uefa hart durchgreifen muss.»

Zum Spiel: Nach der 0:1-Niederlage muss Leverkusen, das Team des Schweizer Nationalspielers Admir Mehmedi, um die Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League bangen, die garantierte Einnahmen von 20 Millionen Euro bringen würde.

Den Treffer für die Römer hatte der 20-jährige Keita Baldé erzielt, der nach der Pause als Joker für den angeschlagenen deutschen Weltmeister Miroslav Klose ins Spiel gekommen war. Nachzutragen wäre noch, dass der Schütze, der das goldene Tor für Lazio erzielte, ein dunkelhäutiger Spieler ist. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.08.2015, 07:40 Uhr

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