Der FCB und die verflixten Portugiesen

Zehn Spiele und nur zwei Siege: Was den FC Basel im Champions-League-Achtelfinal gegen den FC Porto erwartet.

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In den letzten beiden Europacup-Jahren stellte sich bei der Auslosung der K.-o.-Phase für den FC Basel immer die Frage, ob man den Gegner mit dem besten Namen oder den auf dem Papier schwächsten zugelost bekommen möchte. Mit dem FC Porto hat man nun weder noch bekommen. «Nur nicht die Bayern», lautete die Hoffnung bei den Baslern nachdem sie am letzten Dienstag mit einer starken Leistung Liverpool getrotzt und die Achtelfinal-Qualifikation in der Tasche hatten. Die Münchner hat man nun umgangen, aber wohl trotzdem nicht den Wunschgegner erhalten. Der hätte wahrscheinlich Borussia Dortmund geheissen, der wankende Bundesliga-Gigant mit dem charismatischen Trainer.

Der machbarste Gegner – wenn man im Achtelfinal von «machbar» für einen Schweizer Verein sprechen kann – wäre wohl die AS Monaco gewesen, die in der französischen Ligue 1 nur auf Platz 6 klassiert ist: keine lange Reise, keine furchterregenden Gegenspieler, kein stimmungsvolles Auswärtsstadion. Der zweitschwächste Gegner auf dem Papier ist dann schon der FC Porto. So weit, so gut. Aber aufgepasst: Das Team des Spaniers Julen Lopetegui ist in der portugiesischen Meisterschaft zwar 6 Punkte hinter Benfica Lissabon auf Platz zwei klassiert, doch in der Gruppe H der Champions League setzten sich die Lusitaner gegen Schachtar Donezk, Athletic Bilbao und BATE Borissow locker durch. Satte 5 Punkte mehr als das nicht gerade schlechte Schachtar erzielte der zweifache Meisterpokalsieger (1987, 2004). Bekannteste Spieler sind der Kolumbianer Jackson Martinez und der Barcelona-Leihspieler Cristian Tello.

Trumpf Paulo Sousa

Der Hauptpunkt, warum der FCB im Februar gegen Porto nicht als Favorit ins Duell um einen Viertelfinal-Platz steigt, ist aber der Fakt, dass den Baslern der portugiesische Fussball traditionell nicht liegt. Jahrelang tat sich der FCB mit Vertretern aus Portugal schwer. In zehn Spielen gegen Sporting Lissabon, Benfica Lissabon und Vitoria Guimarães seit 2008 resultierten nur gerade zwei Siege. Unter Christian Gross qualifizierte man sich dank des dramatischen und umstrittenen 2:1-Siegs gegen Guimarães vor sechs Jahren für die Champions League, und Murat Yakin führte Rotblau 2012 in der Gruppenphase der Europa League zu einem 3:0-Heimsieg gegen Sporting. Ansonsten war nicht viel zu holen gegen Teams von der iberischen Atlantikküste.

Nun soll alles anders werden für den FCB. Immerhin wissen die Basler um einen nicht zu unterschätzenden Trumpf: Mit Paulo Sousa verfügen sie über unschätzbares Insiderwissen, was den portugiesischen Fussball betrifft. «Der FC Porto ist ein toller, grosser Verein mit einer starken Führung, mit einer Gewinner-Mentalität und einer klaren Fussball-Philosophie», meint der 44-Jährige aus Viseu über seine Landsleute und weist auf die Ungeschlagenheit seiner Landsleute hin. «Die Spiele werden eine schwierige Herausforderung für uns. Aber wie wir bereits in der Gruppenphase gezeigt haben, können wir uns mit jedem Team messen.» Für ihn sei es eine «grosse Freude, nach Hause zu kommen und mit dem FCB gegen eines der wichtigsten Teams meiner Heimat und von Europa zu spielen.»

Kein Fasnachtsspiel

Es würde überraschen, wenn der akribische Taktiker zusammen mit seinem Staff nicht einen Masterplan entwerfen würde, der den mehrfachen portugiesischen Meister (27 Titel) vor Probleme stellt. Dafür hat er dafür über zwei Monate Zeit. Glück hat der FCB, der auf ein volles Stadion hofft hinsichtlich der Spieldaten, denn diese liegen ausserhalb der Basler Fasnacht. Der Schweizer Meister darf zuerst zu Hause antreten, am 18. Februar. Das Rückspiel findet drei Wochen später am 10. März im Estadio do Dragão in Porto statt.

Erstellt: 15.12.2014, 13:59 Uhr

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