Der nächste GC-Eklat: Rietiker tritt zurück

Der Grasshopper Club richtet sich neu aus. Das bedeutet auch, dass Präsident Stephan Rietiker sein Amt niederlegt.

GC-Präsident Stephan Rietiker tritt überraschend zurück: Seine 70 Tage beim Rekordmeister verliefen turbulent. (Video: Tamedia)

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Am 27. März stellte sich Stephan Rietiker in einem Saal des Kaufmännischen Verbandes als neuer Präsident der Grasshoppers vor. Er tat das mit energischer Stimme und klaren Plänen. Jetzt ist Rietiker, der einst praktizierende Arzt, schon nicht mehr im Amt. Er hat aufgegeben – entnervt ob der Tatsache, dass die beiden Grossaktionäre Stephan Anliker und Peter Stüber ihr Versprechen nicht gehalten haben, die nächste Saison nach seinen Vorstellungen zu finanzieren.

Der Vorgang passt zur Situation von GC, zum Niedergang eines Vereins. Eigentlich war Rietiker angetreten, um ihn neu zu ordnen, um aufzuräumen, um die Basis für eine bessere Zukunft zu schaffen. Dafür suchte er den Rat externer Berater. Und mit ihrer Hilfe legte er Anliker und Stüber klare Pläne vor, wie die Rückkehr in die Super League zu schaffen ist. Naiv war er dabei nicht, er rechnete auch das Modell vor, was fehlendes Geld konkret bedeutet: und zwar den möglichen Abstieg aus der Challenge League.

Die Konsequenzen gezogen

Die Besitzer aber haben sich nun endgültig davon verabschiedet, ihren alten Zusagen und Rietikers Wünschen nachzukommen. Rietiker hat daraus die Konsequenzen gezogen: Er hat nicht länger mit sich spielen lassen. Dazu ist er zu sehr der Sanierer, der er längst ist, zu kompromisslos in seinem Denken. Zumal Rietiker eines finanziell nicht nötig hat: diesen Job bei GC.

Er trat klar auf, er scheute selbst die öffentliche Kritik nicht. Er bemängelte die Arbeit der Treuhänder der BDO, er qualifizierte die Arbeit der bisherigen Führung ab, indem er sagte, so könne «nicht weitergewurstelt» werden. Und er beharrte eben auf dieser Zusage, um in der Challenge League vorne mitspielen zu können.

Heusler und Heitz waren noch schneller

Die Konsequenzen aus dieser Entwicklung haben die beiden Basler Berater Bernhard Heusler und Georg Heitz schon am vergangenen Freitag gezogen. Sie haben ihr Mandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Offensichtlich haben sie eingesehen, dass es sie unter diesen Umständen nicht mehr braucht.

Die Zukunft von GC ist ungewisser denn je. Mit Sandro Burki ist auch der designierte Sportchef abgesprungen, und die Frage ist, was nun Uli Forte macht? Bleibt er unter diesen Umständen? Und was ist mit der Mannschaft? Wobei, was heisst schon Mannschaft? GC hat im Moment gar keine mehr. (ths.)

Erstellt: 05.06.2019, 14:29 Uhr

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