Di Matteo schon angezählt

Champions-League-Sieger Roberto Di Matteo wurde auf Schalke wie ein Messias empfangen. Doch der Hype um den neuen Trainer ist schon nach sechs Spielen verflogen.

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Nach der Entlassung von Jens Keller präsentierte Bundesligist Schalke 04 sogleich den neuen Trainer. Der Schaffhauser Roberto Di Matteo, der 2012 mit Chelsea die Champions League gewonnen hat, wurde in Deutschland vom Millionenblatt «Bild» schon mit Bayerns Startrainer Pep Guardiola verglichen, obwohl dieser einen weit grösseren Leistungsausweis erbringen kann.

Während Di Matteo bisher zwei Titel gewann, holte Guardiola mit Barcelona deren 15, davon zweimal die Champions League. Mit den Bayern sicherte er sich schon in seinem ersten Jahr das Double und somit seine Titel 16 und 17. Kommt hinzu: Guardiola wurde in seiner Karriere noch nie entlassen. Di Matteo hingegen musste bei West Bromwich Albion und zuletzt auch bei Chelsea vorzeitig gehen und war zuletzt während fast zweier Jahre arbeitslos.

Mit dem 0:2 noch gut bedient

Der anfängliche Hype um Di Matteo ist nach sechs Spielen mit drei Siegen und drei Niederlagen auf Schalke bereits verflogen. Mit der 0:2-Niederlage in Freiburg war die Mannschaft gut bedient, sie hatte lediglich eine gefährliche Aktion durch den holländischen Nationalstürmer Klaas-Jan Huntelaar zu verzeichnen. Der Gegner mit den Schweizern Roman Bürki und Admir Mehmedi hatte Chancen zuhauf und hätte die Partie weit höher gewinnen müssen.

Unter Di Matteo verzeichnet die Mannschaft mehr Rück- als Fortschritte. Und nach der Enttäuschung von Freiburg sprach Di Matteo von einem blutleeren Auftritt seiner Mannschaft und wirkte angezählt: «Wir werden die ganze Saison hinterherlaufen.» Das tönt nach Resignation und ist keine gute Prognose des Schaffhausers. Immerhin hatte sich sein Vorgänger Jens Keller in der vergangenen Saison für die Champions League qualifiziert.

«Ich sehe überhaupt keine Weiterentwicklung»

«Es ist schon erschreckend. Es heisst, dass Roberto Di Matteo ein Defensivkünstler sei. Wenn er aber diese vermeintliche Stärke nicht mal mehr hinbekommt, wird es eng», sagte der deutsche Europameister und heutige Sport-1-Experte Thomas Helmer im «Doppelpass». Sieben Gegentore habe es in den vergangenen zwei Spielen gegeben. Di Matteos Vorgänger Jens Keller habe zumindest die Spiele gewonnen, in denen er unter Druck gestanden habe.

In seiner Sport-1-Kolumne setzt Helmer gleich noch einen drauf: «Nicht einmal das schafft Di Matteo aktuell. Ich sehe überhaupt keine Weiterentwicklung bei der Mannschaft. Und dann tritt Kapitän und Weltmeister Benedikt Höwedes gegen Keller nach, spricht von körperlichen Defiziten in der Mannschaft. Mein Eindruck ist ja, dass ihm das von oben gesagt wurde. Zum Beispiel von Sportdirektor Horst Heldt. Seine Aussagen sind auf jeden Fall alarmierend.»

Ist Boateng Di Matteos erstes Opfer

Es sei aber nicht der einzige Krisenherd. «Es hat uns alle überrascht, dass Kevin-Prince Boateng im Breisgau wieder auf der Bank Platz nehmen musste. Er wurde doch erst gerade wieder von Heldt zum Führungsspieler erklärt. Das ist schon sehr kurios. Es sieht so aus, als werde er gerade geopfert.»

Sportdirektor Horst Heldt hatte kurz nach der Verpflichtung Di Matteos im «Doppelpass» bei Sport 1 noch gesagt: «Di Matteo wird bei uns mit Garantie nicht scheitern.» Wenn er sich da nur nicht täuscht. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.11.2014, 12:15 Uhr

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