«Die Ärzte sagten, es sei gravierend gewesen»

Erstmals nach seinem Herzinfarkt stellte sich Heinz Hermann den Medien und erzählte von den schwierigen Tagen auf der Intensivstation: «Ich habe mich schnell und gut erholt.»

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Erste Anzeichen hätte er schon 31. Dezember gespürt, erklärte Heinz Hermann den Journalisten in einer dunklen Ecke der Bar La Salle im Zürcher Schiffbau. Er spricht leise – gewohnt leise, muss man anmerken. Denn anzumerken ist dem 52-Jährigen nicht, dass er erst 13 Tage zuvor mit einem Herzinfarkt auf die Intensivstation des Spitals auf Ibiza hatte gebracht werden müssen. «Ich hatte nach Arbeiten mit einem Presslufthammer auf meiner Hazienda Schmerzen in beiden Armen», erzählt Hermann. «Als Sportler steckt man diese jedoch weg.»

Es hätte fatal enden können, wenn nicht sein Freund und früherer Nationalspieler Heinz Lüdi einen Schweizer Arzt aufgetrieben hätte, der Hermann sofort in den Spital einwies. «Ich wusste, dass etwas nicht stimmt», berichtet der 117-fache Schweizer Rekordinternationale. «Eine Ader war komplett zu. Insgesamt setzten sie drei Stents (winzige Drahtgeflechte zur Erweiterung der Herzkranzgefässe; Anm. d. Red.) ein. Sie haben alles gut geöffnet», so Hermann weiter.

Positive Ergebnisse in den Nachtests

Schwierig sei vor allem die Zeit nach der Operation gewesen. «Als aktiver Mensch waren die sieben Tage auf der Intensivstation mit all den Schläuchen am schlimmsten. Ich habe etwas drei bis vier Stunden geschlafen und die restliche Zeit einfach gewartet», erzählt Hermann. «Die Ärzte sagte, es sei gravierend gewesen. Selber will man das ja nicht wahrhaben.» Schwierig sei aber vor allem gewesen, als er die Trauer und den Schmerz seiner Familie bemerkt habe.

Seit einigen Tagen ist Hermann wieder in Schweiz und hatte auch einige Nachtests, so auch ein Belastungs-EKG. Die Ergebnisse sind positiv. «Ich fühle mich recht gut», sagt er. In Angst werde er auch in Zukunft nicht leben. «Ich habe jetzt eine grosse Erfahrung mehr im Leben und will diese positiv umsetzen», erklärt er.

«Die Perspektiven sind da»

Ursache für den Infarkt seien wohl der «Negativstress» im Job, ein zu hoher Cholesterinwert und die eine oder andere Zigarette gewesen. «Ich hatte viel Negativstress mit dem Abgang in Vaduz. Und danach ist es auch nicht nach Wunsch gelaufen», sagt Hermann. Jetzt sei er selbständig und arbeite im Coachingbereich. Er könne sich auch vorstellen, sich wieder vermehrt um sein Hotel in Spanien zu kümmern. «Ich muss auch wieder mehr auf meine Ernährung achten und Rauchen ist jetzt sicher kein Thema mehr», so Hermann weiter.

Nur zwölf Tage nach seinem Herzinfarkt blickt Hermann schon wieder zuversichtlich in die Zukunft. «Ich bin ein zäher Typ», sagt er. Er will gelassener werden und wieder mehr trainieren. «Ich habe in den letzten zwei Jahren nicht so viel gemacht», so Hermann. «Die Perspektiven sind da.»

Erstellt: 14.01.2011, 17:02 Uhr

Artikel zum Thema

Hermann kann Spital verlassen

Der Schweizer Rekord-Internationale Heinz Hermann (52), der vor neun Tagen einen Herzinfarkt erlitt, kann am Dienstag das Spital von Ibiza verlassen. Mehr...

«Beim Infarkt hatte Heinz keine Sekunde Angst vor dem Tod»

Heinz Hermann liegt nach seinem schweren Herzinfarkt immer noch auf einer Überwachungsstation im Spital von Ibiza. Mit seinem Freund Andy Egli hat er telefoniert. Mehr...

Heinz Hermann liegt auf der Intensivstation

Exklusiv Der ehemalige GC-Fussballer und Schweizer Rekordinternationale hat einen schweren Herzinfarkt erlitten. Der 52-jährige Zürcher liegt auf der Intensivstation des Spitals auf Ibiza. Mehr...

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Never Mind the Markets Die Inflation wird überschätzt

Mamablog Freiwillige Kinder vor!

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

In allen Farben: Die Saint Mary's Kathedrale in Sydney erstrahlt in ihrem Weihnachtskleid. (9. Dezember 2019)
(Bild: Steven Saphore) Mehr...