Die Angriffslust der Reizfigur

Das Pokalspiel heute gegen Paderborn müsste für Dortmund eigentlich eine reine Formsache sein. Wenn der Trainer des Zweitligisten nur nicht Stefan Effenberg hiesse.

Handkuss für die Massen: Beim letzten Auftritt gegen Dortmund wurde Effenberg seinem Ruf als Reizfigur gerecht. (Video: Youtube/Oliver Kahn Archiv)


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Der ehemalige deutsche Nationalspieler Stefan Effenberg liess sich lange Zeit, bis er ins Trainerbusiness einstieg. «Der erste Schuss muss sitzen», hatte der 46-Jährige immer wieder verlauten lassen. Und bisher sass der erste Schuss tatsächlich. Effenberg feierte mit Bundesligaabsteiger Paderborn in seinen bisherigen zwei Spielen gegen Braunschweig und Union Berlin zwei, notabene Zu-null-Siege und führte das Team aus der Abstiegszone.

Als Spieler liess sich Effenberg von seinem Friseur auch schon mal einen Tiger in seine Haare schneiden, um seine Kampfbereitschaft zu dokumentieren. Und auch vor dem Pokalspiel heute Abend in Dortmund gibt sich Effenberg angriffig und bissig. Er spricht von einem Gegner, den man konsequent bearbeiten müsse.

«Wir haben auch Waffen»

«Wir sind auch eine Mannschaft, die gut ist. Wir haben auch Waffen – und die werden wir einsetzen. Wir werden mit Sicherheit nicht nur verteidigen. Wir spielen guten Fussball», verspricht Effenberg. Selbst von der Dortmunder Poweroffensive mit Pierre-Emerick Aubameyang und Marco Reus ist Effenberg nicht sonderlich beeindruckt. Er spricht viel lieber von seinem eigenen Angriff. «Stoppelkamp und Koc sind auch in guter Verfassung. Das Selbstbewusstsein ist da, das sieht man. In einem K.-o.-Spiel kann man jeden schlagen.»

Aussagen, die für Dortmunds Trainer Thomas Tuchel Warnung genug sind: «Es kann immer viel passieren. Wir haben Respekt vor der Aufgabe. Man sieht schon, dass durch die Mannschaft offensichtlich ein Ruck gegangen ist. Paderborn läuft und sprintet mehr.»

Die Rückkehr Effenbergs nach Dortmund weckt sofort emotionale Erinnerungen. Als Starregisseur der Bayern war er stets die grosse Reizfigur bei den BVB-Fans. In seinem pikantesten Duell flog Effenberg im April 2001 nach einer Tätlichkeit gegen Evanilson vom Platz. Anschliessend provozierte er das Dortmunder Publikum und verabschiedete sich mit Handküssen. Insgesamt gab es damals 3 Platzverweise und 10-mal Gelb. Effenbergs Bilanz in Dortmund: 3 Siege in 10 Spielen – neben dem Platzverweis wurde er noch 6-mal verwarnt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.10.2015, 15:20 Uhr

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