Die Favre-Krise

Vergangene Saison noch als Wundertäter gefeiert, gelingt Lucien Favre in Nizza nichts mehr. Die Lage sei besorgniserregend, sagt der Trainer.

«Defensiv sind wir auseinandergefallen»: Lucien Favre erlebte einen rabenschwarzen Sonntag mit OGC Nizza.

«Defensiv sind wir auseinandergefallen»: Lucien Favre erlebte einen rabenschwarzen Sonntag mit OGC Nizza. Bild: AFP

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Lucien Favre hatte im Sommer vor überzogenen Erwartungen an die Mannschaft von OGC Nizza gewarnt. Mit dem Verweis auf die grossen Investitionen der Konkurrenz. Die aktuelle Situation – am Sonntag gab es ein 0:5-Heimdebakel gegen Lyon – ist gleichwohl erschreckend. Platz 18 mit 14 Punkten aus 14 Spielen, Tordifferenz 15:25. In der vergangenen Saison war Favre mit seiner Equipe zu diesem Zeitpunkt noch Tabellenführer mit 33 Punkten und 26:10 Treffern.

Noch stützt Clubpräsident Jean-Pierre Rivère den Erfolgscoach der Vergangenheit, der mehr und mehr zum Ratlosen mutiert. «Die Niederlage gegen Lyon tut weh, wir müssen nun aber neue Kraft schöpfen und solidarisch sein», erklärte Rivère. Ein Trainerwechsel sei trotz der dramatischen Situation keine Option. «Wir haben Potenzial, wir müssen es nur umsetzen auf dem Platz. Zeit dürfen wir jetzt keine mehr verlieren, wir liegen schliesslich auf dem Barragerang.»

Ob der Trainer bleiben darf, hängt letztlich allerdings nicht oder nicht nur vom Präsidenten ab. Es zahlen in Nizza die chinesischen und amerikanischen Mehrheitsaktionäre, entsprechend haben sie auch das Sagen.

«Dann ist das kein gutes Zeichen»

Favre sprach von der schlechtesten Vorstellung, seit er in Nizza das Traineramt übernommen habe. «Viele Dinge haben nicht funktioniert, angefangen mit dem Pressing, das unorganisiert war. Defensiv sind wir auseinandergefallen», erklärte der frühere FCZ-Meistermacher. Der Club befinde sich in «besorgniserregender Lage». «Wenn man Partien verliert, in denen man unentschieden spielen sollte, und nur ein Remis erreicht, wenn man gewinnen müsste, dann ist das kein gutes Zeichen.»

Wütend auf seine Spieler sei er nicht, beteuerte Favre und verwies auf das dichte Programm aufgrund des Engagements in der Europa League. Es sei lange her, dass die Mannschaft ohne Rücksicht auf die Belastung ausserhalb der Meisterschaft habe trainieren können. Auch fehle es oft an Zeit für eine optimale Vorbereitung. Und wie sieht es mit Verstärkungen im Winter aus? Favre: «Das ist nicht mein Fokus. Ich hoffe, dass ein, zwei verletzte Spieler zurückkommen. Bis dahin müssen wir mit den Leuten arbeiten, die da sind.»

Spekulationen in Deutschland

In Deutschland wird bereits spekuliert, dass Favre bald Trainer von Borussia Dortmund sein könnte. Wenn er in Nizza gehen muss (oder darf) und sich der BVB vom angezählten Chefcoach Peter Bosz trennt. Vor einem halben Jahr war Favre einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge von Thomas Tuchel in Dortmund, Nizza war aber nicht bereit, den Schweizer freizugeben. (ak)

Erstellt: 27.11.2017, 16:00 Uhr

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