Die GC-Rechnung: Noch 9 Punkte bis zum Ligaerhalt

Nach dem glückhaften 2:2 in Thun folgen nun für GC vier Spiele gegen Konkurrenten im Abstiegskampf.

Fast immer beteiligt, wenn GC gefährlich wurde: Munas Dabbur nach seinem Treffer gegen Thun.

Fast immer beteiligt, wenn GC gefährlich wurde: Munas Dabbur nach seinem Treffer gegen Thun.

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Die Statistik aus den vergangenen zehn Jahren sagt: 33 Punkte genügen für den Ligaerhalt.

Die Grasshoppers stehen nach 24 Runden mit 24 Punkten auf Rang 6. Sie sind nicht in grösster Abstiegsangst – vor allem dank Aarau. Aber auch nicht sorgenfrei. Nach dem Abgang von Michael Skibbe haben sie unter dem neuen Trainer Pierluigi Tami nur fünf Punkte in sechs Partien geholt. Allerdings stimmt die jüngste Tendenz: Zuletzt haben sie keines von drei Meisterschaftsspielen verloren (1 Sieg). Am Samstag in Thun verhinderten die Stadtzürcher einen Rückschlag in der Nachspielzeit dank Shani Tarashajs bislang grösstem Auftritt im GC-Trikot. Der 20-Jährige Offensivspieler erzielte mit seinem ersten Super-League-Treffer überhaupt (im achten Einsatz/149 Spielminuten) das 2:2.

«Ich bin froh für Shani, aber auch für Nikola Gjorgjev», sagte Tami nach Spielschluss. Und wahrscheinlich war der Trainer auch ein bisschen froh über sich selbst. Er hatte den Mut gehabt, die beiden Youngsters einzuwechseln, nachdem seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit 0:2 in Rückstand und in Not geraten war. Für den 17-jährigen Gjorgjev bedeutete es das Debüt in der höchsten Spielklasse, Tami hält viel vom Mittelfeldspieler.

Der Tessiner war nach dem Match gar nicht glücklich mit der Abwehrarbeit seines Teams. Nach zehn Gegentoren in den ersten drei Partien, dem 1:1 in St. Gallen und dem 1:0 gegen Luzern hatte er geglaubt, den Weg zur Stabilität gefunden zu haben. In der Stockhorn-Arena liessen die Grasshoppers gegen ein Team, das von sechs Spielen seit der Winterpause auch nur eines gewinnen konnte, wieder zwei Tore auf einfachste Weise zu. Die Mannschaft liess sich von schnellen Thuner Passfolgen überraschen und leistete sich «Fehler, die wir auf diesem Niveau nicht machen dürfen», wie Tami sagte.

Tami: Viel Lob trotz Mängeln

Einen Mangel an «Entschlossenheit und Konzentration» warf der 53-jährige Tami seinem Personal vor. Doch so sehr er sich über die Entstehung der Gegentore ärgerte, so sehr freute er sich über die Leistung danach mit Dabburs Anschlusstreffer – allerdings nach einer Offsideposition erzielt. Und mit dem späten 2:2, das er aufgrund der Leistung seines Teams verdient fand, aber doch auch glücklich.

Tami lobte deshalb auch. Und zwar ziemlich viel. Er erwähnte den «Charakter der Mannschaft» und sprach ihr ein «Riesenkompliment» aus, weil sie trotz zwei Toren Rückstand den Druck aufrechterhalten habe. Er hob Aggressivität und Pressing heraus und hatte auch spielerische Fortschritte gesehen, bei der Ballzirkulation beispielsweise. Spielerische Fortschritte? Das war recht grosszügig formuliert vom Chef. GC spielte meist ordentlich, aber kaum je dominant. Lang ist (logischerweise) weniger prägend, wenn er wie in Thun rechter Aussenverteidiger sein muss. Abrashi, Vadócz und Fedele, das Arbeitertrio im zentralen Mittelfeld, hatte zu wenig Einfluss auf das Offensivspiel. Caio war selten zu sehen. Und Ravet war halt meist Ravet, das heisst: Oft endeten seine Aktionen im Nichts. Wenigstens bereitete er das Anschlusstor vor.

Der Mannschaft fehlten die kreativen Momente. Sie lebte im Spiel nach vorn vor allem von Dabbur, ihrem mit grossem Abstand gefährlichsten Stürmer. Der Israeli, jetzt mit neun Saisontoren, war fast immer Direktbeteiligter, wenn GC gefährlich wurde. Der 22-Jährige ist auch der Einzige im Kader, der dereinst einen schönen Gewinn auf dem Transfermarkt in Aussicht stellt.

Lang: Trennung wahrscheinlich

Lang (24) wollte seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bisher nicht verlängern und wird das wohl kaum mehr tun, nachdem die Grasshoppers einen einst unterschriftsreifen Vertrag wieder zurückgezogen und das Angebot nachverschlechtert haben. Für ihn dürfte es in der Bundesliga einen Markt geben, wenn seine Ansprüche nicht zu hoch sind.

Es bleibt für Tami deshalb einiges an Arbeit zu tun. Seine bisherige Bilanz ist kein Versprechen, aber auch keine Enttäuschung, weil die Gegner vor Thun Basel, YB, FCZ, St. Gallen und Luzern hiessen. Der Trainer hat die 18 Spiele der zweiten Saisonhälfte in drei Phasen eingeteilt. Die erste ist nun zu Ende gegangen. In der zweiten warten jetzt nacheinander Aarau (h), Sion (a), Vaduz (h) und Luzern (a). Tami sieht in jedem Match ein «Finalspiel» und erwartet «Qualität, Persönlichkeit, Wille und Charakter». Es sind die Merkmale, die zu Erfolgen führen sollen. Die Statistik sagt: Mit neun zusätzlichen Punkten wäre GC ziemlich sicher sicher.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.03.2015, 22:24 Uhr

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