Die Hoppers treten an Ort

Die Grasshoppers erreichen bei Aufsteiger Vaduz nur ein 1:1 und bleiben auf Platz 8.

Munas Dabbur, der aktivste GC-Spieler, kassiert hier Gelb. Foto: Keystone

Munas Dabbur, der aktivste GC-Spieler, kassiert hier Gelb. Foto: Keystone

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Da war sie – die Chance von Dabbur in der Nachspielzeit. Der Israeli drückte Stahel nach einem Flankenball geschickt weg und zwang Vaduz-Goalie Oliver Klaus mit einem Kopfball zu einer spektakulären Abwehr. So blieb es beim wohl leistungsgerechten 1:1, das keinem der beiden Teams in der unteren Ranglistenhälfte der Super League entscheidend weiterhilft. Giorgio Contini, der Trainer der Liechtensteiner, gab sich dennoch zufrieden. Vor allem ­wegen dieser späten GC-Möglichkeit.

Für die Zürcher war die Ausbeute ­allerdings zu gering. Wie schon so oft in dieser Saison zeigten sie nur eine genügende Halbzeit. Verteidiger Michael Lang konnte den fast schon chronischen Missstand nicht erklären. «Wenn wir wüssten, woran es liegt, hätten wir längst schon reagiert», sagte er. Trainer Michael Skibbe war da schon etwas konkreter. Ihm fehlte die Leidenschaft seiner Spieler in der ersten Hälfte, die gerade bei dieser Tabellenkonstellation vonnöten gewesen wäre. «Wir waren zu passiv», kritisiert er.

Gute Zürcher Szenen waren deshalb rar. Das zu recht wegen Abseits aberkannte Tor von Ngamukol (33.) und eine Einzelleistung von Dabbur (43.) blieben zunächst die einzigen Offensivaktionen. Dafür gab es zahlreiche Unzulänglichkeiten zu sehen. So, als Ngamukol den Ball ohne Not ins Seitenaus führte, Jahic trotz respektablem Vorsprung von Pak locker übersprintet wurde oder Ravet nahezu unbedrängt weit über das Tor flankte.

Die Degradierung von Davari

0:1 lagen die Grasshoppers deshalb bei Spielhälfte zurück. Schürpf hatte kurz vor der Pause im Anschluss an einen Corner wuchtig und unhaltbar für Vasic das 1:0 erzielt. Dieser erhielt erstmals seit Mitte August wieder den Vorzug vor Davari und rechtfertigte das Vertrauen von Skibbe. Er sprach von einer guter Leistung und bestätigte seine Position. «Vasic wird auch am Mittwoch im Cup gegen Lugano im Tor stehen.»

Die Degradierung des Bundesliga-erfahrenen Torhüters mitten in der ersten Saisonhälfte steht aber auch sinnbildlich für das kriselnde GC. Der Deutsch-Iraner hatte im Sommer kein einfaches Erbe des zum SC Freiburg gezogenen ­Roman Bürki angetreten. Davari machte keine groben Fehler, er wirkte aber in seiner Art zu ruhig und erwies sich nicht als der erhoffte Rückhalt, der auch einmal einen besondere Parade zeigte.

Der Platzverweis von Abrashi

Immerhin: GC trat im zweiten Abschnitt leicht verbessert auf. Der beste Zürcher, Dabbur, liess in der 58. Minute die ­gesamte Vaduzer Abwehr schlecht aussehen, und Ngamukol besorgte den Ausgleich. Die Gäste waren nun bestimmend, und steckten auch die Rote Karte gegen Abrashi (75.) nach einem Revanchefoul an seinem früheren Teamkollegen Steven Lang erstaunlich gut weg. Es war ein hartes Verdikt gegen den Mittelfeldspieler. «Gelb wäre auch in Ordnung gewesen», befand Skibbe hinterher.

Der Auftritt gegen den tapfer kämpfenden, aber auch bescheidenen Aufsteiger war weit entfernt von der Einschätzung des GC-Captain Daniel Pavlovic. «Wir haben so viel Qualität, dass wir mit den hinteren Tabellenrängen eigentlich nichts zu tun haben sollten», hatte er im Vorfeld der Partie im TA-Interview gesagt. Die Realität ist aber eine andere. Sein prognostizierter Platz «im vorderen Mittelfeld» zum Ende der Saison dürfte bei weiteren solchen Darbietungen ein Wunsch bleiben.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.10.2014, 22:43 Uhr

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