Dieser Fussballclub ist strikt vegan

Stadionessen ohne tierische Produkte, Regenwasser zur Bewässerung, ein solarbetriebener Rasenmäher: Bei Forest Green Town wird Umweltschutz grossgeschrieben.

In – wie könnte es auch anders sein – grünen T-Shirts feiern die Forest Green Rovers den Aufstieg im Wembley-Stadion.

In – wie könnte es auch anders sein – grünen T-Shirts feiern die Forest Green Rovers den Aufstieg im Wembley-Stadion. Bild: Reuters

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Haben Sie schon mal von den Forest Green Rovers gehört? Nein? Wir können es Ihnen nicht verübeln. Der Name ist hierzulande wohl nur Fans von Englands unteren Fussballligen ein Begriff. Aber hinter dem Provinzclub – geografisch ist er im Südwesten Englands, nahe Bristol einzuordnen – verbirgt sich eine interessante Geschichte: Denn der Verein, der gerade in die vierthöchste englische Liga aufgestiegen ist, wird als der grünste Fussballclub Englands bezeichnet. Der Grund: Die Rovers sind vegan.

Ein veganer Fussballclub? Ja, richtig. Die Gästefans werden beim neuen Mitglied der Football League Two auf die geliebten Hamburger und Hotdogs vor dem Spiel verzichten und sich auf Salat und veganes Bier beschränken müssen. Das gilt aber nicht nur für die Fans: Auch die Spieler der Forest Green Rovers folgen einem strikt veganen Ernährungsprogramm. Und beim Unterhalt des Stadions setzt der Verein auf erneuerbare Energien: Ein solarbetriebener Roboter mäht den Rasen, für das Bewässerungssystem wird gesammeltes Regenwasser verwendet.

Der «Öko-Krieger-Millionär»

Zurückzuführen ist das auf den schwerreichen Eigentümer der Rovers, Vince Dale. Er ist Veganer, seinen Reichtum erlangte er – Sie ahnen es – durch den Verkauf von Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Dale, vom englischen «Guardian» auch schon als «Öko-Krieger-Millionär» bezeichnet, übernahm den Club im Jahr 2010 und rettete ihn damit vor der Pleite.

Seit da geht es für die Rovers nach oben. Nach 19 Jahren in der fünften Liga schafften sie im Frühling 2017 endlich den Aufstieg. Und geht es nach Dale, ist die Reise noch lange nicht beendet. Sein Ziel ist es, in die zweithöchste Liga, die Championship aufzusteigen. Helfen soll dabei ein neues Stadion mit über 5000 Plätzen. Zum Vergleich: Das war der ungefähre Zuschauerschnitt des Letzigrunds bei GC-Heimspielen in der Saison 2016/17. Doch Dale, der sich selbst als Hippie bezeichnet, wäre nicht Dale, wenn es sich um ein ganz normales Stadion handeln würde. Der Neubau soll fast vollständig aus Holz bestehen und Teil eines Businessparks für Umwelttechnologien werden. Dale ist zuversichtlich, dass bald mit dem Bau des Stadions mit dem Namen Eco Park begonnen werden kann.

Die Fans von den Forest Green Rovers waren am Anfang skeptisch. Nun aber, mit dem sportlichen Erfolg, stehen sie hinter dem Projekt von Dale. Die meisten zumindest. Nicht so Paul Dowdeswell. Kein Wunder: Schliesslich ist er der Dorfmetzger und hat den Verein jahrelang mit Fleisch beliefert und als Sponsor fungiert. Eines Tages soll er einen Anruf vom Verein erhalten haben, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass er nicht mehr gebraucht werde, weil Besitzer Dale nicht mit Fleisch in Verbindung gebracht werden wolle. Dowdeswell war nicht nur Sponsor und Fleischlieferant, sondern auch Fan. Das Highlight der abgelaufenen Saison, den Final des Aufstiegs-Playoff im Wembley-Stadion in London, hat er trotz Saisonkarte nicht besucht. (mro)

Erstellt: 30.06.2017, 18:30 Uhr

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