Dortmund vorzeitig deutscher Meister

Ganz Dortmund tanzt und feiert ohne Grenzen: Der BVB sichert sich den achten Titel mit einem 2:0 gegen Mönchengladbach.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Spätestens nachdem Shinji Kagawa die perfekte Vorlage von Topskorer Robert Lewandowski souverän verwertete, war das begeisterte Umfeld der Borussia nicht mehr zu stoppen. Auf der grössten Stehplatz - und Tanzrampe Europas zelebrierten 25'000 fanatische Anhänger die Fortsetzung der Bundesliga-Vorherrschaft.

Die Festgemeinde kam früh in Fahrt. In der 23. Minute sorgte Perisic mit dem 1:0 für einen ersten Adrenalinschub. Lucien Favres Equipe stemmte sich zwar leidenschaftlich und teils auch mit gefährlichen Kontern gegen die Niederlage, aber Dortmund liess sich nicht mehr vom Kurs abbringen. Der seit 26 Runden ungeschlagene Titelhalter war in der Endphase des Championats an keinem Umweg mehr interessiert.

Ribéry verzögerte die BVB-Party

Eine vorzeitige Ehrenrunde vor dem Heimspiel gegen Mönchengladbach hatten die zweitplatzierten Münchner dem BVB indes nicht gewährt. Obschon Jupp Heynckes mit Blick auf das Rückspiel im Champions-League-Halbfinal am kommenden Mittwoch in Madrid zu Beginn drei Viertel der Stamm-Equipe schonte, erreichten die Bayern gegen Werder einen glückhaften 2:1-Sieg. Eigentorschütze Naldo und Ribéry (91.) ermöglichten den späten Umschwung.

Ausgerechnet Ribéry also schob die längst vorbereitete Meistersause der Dortmunder um ein paar Stunden auf. Der Franzose hatte während Tagen für Schlagzeilen gesorgt. Nach Informationen der «Bild» soll er den Hahnenkampf mit Arjen Robben im Spiel gegen Real in der Kabine um eine Boxeinlage verlängert haben. Verhüllen liess sich die unschöne Episode der Egomanen-Fraktion selbstredend nicht - einige Münchner sind mit dem Boulevard äussert gut verlinkt.

Hausgemachte Tumulte kennt Jürgen Klopp beim BVB nicht. Der 44-jährige Coach hat im Team der Borussen seit seinem Amtsantritt im Sommer 2008 eine für deutsche Verhältnisse fast beispiellose Kultur installiert. Zusammen mit dem Sportchef Michael Zorc und dem smarten Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der den vor wenigen Jahren schwer angeschlagenen Verein wirtschaftlich konsolidierte, hat der charismatische Süddeutsche eine extrem breite Basis geschaffen. Es deutet derzeit nichts auf ein Ende der BVB-Premium-Stellung hin.

Dass sich Uli Hoeness mit der neuen Hierarchie an der Spitze partout nicht anfreunden mag und dem neuen Champion vor ein paar Tagen im Frust die internationale Klasse absprach, nimmt man beim BVB ziemlich gelassen. Münchens Abteilung Attacke löst in Dortmund längst keine Panik mehr aus, sondern allenfalls ein Kopfschütteln.

Die gigantische Party in Schwarz-Gelb kam mit Ansage. Spätestens nach dem 0:1 im Direktduell bliesen die Münchner ihre Jagd auf die entrückten Westfalen ab. Für sie steht deshalb ausschliesslich der Champions-League-Halbfinal gegen Real im Zentrum. Im Finalspiel um den DFB-Pokal am 12. Mai ist ein Wiedersehen mit dem Meister unvermeidlich. Unterhaltung ist in Berlin auf höchstem Niveau programmiert, garantiert auf und neben dem Rasen.

HSV-Trainer Fink verliert Stammkeeper

In der unteren Tabellenhälfte hat sich die Lage für Thorsten Fink noch nicht vollends entschärft, aber zumindest etwas entspannt. Der HSV erkämpfte sich in Nürnberg ein 1:1, verlor aber seinen Stammkeeper Drobny und Joker Kacar mit womöglich schweren Verletzungen. Köln reagierte im zweiten Spiel unter Rückkehrer Frank Schaefer auf die Lehrstunde im Rhein-Derby gegen Mönchengladbach (0:3) . Das 1:1 gegen den VfB Stuttgart - neben Dortmund derzeit die formstärkste Equipe der Bundesliga - ist nach den Chaostagen für den FC als Erfolg zu werten. «Es kütt wie et kütt», pflegen die Kölner zu sagen. Für sie wird aller Voraussicht nach nun bald einmal die Relegation kommen. Von einem angenehmen Ende dieser missratenen Meisterschaft ist der Traditionsclub noch weit entfernt.

Hertha BSC vor dem Absturz

Otto Rehhagel hatte das Heimspiel gegen Kaiserslautern zur wichtigsten Partie der Saison erhoben. Die Parolen des 73-Jährigen verhallten offenbar ungehört. Die Hertha unterlag dem Tabellenletzten 1:2. «So kann man die Klasse nicht halten. Das ist zu wenig», kommentierte Manager Michael Preetz den miserablen Auftritt der Berliner. Für die Pfälzer kam der erste Sieg nach 21 Runden zu spät: Der FCK steigt nach 1996 und 2006 zum dritten Mal ab. Nach aktuellem Stand wird Hertha BSC den Roten Teufeln folgen. (si)

Erstellt: 21.04.2012, 18:26 Uhr

Artikel zum Thema

Die Bayern bleiben im Meisterrennen

Weil die Bayern in extremis bei Werder Bremen mit 2:1 gewannen, steht Borussia Dortmund noch nicht als deutscher Meister fest. Kaiserslautern steigt definitiv ab. Mehr...

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Blogs

Mamablog Haben Sie Ihr Kleinkind aufgeklärt?

Geldblog So geht Altersvorsorge für Selbstständige

Die Welt in Bildern

Animalische Athletik: Ein Tiertrainer im Zoo von Sanaa, Jemen, reizt eine Löwin so sehr, dass sie wortwörtlich die Wände hochgeht. (Januar 2020)
(Bild: Mohamed al-Sayaghi) Mehr...