«Doumbia lässt sich bestimmt nicht hängen»

Vor dem YB-Heimspiel gegen GC (17.45 Uhr, Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtet live) verteidigt der YB-Trainer die Ivorer Seydou Doumbia und Gilles Yapi und spricht über den Leistungsabfall der Berner.

Die zwei wichtigsten YB-Spieler: Trainer Vladimir Petkovic ist überzeugt, dass Seydou Doumbia (links) und Gilles Yapi für YB bis Ende Saison noch stark spielen werden.

Andreas Blatter

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Vladimir Petkovic, warum wird YB Schweizer Meister?
Vladimir Petkovic: Weil wir auch im Moment viele Punkte holen und gestärkt aus dieser schwierigen Phase herausgehen werden. Selbst wenn die Qualität unserer Leistungen derzeit nicht überragend ist, so sind wir doch weiter auf einem guten Weg.

Auch der FC Basel überzeugt...
...nicht, ja, das stimmt. Niemand ist derzeit in einer herausragenden Form. Auch GC nicht, obwohl das Team zuletzt viermal in Folge gewonnen hat. Ich habe den 2:0-Sieg von GC gegen Sion am Mittwoch am TV gesehen, das war keine ausserordentliche Vorstellung. Wir werden sicher nicht nervös.

Warum spielt YB nicht mehr so stark wie in der Vorrunde?
Das hat viele Gründe. Einerseits sind wichtige Spieler nicht in Topform, andererseits haben wir viele verletzte oder kranke Spieler. Und nicht zuletzt agieren die Gegner gegen uns sehr defensiv. Xamax und Sion wollten in den letzten beiden Partien ja gar nicht spielen, beide haben nur zerstört. Da ist es nicht einfach für uns.

Wäre Gilles Yapi in der Verfassung des letzten Herbsts, würde wohl vieles leichter fallen.
Yapi ist ein sehr guter Fussballer. Aber auch er ist derzeit nicht in bester Form. Zudem war er auch noch verletzt und fiel einmal mit Magen-Darm-Grippe aus.

Ist Yapis Wechsel Ende Saison zu Basel eine Belastung für YB?
Nein, das ist bloss in der Öffentlichkeit ein Thema. Intern wird das überhaupt nicht diskutiert. Ich gehe streng nach dem Leistungsprinzip vor. Und wenn es bessere Spieler als Yapi hat, dann sitzt er eben auf der Bank.

Dennoch: Die Konstellation ist unglücklich. Würde Yapi in der nächsten Saison mit Basel in der Champions League spielen, wäre das für ihn sehr reizvoll.
Solche Gedanken führen zu weit und sind auch menschlich nicht in Ordnung. Natürlich wäre es besser, wenn Yapi zu Liverpool wechseln würde. Und sobald ich merke, dass einer nicht voll mitzieht, dann landet der Spieler auf der Tribüne. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass Yapi gegen uns arbeiten würde.

Warum erreicht Seydou Doumbia seine Bestform nicht?
Der Junge hat schwierige Wochen hinter sich. Er hat einen wunderbaren Vertrag bei ZSKA Moskau abgeschlossen, das muss man zuerst einmal verarbeiten. Ich bin überzeugt, dass Doumbia für uns bald schon wieder Tore erzielen wird. Er lässt sich bestimmt nicht hängen. Und an die WM will er mit der Elfenbeinküste auch. Der neue Nationaltrainer wird sicher einige Partien von uns im Frühling anschauen. Um Doumbia mache ich mir keine Sorgen.

Sind Sie enttäuscht, weil YB in den letzten Wochen kritisiert wurde und die Ansprüche an Ihr Team sehr hoch geworden sind?
Ja, ich bin enttäuscht und finde das ein bisschen ungerecht. Wir haben nach 24 Partien 53 Punkte, das ist eine sensationelle Ausbeute. Wir haben von den letzten fünf Spielen vier gewonnen, auch das ist gut. Ich verstehe, dass man schreibt oder sagt, YB spiele nicht mehr so attraktiv wie in der Vorrunde. Aber ich verstehe nicht, warum immer wieder versucht wird, Unruhe bei uns zu verbreiten.

Wie meinen Sie das?
Es gibt Medien, die versuchen seit Monaten, uns zu provozieren. Wahrscheinlich will man keinen Alleingang von uns, das wäre ja langweilig. Aber solche Störmanöver machen uns nur noch stärker, die Spieler rücken näher zusammen.

Mit Yapi und Doumbia verlassen YB Ende Saison die zwei besten Einzelspieler. Wie weit sind die eigenen Transferplanungen?
Wir sind regelmässig am Diskutieren und verhandeln auch mit Spielern. Wir haben Profile erstellt und wissen, welche Akteure wir verpflichten wollen. Auf unserer Liste stehen mindestens 50 Spieler. Aber es ist erst Mitte März, wir haben noch Zeit.

Kann man sagen, dass Sie einen Abwehrspieler auf dem Niveau Emiliano Dudars, einen Nachfolger für Yapi als Regisseur und einen neuen Stürmer als Ersatz für Doumbia verlangen?
Fussball ist nicht immer ein Wunschkonzert. Aber klar, ich möchte in jeder Reihe eine Verstärkung, wir haben mit YB viel vor und möchten den Verein international etablieren.

Ist der Berner Christoph Spycher von Frankfurt ein Thema für YB?
Spycher ist ein sehr erfahrener Spieler mit Leaderqualitäten. Er hat viele Länderspiele bestritten und kann zentral oder auch auf der linken Seite eingesetzt werden. Er ist sicher ein sehr interessanter Fussballer für uns.

Rechnen Sie damit, dass der starke Torhüter Marco Wölfli bleibt, wenn YB Meister wird und damit die Aussichten auf die Champions League gut sind?
Das ist schwierig zu sagen. Im Fussball kann in kurzer Zeit viel passieren. Wenn ein Spieler uns ins Ausland verlassen will, dann tut er das auch. Wir müssen bereit sein und auf jeder Position Alternativen im Hinterkopf haben. Dafür haben wir ja eine Scoutingabteilung. Wölfli spielt wirklich eine sehr gute Saison, und es wäre sehr schön, wenn er auf unserem Weg weiter dabei wäre. Doch jetzt zählen nur die zwölf Spiele bis Ende Saison.

Erstellt: 20.03.2010, 15:34 Uhr

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