Ein Feuerwerk auf und neben dem Platz

Die Grasshoppers mussten beim 3:3 gegen den FC Sion den Ausgleich in der Nachspielzeit hinnehmen.

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Es war bereits die 92. Minute angelaufen, als ein letzter langer Ball in den Zürcher Strafraum geschlagen wurde. Jahic war einen Moment lang unaufmerksam, und Sions Pa Modou erzielte mit einem harten Schuss den kaum mehr geglaubten Ausgleich zum 3:3. Erst kurz zuvor hatte Caio zunächst clever gegen Rüfli einen Penalty herausgeholt und danach das vermeintliche Siegestor für GC erzielt. Es wäre der dritte Sieg in Folge gewesen. Trainer Michael Skibbes Enttäuschung danach war verständlich: «Dieses Unentschieden fühlt sich wie eine Niederlage an.» Der Deutsche musste aber gleichzeitig auch konstatieren: «Vom Spielerverlauf her war das Resultat gerecht. Es gab Torgelegenheiten hüben wie drüben.» Es hätte aber nicht viel gefehlt und die Grasshoppers wären ganz um ihren Lohn gebracht worden – wegen eines Teils ihrer unverbesserlichen Anhänger. Diese hatten wiederholt aus ihrem Sektor Pyros aufs Feld abgefeuert und damit die Sicherheit der Partie gestört. Die zuvor mehrfach ausgestrahlten Warnungen vom Tonband waren von den Fans ignoriert worden.

In der 64. Minute aber hatte Schiedsrichter Amhof genug – er bat die beiden Teams in die Kabine und stellte klar: Beim nächsten Pyro wird die Partie abgebrochen. Diese Botschaft verkündeten dann auch Trainer Skibbe und Sportchef Axel Thoma direkt vor den GC-Fans. Erst dies hatte Wirkung. «Wir verurteilen das Handeln dieser Anhänger und sind natürlich auch ein Stück weit enttäuscht über das Verhalten», sagte Skibbe später.

Super-League-Debüt für den jungen Sion-Goalie Da Silva

Es war auch ohne Feuerwerk eine ereignisreiche Partie. GC war zunächst mit der ersten Abschlussgelegenheit durch Ravet in Führung gegangen (24.), geriet später jedoch nach einer schönen Direktabnahme von Christofi (32.) und einem etwas hart gepfiffenen Handspenalty durch Pa Modou kurz nach der Pause 1:2 in Rückstand (49.). Die Reaktion der Zürcher blieb aber nicht aus. Nur zwei Minuten später lenkte Dabbur einen Schuss von Salatic unhaltbar für den jungen Super-League-Debütanten Da Silva ins Tor. Der Torhüter Nummer 3 der Walliser war dem ehemaligen GC-Junioren Steven Deana vorgezogen worden, der zuletzt nicht immer einen sicheren Eindruck hinterlassen hatte und damit mitverantwortlich war für die seit Anfang Oktober anhaltende Walliser Baisse ohne einen Sieg. Diese Serie konnte der Tabellenvorletzte zwar nicht stoppen. Er durfte aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte, mit Chancen von Carlitos (58.) und Lacroix (60.) sowie dem späten Ausgleichstor, mit der Ausbeute dennoch zufrieden sein. «Die Mannschaft hat nie aufgesteckt», freute sich Sions Trainer Jochen Dries. Die Lage hat sich aber wegen des Sieges von Luzern trotzdem verschlechtert.

Erstellt: 29.11.2014, 23:53 Uhr

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