Ein Tag zum Vergessen für den FC Basel

Schnitzer in der Abwehr, fehlende Präzision im Angriff – beim FC Basel passte gegen den FC Luzern nicht viel zusammen. So bitter das 0:3 ist, der Leader kann die erste Heimniederlage der Saison verschmerzen.

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Bisher war die Doppelbelastung mit der Europa League kein Problem für den FC Basel. Im Gegenteil, durch die internationalen Erfolgserlebnisse schienen sich die Basler zusätzliche Energie für das nationale Geschäft zu holen. Doch in dieser Woche erlebt der Schweizer Meister die Schattenseiten der kräftezehrenden Saison. Nachdem am Donnerstag Chelsea der schönen europäische Heimserie der Ungeschlagenheit ein Ende bereitete, doppelte der FC Luzern in der Super League nach. Jene Serie, die das Team von Carlos Bernegger beendete, war sogar um einiges länger: Seit dem 25. Mai 2012, dem letzten Spieltag der vergangenen Saison (1:2 gegen YB) waren die Basler zu Hause ohne Niederlage geblieben.

Bernegger könne ihn nicht überraschen, hatte Yakin im Vorfeld dieser Partie noch gesagt. Nun, hinsichtlich Aufstellung und Taktik mag dies stimmen. Dass sich sein Team aber derart auskontern lässt, damit hat Yakin aber sicher nicht gerechnet. «Wir sind bitter erwischt worden», gesteht der FCB-Trainer ein. «Wir wussten, dass 90 Minuten in Basel sehr sehr lange sein können. Darauf waren wir vorbereitet», erklärt Bernegger den ersten Luzerner Sieg seit fast drei Jahren.

Defensive Schnitzer

Ausgerechnet Daniel Gygax, der unter Bernegger wieder zum Fixstarter wurde, stellte die Weichen auf Sieg für seinen FCL. Bei seinem Konter in der 14. Minute stand Philipp Degen Pate, der erst den Ball verlor und dann den Pass von Tomislav Puljic auf Gygax nicht unterbinden konnte. Dieser bezwang Sommer mit einem halbhohen Schuss ebenso sicher wie eine knappe Spielstunde später Adrian Winter. Auch bei dessen K.o.-Schlag zum 0:3 machte ein Basler eine unglückliche Figur: Aleksandar Dragovic rutschte der Ball zwischen den Beinen hindurch. Dazwischen hatte Xavier Hochstrasser davon profitiert, dass Geoffroy Serey Die nicht nahe genug bei ihm stand. Die Befreiungsaktion von Joo Ho Park kurz vor der Pause wurde für ihn zur Vorlage, und er schlenzte das Leder stilsicher ins hohe rechte Eck.

«Bei uns ist vieles nicht aufgegangen», sagte Yakin nach dem Spiel. Seine Aussage gilt für Defensive und Offensive gleichermassen. Die Gäste überliessen dem FCB die Feldüberlegenheit, wohl weil sie bald merkten, dass den Baslern auf den letzten zwanzig Metern vor dem Tor die Präzision abhanden kam. Fabian Frei kam einem Tor in der 63. Minute am nächsten. Sein Flachschuss prallte aber ins Feld zurück. Auch der mit Abstand beste Basler konnte den freien Fall nicht aufhalten. Der Rest war ertragsloses Anrennen. «Die zweite Halbzeit war etwas besser. Nach dem 0:2 haben wir alles probiert. Aber das Resultat stimmt. Der Gegner war heute aggressiver und besser drauf», anerkannte Yakin neidlos, der wegen muskulärer Probleme auf Captain Marco Streller verzichteten musste.

Schmaler Grat

Die Situation an der Tabellenspitze bleibt also spannend. «Wir sind enttäuscht. Wir wollten von der Niederlage der Grasshoppers profitieren», meinte Yakin. Diese Chance haben die Basler verpasst – mehr ist aber auch nicht passiert. Der Vorsprung auf GC beträgt nach wie vor drei Punkte. Doch der Meister tut gut daran, nächste Woche in Sion wieder zum Siegen zurückzukehren, denn der Grat zwischen einer überragenden und einer titellosen Saison ist schmal. Nach der «Heimwoche» gegen Chelsea und Luzern folgen nächste Woche zwei schwäre Auswärtsspiele in London und Sion. «Es wird uns nichts geschenkt», sagte Yakin. Man darf gespannt sein, ob er den Fokus nun darauf legt, das «Wunder von London» zu schaffen oder alles daran setzt, am Sonntag im Tourbillon zu siegen.

FC Basel - FC Luzern 0:3 (0:2) St.-Jakob-Park. – 28'440 Zuschauer. – SR Bieri. – Tore: 14. Gygax (Puljic) 0:1. 44. Hochstrasser (Winter) 0:2. 70. Winter (Rangelov) 0:3.
Basel: Sommer; Philipp Degen, Sauro, Dragovic, Park (46. Steinhöfer); Serey Die (46. Zoua), Fabian Frei; David Degen (63. Salah), Diaz, Stocker; Bobadilla.
Luzern: Zibung; Sarr, Stahel, Puljic, Thiesson; Renggli (60. Wiss), Hochstrasser; Winter (87. Muntwiler), Kasami (60. Rangelov), Andrist; Gygax.
Bemerkungen: 17. Sommer lenkt Kopfball von Winter an den Pfosten. 63. Pfostenschuss Frei. FCB ohne Elneny, Streller (beide geschont) und Yapi (nicht im Aufgebot), Luzern ohne Hyka und Lezcano (beide verletzt). Verwarnungen: 65. Sauro (Foul). 76. Puljic (Foul). 80. Zoua (Unsportlichkeit).
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.04.2013, 16:55 Uhr

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Super League

36. Runde

02.06.FC Basel 1893 - FC St. Gallen4 : 1
02.06.FC Lugano - FC Luzern0 : 1
02.06.FC Sion - Grasshopper Club1 : 1
02.06.FC Vaduz - FC Thun1 : 3
02.06.BSC Young Boys - FC Lausanne-Sport2 : 0
Stand: 02.06.2017 22:38

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.FC Basel 189336268292:3586
2.BSC Young Boys36209772:4469
3.FC Lugano361581352:6153
4.FC Sion361561560:5551
5.FC Luzern361481462:6650
6.FC Thun3611121358:6345
7.FC St. Gallen361181743:5741
8.Grasshopper Club361081847:6138
9.FC Lausanne-Sport36981951:6235
10.FC Vaduz36792045:7830
Stand: 02.06.2017 22:39

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