Ein gelungener Abend für Hitzfeld und die Schweizer Nati

Die Hauptprobe vor dem Start zur WM-Qualifikation ist geglückt: Die Schweizer Fussballer gewannen ihren Test in Split gegen Kroatien verdient mit 4:2. Trainer Ottmar Hitzfeld zeigte sich auch zufrieden.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das 1:0 für die Schweiz schoss Granit Xhaka in der 11. Minute. Der Neuzuzug von Borussia Mönchengladbach profitierte bei seinem zweiten Länderspieltor von einem Abpraller nach einem Schuss von Stephan Lichtsteiner. Aus elf Metern versenkte Xhaka den Ball im Netz. In der 20. Minute glich Eduardo Da Silva für die Kroaten mit einem sehenswerten Drehschuss aus. Die Verteidiger Ricardo Rodriguez und Steve von Bergen sahen dabei nicht gut aus.

Das 2:1 erzielte mit Tranquillo Barnetta ein weiterer Bundesliga-Profi. Der Schalker reagierte nach einem Pfostenschuss von Xherdan Shaqiri am schnellsten und schob in der 37. Minute zur erneuten Führung für die Schweizer ein. Nach erneuter Vorarbeit von Shaqiri kam in der 51. Minute der eingewechselte Mario Gavranovic zu seinem ersten Tor in der A-Nationalmannschaft. Eine halbe Stunde später – und dem zwischenzeitlichen 2:3 durch Eduardo Da Silva – doppelte der FCZ-Stürmer mit kroatischen Wurzeln nach.

Schweizer gefallen in der Offensive

Fünf Tore gegen Deutschland im Mai, vier Treffer jetzt in Split gegen EM-Teilnehmer Kroatien, die Nummer 9 im Fifa-Ranking: Es scheint, als hätten die Schweizer – angeführt vom lange Zeit überragenden Xherdan Shaqiri – plötzlich den Offensiv-Fussball entdeckt. Zehn Tore in vier Länderspielen in diesem Jahr sind eine beachtliche Ausbeute. Im Hinblick auf die WM-Qualifikation zählt das natürlich nichts. Aber es tut der Mannschaft gut, zu sehen, dass sie kann, was ihr zuvor lange Zeit abgesprochen worden war: Tore schiessen und die Leute unterhalten.

Während die Schweizer Schwung holten für die anstehenden Pflichtspiele im Herbst, verärgerten die Kroaten ihren Anhang völlig. Weitgehend lustlos, und vor der Pause auch ohne die Top-Spieler Luka Modric und Ivan Perisic, spulten sie das Pensum ab. Gellende Pfiffe waren die Quittung für einen gründlich misslungenen Start unter dem neuen Trainer Igor Stimac.

Die Genugtuung von Hitzfeld und Gavranovic

Gegenüber SRF zeigte sich Trainer Ottmar Hitzfeld gelassen, aber sichtlich zufrieden. «Für uns ist es immer wichtig, dass wir nach 90 Minuten ein Spiel positiv abschliessen können. Aber auch, dass wir Fortschritte erzielen, dass wir unser Spiel konsolidieren und letztlich auch Spielpraxis sammeln.» Positiv fiel dem Coach auf, dass seine Mannschaft immer versuchte, im Ballbesitz zu bleiben. «Und sehr gut waren die vielen Positionswechsel, die wir uns ja vor der Partie auch vorgenommen hatten.» Hitzfeld gefiel auch, wie Shaqiri oft im zentralen Mittelfeld die Fäden zog. Und er erwähnte auch die gelungenen Vorstellungen von Xhaka und Gavranovic. «Es ist immer gut, über Spieler im Team zu verfügen, die Tore schiessen können», meinte Hitzfeld zum zweifachen Torschützen Gavranovic. Überhaupt sei es von Vorteil, dass er jetzt nicht nur über elf, sondern über 16 Spieler verfüge, die er jederzeit einsetzen könne. «Der Konkurrenzkampf im Sturm ist offen, ich habe mit Gavranovic eine valable Alternative zu Eren Derdiyok.» Der Neo-Hoffenheimer Derdiyok hatte ja wegen muskuläre Probleme für den Test in Split absagen müssen.

Die Freude von Doppeltorschütze Gavranovic hielt sich nicht nur auf dem Platz in Grenzen. «Es war schon etwas Spezielles für mich, gegen mein Heimatland zu spielen. Ich liebe Kroatien, deshalb konnte ich auch nicht gross jubeln nach meinen Treffern.» Der Abend war für ihn auf jeden Fall ein freudiges Ereignis. «Ich freue mich sehr, wieder in der Schweizer Nationalmannschaft spielen zu können. Ich habe versucht, mich ganz auf meinen Einsatz zu konzentrieren. Das ist mir auch gelungen. Und natürlich bin auch stolz, dass ich zweimal getroffen habe.» Der Forward des FC Zürich gab die Blumen an seine Teamkollegen weiter. «Wir haben generell ein gutes Spiel gezeigt», sagte der Ex-Bundesliga-Profi gegenüber SRF.

Kroatien - Schweiz 2:4 (1:2)
Poljud-Stadion, Split. - 10'000 Zuschauer. - SR Damato (It). - Tore: 11. Xhaka (Lichtsteiner) 0:1. 20. Eduardo (Srna) 1:1. 37. Barnetta (Shaqiri/Pfostenschuss) 1:2. 51. Gavranovic (Shaqiri) 1:3. 64. Eduardo (Perisic) 2:3. 81. Gavranovic 2:4.
Kroatien: Pletikosa; Srna, Corluka (46. Vida), Maloca, Pranjic; Badelj (60. Vukojevic), Rakitic; Kranjcar (46. Kranjcar); Eduardo (67. Modric), Mandzukic (46. Vukusic), Olic (46. Strinic).
Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner (46. Fernandes), Djourou, Von Bergen, Rodriguez (62. Ziegler); Behrami (46. Gavranovic), Inler (46. Dzemaili); Shaqiri, Xhaka, Barnetta (46. Stocker); Mehmedi (88. Emeghara).
Bemerkungen: Schweiz ohne Senderos, Derdiyok und Klose (alle verletzt). Schweizer Ersatzspieler: Wölfli, Affolter. 37. Pfostenschuss von Shaqiri (Barnetta verwertet den Abpraller. 62. Lattenschuss von Vukusic.

Erstellt: 15.08.2012, 22:51 Uhr

Artikel zum Thema

Der Liveticker zum Spiel Kroatien - Schweiz

Die Schweizer Fussballer haben ihren Test in Split gegen Kroatien verdient mit 4:2 gewonnen. Mario Gavranovic zeichnet sich mit zwei Treffern aus. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete live. Mehr...

«Derdiyok ist kein Drückeberger»

Yakins Standpunkt Hakan Yakin begleitet als Kolumnist für Tagesanzeiger.ch/Newsnet die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft. Vor dem heutigen Test in Kroatien geht es auch um die Absage von Eren Derdiyok. Mehr...

Paid Post

Grosser Sammelspass für die ganze Familie

Perfekt für kalte Wintertage: Bei jedem Einkauf Marken sammeln und gegen exklusive «Disney Winterzauber»-Prämien von Coop eintauschen!

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Nichts wie weg: Ein Känguru flieht vor den Flammen in Colo Heights, Australien, die bereits 80'000 Hektaren Wald zerstört haben (15. November 2019).
(Bild: Hemmings/Getty Images) Mehr...