Eindrückliches Testergebnis bei Neymars Gehirn-Scan

Wenn Brasiliens Superstar Neymar seine Gegner zu Statisten degradiert, spricht das für eine hohe Fussballintelligenz. Japanische Neurologen fanden heraus, was in seinem Gehirn wirklich vorgeht.

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Offenbar ist Neymar, der Torjäger der Seleção und des FC Barcelona, ein neurologisches Phänomen. Nach Angaben japanischer Neurologen funktioniert Neymar während Fussballspielen nämlich wie auf Autopilot. Im Februar vorgenommene Gehirn-Scans ergaben, dass die Gehirnaktivität bei Neymar beim Dribbeln und Umtänzeln seiner Gegner weniger als zehn Prozent der Aktivität beträgt, die ein Amateurkicker in ähnlichen Situationen zeigen würde.

Eine Erklärung für das sensationelle Testergebnis könnten genetische Faktoren oder die Art des Trainings sein, sagte der Wissenschaftler Eiichi Naito am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Für ihre in der Fachzeitschrift «Frontiers in Human Neuroscience» veröffentlichte Studie massen Naito und sein Team im Februar die Gehirnaktivität von Neymar sowie anderer Sportler bei verschiedenen körperlichen Tests. Die Ergebnisse zeigten, dass der 22-jährige Brasilianer beim Fussballspielen nur «sehr geringe neuronale Ressourcen» in den für die Fussbewegungen zuständigen Hirnregionen beanspruche.

An WM half Neymar auch Autopilot nichts

Der Zeitung «Mainichi Shimbun» sagte der Neurologe, eine reduzierte Gehirnaktivität bedeute eine geringere Belastung des Gehirns. Dem Fussballspieler sei es dadurch möglich, gleichzeitig verschiedene komplexe Bewegungen zu vollführen. «Wir glauben, dass ihm das die Fähigkeit zu seinen Tricks verleiht», erklärte er mit Blick auf Neymar.

Allerdings: Als Neymar im WM-Viertelfinalspiel nach einem Zusammenprall mit dem Kolumbianer Zúñiga einen Bruch des 3. Lendenwirbels erlitt und für den Rest des Turniers Forfait erklären musste, konnte ihm auch sein Autopilot im Gehirn nicht helfen. Der Gegner kam nämlich von hinten, was Neymar weder sehen noch ahnen konnte.

(TN/AFP)

Erstellt: 25.07.2014, 13:14 Uhr

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