Er stellt die Mega-Transfers in den Schatten

Haben Sie schon von Patrick Cutrone gehört? Der hat bei der AC Milan einen regelrechten Schnellstart geschafft.

Verblüfft ganz Italien: Milans Nachwuchsstürmer Patrick Cutrone.

Verblüfft ganz Italien: Milans Nachwuchsstürmer Patrick Cutrone. Bild: Luca Bruno/Keystone

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Dass er etwas Besonderes ist, wussten sie im Club schon vor diesem Tag Mitte Juli. Die AC Mailand ist auf Asientournee, in einem Test trifft sie auf Bayern München – mit seinen vielen bekannten Namen.

Auch die Mailänder sind topbesetzt, nur in der Offensive, da stürmt ein Unbekannter. Sein Name: Patrick Cutrone, 19-jährig, ein waschechter Milanista mit einem überschaubaren Leistungsausweis von fünf Serie-A-Minuten.

Wird man dereinst den Startschuss dieser vielversprechenden Karriere rekapitulieren, ist dieser Julitag ein Teil der Erzählung. Ein furioses Milan gewinnt 4:0, Cutrone trifft doppelt. Es ist der Beginn einer Geschichte, die man diesen Sommer so in Mailand nicht erwarten konnte. In diesem Sommer, in dem der Club vor allem durch seine Transferaktivität Erwartungen schürte.

200 Millionen gab Milan für neue Spieler aus. Zwei der drei teuersten Transfers der Vereinsgeschichte wurden diesen Sommer getätigt. 42 Millionen für Juves Leonardo Bonucci. 38 Millionen für Portos André Silva. In den Schlagzeilen steht gegenwärtig aber vor allem einer: Cutrone, das Eigengewächs.

Der Inzaghi-Vergleich

Sechs Pflichtspiele hat er bisher für die Lombarden absolviert, vier in der Europa-League-Qualifikation und zwei in der Serie A. Seine Ausbeute ist mit vier Toren und zwei Assists mehr als ansprechend. Aber eben, dass der Junge aus Como etwas kann, wussten sie im Trainingszentrum längst.

Im Alter von acht Jahren schloss er sich der AC Milan an. An einem renommierten U-14-Turnier schoss er im Endspiel einmal die Junioren des FC Barcelona ab. Seit der U-15 wird er regelmässig für Italiens Nachwuchs-Nationalmannschaften aufgeboten. In der U-19 der Mailänder erzielte er letzte Saison 43 Treffer in 67 Spielen. Und nun verblüfft es, wie wild und zugleich abgeklärt Cutrone dieser Tage die Serie A erobert.

Selbst Milan-Trainer Vincenzo Montella erzählte jüngst, dass das Eigengewächs ihn überrascht habe. Wie er seinen Körper einsetze. Sein Tempo. Einfach alles. Mauro Bianchesi, ehemaliger Chefscout der AC Milan, sagte unlängst: «Er ist ein eiskalter Torjäger, der mich in gewisser Weise an Pippo Inzaghi erinnert.»

Mittlerweile kann man sich im San Siro längst nicht mehr vorstellen, dass im Sommer tatsächlich darüber diskutiert wurde, ob man Cutrone nicht doch noch eine Saison ausleihen wolle. Diese Frage stellt sich nicht mehr. Trainer Montella sagt: «Er bleibt bei uns.» Gegenwärtig erhält der Youngster gar den Vorzug gegenüber dem teuren Neueinkauf und designierten Star André Silva.

Morata als Inspiration

Patrick Cutrone lebt gerade seinen Traum. Ein Jugendfreund erzählte vor kurzem, wie er und Cutrone als kleine Knirpse in dessen Garten jeweils Fussball spielten und sich gegenseitig Namen von damaligen Milan-Stars gaben. Nun ist er einer von ihnen.

Wenn Cutrone von Vorbildern spricht, nennt er zuallererst stets Alvaro Morata, Chelseas neuer Torjäger. Er sei seine Inspiration. «Er hat herausragende technische Fähigkeiten und weiss immer, wie er sich bewegen muss, um ins Spiel eingebunden zu werden», sagt Cutrone.

Es gibt nicht wenige, die mittlerweile dasselbe über ihn sagen. Bevor Morata diesen Sommer an der Stamford Bridge unterschrieben hat, war er auch bei der AC Milan ein Thema. Doch Morata trauert im Moment niemand nach. Dank Patrick Cutrone, dem Jungen, der die Millionen-Transfers in den Schatten stellt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.08.2017, 16:54 Uhr

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