«Es ist wahnsinnig, dieses Spiel zu verlieren»

Yann Sommer reagierte fast ungläubig auf das Schweizer 0:1 in Kopenhagen. Coach Vladimir Petkovic verteilte Komplimente an seine Spieler.

Wieder Schweizer Abwehrfehler gegen Dänemark: Yussuf Poulsens Tor zum 1:0 in der Schlussphase des Spiels.

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Als Schluss ist in Kopenhagen, mag keiner der Schweiz noch auf dem Platz ein Interview geben. Zu gross ist der Frust nach diesem 0:1, nach dem späten Tor von Yussuf Poulsen (84.) «Es ist wahnsinnig, dass wir dieses Spiel verloren», sagt Goalie Yann Sommer später, nach der Dusche, «wir investierten viel, lieferten einen sehr guten Match ab und besassen Topchancen. Nur ein einziges Mal waren wir nicht zu hundert Prozent konzentriert und wurden dafür bestraft. Dabei müssten wir normalerweise die Sieger sein.» Aber die Dänen haben an diesem Abend mit Kasper Schmeichel einen überragenden Goalie, und dafür gibt es auch ein Kompliment von Sommer: «Er hat ein paar super Paraden gezeigt.»

Coach Vladimir Petkovic ärgert sich zwar über die Entstehung des 0:1, «wir spekulierten in dieser Situation falsch». Aber er findet die Vorstellung seiner Spieler trotzdem gut genug, um hinterher zu gratulieren: «Das haben sie sich verdient. Wir zeigten ein sehr gutes Spiel gegen einen sehr guten Gegner. Es hat auch mit dem gegnerischen Goalie zu tun, dass wir nicht zwei oder gar drei Tore erzielen.»

Eine der vielen Gross-Chancen für die Schweiz: Dänemarks Keeper Schmeichel lenkt Xhakas Schuss an die Latte.

Und was sagt er zum – erneut – späten Gegentor? «Es wurde nach den letzten Spielen kritisiert, dass wir in der Schlussphase zu ängstlich waren, zu defensiv. Diesmal suchten wir aber den Sieg bis zuletzt.» Für Petkovic ist nun eines klar: «Wir müssen Irland besiegen. Und gehen auf jeden Fall positiv an diese Aufgabe heran.

«Immerhin haben die Iren in Georgien nicht gewonnen», sagt Captain Stephan Lichtsteiner, der auch behauptet, vor dem Anpfiff der Schweizer Partie gegen die Dänen nichts vom 0:0 der Iren in Georgien gewusst zu haben.

Lichtsteiner bemüht sich hörbar, positiv zu bleiben. «Das Resultat ist zwar kein Vergnügen», sagt der 35-Jährige, «aber die Leistung war gut.» Und wie erklärt er sich das Problem, dass die Schweiz so oft so späte Gegentore hinnehmen muss? «Das ist eine Kopfsache», antwortet er, «wir müssen diese Sache genau anschauen, klar, aber gleichzeitig dürfen wir jetzt nicht die Ruhe verlieren. Ausserdem gilt es auch zu anerkennen, dass die Dänen einen herausragenden Torhüter hatten.»

Dieser Schmeichel sagt später: «Meine Paraden waren notwendig, weil die Schweiz gut spielte und viel Druck entwickelte. Es war eine harte Partie, und ich bin glücklich, dass ich meinen Beitrag zum Sieg leisten konnte.»

Poulsen: «Nicht das beste Spiel»

Das Schlusswort gehört Yussuf Poulsen: «Wir haben uns in eine super Ausgangslage gebracht. Wir boten gegen die Schweiz zwar nicht das beste Spiel, glaubten aber an den Erfolg. Wir wussten aus dem Hinspiel, dass der Gegner in der Schlussphase defensiv anfällig ist. Darum nahmen wir uns vor, ein Pressing zu betreiben und aggressiv zu attackieren.» Es war das richtige Rezept für die Dänen. (pmb/mrm)

Erstellt: 12.10.2019, 20:51 Uhr

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