Interview

«Es melden sich auch Trainer mit sehr interessanten Namen»

Pascal Zuberbühler ist der neue starke Mann bei Servette. Er spricht über Werte, Christian Gross, auslaufende Verträge und sagt, wie er den Traditionsclub wieder an die Spitze zurückführen will.

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Pascal Zuberbühler, Sie waren schon als Profi ein erfolgsorientierter und ehrgeiziger Mensch. Nach der 0:2-Niederlage von Servette in Lugano müssten Sie als Technischer Direktor von Servette eigentlich erbost sein?
Nein, überhaupt nicht. Weshalb kommen Sie darauf?

Ihre Mannschaft hat im Aufstiegskampf um die Super League wohl die letzte Chance verspielt.
Der Aufstieg ist bei uns zurzeit überhaupt kein Thema.

Weshalb?
Wir müssen hier in Genf zuerst einmal Strukturen und die Basis schaffen, damit wir Kontinuität in den Verein bringen. Dazu müssen wir mit einigen Sachen aufräumen. Es wäre das Schlimmste, wenn wir aufsteigen würden und dabei eigentlich noch gar nicht reif und parat für die Super League wären. Dann wären wir ganz schnell wieder unten und kämen dann vielleicht nie mehr auf die Beine.

Mit was für Sachen wollen Sie denn aufräumen?
Wir haben 28 Spieler im Kader, was für einen ordentlichen Trainingsbetrieb eindeutig zu viel ist. Viele Verträge laufen aus. Wir werden sämtliche Spieler einer genauen Prüfung unterziehen.

Gilt das auch für Trainer Jean-Michel Aeby?
Das gilt auch für ihn, auch sein Vertrag läuft Ende Saison aus.

Könnte Ihr alter Weggefährte Christian Gross ein Thema als Trainer werden in Genf?
Nein, sicher nicht.

Weshalb sind Sie sich da so sicher?
Christian Gross würde nicht in die Challenge League zu Servette kommen. Er hat ganz andere Ambitionen und möchte bestimmt noch lange im Spitzenfussball bleiben. Deshalb brauche ich ihn deswegen erst gar nicht anzurufen. Ich habe im Übrigen unglaublich viele Offerten und Anfragen von Trainern erhalten. Darunter sind auch sehr interessante Namen, die sich melden. Das kann ich Ihnen versichern.

Können Sie uns Namen nennen?
Nein, das mache ich aus Diskretionsgründen nicht.

Wie können Sie es sich erklären, dass offenbar grosse Namen, wie Sie sagen, überhaupt zu Servette kommen wollen?
Das hängt damit zusammen, dass Servette eine grosse Vergangenheit hat und immer noch über unsere Landesgrenzen hinaus sehr wohl bekannt ist. Servette ist in Europa immer noch eine Marke. Der Verein ist immer noch eine sehr, sehr gute und beliebte Adresse, um hier zu arbeiten.

Was fasziniert Sie persönlich an diesem Club?
Ich habe in der Schweiz, Deutschland und in England als Profi gearbeitet. Ich kann Vergleiche anstellen. Und ich kann Ihnen versichern, dass Servette ein Riesenpotenzial hat.

Wie kommen Sie darauf?
Erstens haben wir mit Hugh Quennec einen Präsidenten, der weiss, wie man einen Club nach oben bringt. Er hat es ja als Präsident vom Eishockeyclub HC Genf-Servette innert acht Jahren geschafft, dass Genf wieder eine richtige Eishockeystadt geworden ist. Und das wollen wir auch im Fussball wieder erreichen.

Was macht Sie sonst noch so zuversichtlich?
In Genf hat es unglaublich viele Talente. In unserer Akademie spielen Junge, die ein riesiges Potenzial mitbringen. So etwas habe ich überhaupt noch nie gesehen. Und diese grossen Nachwuchshoffnungen wollen wir kontinuierlich an den Spitzenfussball heranführen und sie behutsam in die erste Mannschaft integrieren. Wie gesagt, in diesem Club ist sehr viel möglich. Im Weiteren ist es Servette sehr wichtig, dass die jungen Spieler Werte wie Respekt, Fairness und professionelles Verhalten vermittelt bekommen. Wir müssen jetzt das Ganze professionalisieren, Strukturen und eine Basis schaffen. Wir müssen uns auch im sportlichen Bereich spielerisch, technisch und taktisch stark verbessern. Um all diese Ziele zu erreichen, bleibt uns gar nichts anderes übrig, als Tag und Nacht hart an uns zu arbeiten. Wir haben noch sehr viel Luft nach oben. Das Projekt Servette gefällt mir ausserordentlich.

Erstellt: 20.03.2014, 10:19 Uhr

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