Entsetzen über antisemitische FCL-Fans

Anhänger des Super-League-Letzten aus Luzern treiben am 15. Februar einen als St. Galler Juden verkleideten Mann vor sich her. Der Vorfall beschäftigt nun die Polizei.

Am Pranger: Die Fans des FC Luzern.

Am Pranger: Die Fans des FC Luzern. Bild: Keystone

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Auf einem Foto, das Luzerner Fans auf der Internetplattform fan-fotos.ch veröffentlichten, ist zu sehen, wie ein als orthodoxer St. Galler Jude verkleideter Mann vor der FCL-Meute hergetrieben wird. Aufgenommen wurde es am 15. Februar vor dem Super-League-Match zwischen den beiden Mannschaften (0:0).

Obwohl das Bild bald wieder vom Netz genommen wird, macht es die Runde, unter anderem bei Storyfilter und in einem deutschen Blog namens Ultrapeinlich. «Weder Karneval/Fasching noch sonst irgendwas rechtfertigt diesen perfiden Antisemitismus», ist dort zu lesen.

«Geschmacklose Aktion in St. Gallen», titelt die «Neue Luzerner Zeitung». Der Club reagierte umgehend. «Der FC Luzern, alle seine Spieler und Funktionäre distanzieren sich in aller Schärfe vom rassistischen Auftritt einiger Personen in St. Gallen. Der Fussball mit all seinen Clubs und der Sport allgemein dürfen nicht für religiöse und politische Propaganda missbraucht werden», heisst es im Statement des FCL.

Gemäss Storyfilter ist es nicht das erste Mal das ein Teil der Luzerner Anhängerschaft durch «primitives Benehmen» auffällt. In der Kurve der Zentralschweizer soll immer wieder ein Schmählied auf die «Juden aus St. Gallen» angestimmt worden sein.

Jonathan Kreutner, Generalsekretär des grössten jüdischen Dachverbandes der Schweiz, sprach gegenüber dem Newsportal Watson von einem «absolut inakzeptablen Verhalten» der Luzerner Schlachtenbummler: «Hier wird ein Jude zum Feindbild stilisiert, um den Gegner zu beleidigen. Ein Jude als Beschimpfung ist weder witzig, noch akzeptabel und hat schon gar nichts mit Fasnacht zu tun.»

Die Polizei untersucht derweil, ob die FCL-Fans gegen die Antirassismus-Strafnorm verstiessen, als sie den als Juden verkleideten Fan vor sich hertrieben. Dionys Widmer, Sprecher der St. Galler Stadtpolizei, sagte, die Aktion sei friedlich gewesen, wahrscheinlich habe es sich dabei um einen Fasnachts-Scherz gehandelt. Die Polizei werte momentan die Aufnahmen der fest installierten Überwachungskameras aus. «Wir untersuchen, ob Personen gegen die sogenannte Antirassismus-Strafnorm, das heisst gegen den Artikel 261 des Strafgesetzbuches, verstossen hat», so Widmer. (ak)

Erstellt: 20.02.2015, 15:58 Uhr

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