FCZ verliert Derby forfait – Klubspitze empört

Das beim Stand von 2:1 abgebrochene Zürcher Derby zwischen GC und dem FCZ wird mit einem 3:0-Forfaitsieg für die Grasshoppers gewertet.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Da das Urteil erstinstanzlich ist, hat der FCZ die Möglichkeit, Protest einzulegen. Man kann davon ausgehen, dass dies auch geschehen wird. Bleibt es beim 3:0-Forfaitsieg für GC, überholt die Mannschaft von Trainer Ciriaco Sforza den Stadtrivalen in der Tabelle. Wie der FCZ wird aber auch GC mit einer Geldstrafe von 50'000 Franken gebüsst. Zudem bleiben beim nächsten Derby mit FCZ-Heimrecht beide Fankurven gesperrt. Der zuständige Richter Daniele Moro bestätigte dies auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

«Keine Provokation rechtfertigt den Wurf von Fackeln in eine Menschenmenge»

Nach Ansicht der Disziplinarkommission der Swiss Football League hat das Beweisverfahren klar ergeben, dass der Referee den Match in erster Linie wegen den Zuschauern auf der Tartabahn und den Unruhen auf der Gegentribüne abbrechen musste. An diesen Vorfällen seien die Anhänger des FC Zürich schuld, für deren Verhalten der Klub einstehen müsse.

Die Kommission stellte fest, dass die FCZ-Fans vom GC-Lager mit den geklauten und beschmierten Klubfahnen massiv provoziert worden seien, die Provokation stelle aber nicht das entscheidende Glied in der Kausalkette zum Spielabbruch dar. Keine Provokation könne den Wurf von brennenden Fackeln in eine Menschenmenge rechtfertigen, heisst es im Urteil.

Bickel spricht von gefährlichem Signal

Für FCZ-Sportchef Fredy Bickel ist der Entscheid ein Ärgernis. «Dieses Urteil ist das falsche und ein gefährliches Signal», so Bickel in einer ersten Stellungnahme. «Ab sofort ist offenbar nicht mehr der Heimklub für die Sicherheit verantwortlich. Wir werden jetzt intern prüfen, ob wir gegen das Urteil Rekurs einlegen.» Ähnlich äusserte sich Klubpräsident Ancillo Canepa: «Das Urteil überrascht mich. Der FCZ wurde gleich dreifach bestraft. Wir müssen nun alles im Detail studieren, ehe wir über das weitere Vorgehen entscheiden.»

GC-Präsident bezeichnet Urteil als konsequent

GC-Präsident Roland Leutwiler kann mit der Entwicklung natürlich weit besser leben. «Dieses Urteil ist konsequent. Die Disziplinarkommission hat den bewussten Angriff auf Leib und Leben durch einen gezielten Petardenwurf stärker gewichtet als eine Provokation. Jede andere Interpretation der Ereignisse hätte mich sehr überrascht. Die Busse werden wir noch genauer analysieren müssen. Auf jeden Fall werden wir aus den Vorkommnissen unsere Lehren ziehen», so Leutwiler.

Das Zürcher Derby vom 2. Oktober im Letzigrund musste abgebrochen werden, weil ein brennender Feuerwerkskörper im Block der GC-Fans gelandet war. Auf den Tribünen kam es zu chaotischen Zuständen, auch Prügeleien zwischen den verfeindeten Fan-Lagern blieben nicht aus. Offizielle und Medien sprachen in der Folge von einer neuen Dimension der Gewalt in Schweizer Fussball-Stadien. Das Duell der beiden Teams ging als «Derby der Schande» in die Geschichtsbücher ein.

Erstellt: 18.11.2011, 09:45 Uhr

Vom Urteil unangenehm überrascht: FCZ-Sportchef Bickel (l.), Präsident Canepa. (Bild: Keystone )

Artikel zum Thema

«Pyros bleiben Bestandteil der Fankultur»

Die FCZ-Fangruppen der Südkurve nehmen erstmals Stellung zu den Vorfällen am Derby und in Rom. Sie wollen beim Einsatz von Pyrotechnik zurückhaltender werden. Ein Verzicht komme allerdings nicht in Frage. Mehr...

Der Richter zog einst beim FCZ die Fäden

Heute Nachmittag um 13 Uhr wird das Zürcher Derby am grünen Tisch angepfiffen. Der Präsident der Disziplinarkommission der Swiss Football League sorgt im Vorfeld für einigen Diskussionsstoff. Mehr...

«Man muss 13 Minuten nachspielen lassen»

Der FCZ und GC stecken im Abstiegskampf. Jeder Punkt zählt. Wie wird das abgebrochene Derby gewertet? Tagesanzeiger.ch/Newsnet sprach vor dem morgigen Nachspiel am grünen Tisch mit Beteiligten, Augenzeugen und Experten. Mehr...

Paid Post

Grosser Sammelspass für die ganze Familie

Perfekt für kalte Wintertage: Bei jedem Einkauf Marken sammeln und gegen exklusive «Disney Winterzauber»-Prämien von Coop eintauschen!

Kommentare

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Fliegende Körner: Ein Bauer erntet Reis auf einem Feld in Nepal. (15. November 2019) A farmer harvests rice on a field in Lalitpur, Nepal November 15, 2019.
(Bild: Navesh Chitrakar ) Mehr...