Fast wie eine Finalissima

Im Gipfeltreffen des ersten Spieltages trifft YB-Trainer Christian Gross heute auf seinen früheren Verein (20.15 Uhr, SF2 live), mit dem er viele Titel gewann.

Der neue YB-Trainer Christian Gross trifft heute Abend auf seine alte Liebe, den FC Basel.

Der neue YB-Trainer Christian Gross trifft heute Abend auf seine alte Liebe, den FC Basel. Bild: Keystone

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Brisanter, spektakulärer, attraktiver könnte die Super League heute nicht in die neue Spielzeit starten: YB trifft auf den FCB; Berner empfangen Basler; Gelb-Schwarz fordert Rot-Blau; der Herausforderer trifft auf den Champion – es ist das Duell der zwei grössten Titelfavoriten. Das Gipfeltreffen der nationalen Riesen wird medial fast wie eine Finalissima behandelt. Ein Hauptgrund dafür ist der neue YB-Trainer Christian Gross, der zwischen 1999 und 2009 während zehn Saisons in Basel gearbeitet und dabei 8 Titelgewinne (4 Meisterschaften, 4 Pokalsiege) gefeiert hatte. «Natürlich freue ich mich auf dieses spezielle Spiel und darauf, meinen Nachfolger Thorsten Fink kennen zu lernen», sagt Gross. «Aber es folgen 35 wichtige Saisonspiele.»

Christian Gross ist spürbar bestrebt, in der Öffentlichkeit nicht noch mehr Emotionen in den von Liga und Schweizer Fernsehen konstruierten Gipfel als Prolog zu tragen. «Ich erwarte eine intensive, enge, gute Begegnung», sagt Gross. «Und ich erwarte, dass wir von Spielbeginn an dominant auftreten werden.»

Frühe Tore als Markenzeichen

Der FCB legte unter Christian Gross ja bemerkenswert oft starke Startminuten mit frühen Toren hin, das soll auch ein Markenzeichen der Young Boys werden. Aber der YB-Coach weist auch auf die Gefährlichkeit des heutigen Gegners hin, auf die «überragenden Stürmer Alex Frei und Marco Streller» und auf den «starken Individualisten Xherdan Shaqiri», der aber möglicherweise nicht in der Basler Startformation stehen wird, weil er erst vor kurzem wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen ist.

Einen Tag vor dem Spitzentreffen hinterlässt Gross am Freitag einen ruhigen, fokussierten Eindruck. Er gibt zu, dass sich YB bei Standardsituationen steigern müsse, vorne wie hinten. «Wir müssen immer konzentriert sein, Details entscheiden.» Sein Vorgänger Vladimir Petkovic gab am Freitag meistens trainingsfrei und weilte bei seiner Familie im Tessin. Gross setzt andere Schwerpunkte; er bittet zum Beispiel jeden Freitag zum Pressegespräch ins Stade de Suisse.

Das Poster im Kinderzimmer

Heinz Schneiter ist am Freitag ebenfalls im Stadion. Der 76-Jährige sitzt ja in Zukunft als «Integrationsfigur» auf der YB-Bank. Es sei eine Ehre für ihn, erklärt der YB-Verwaltungsrat, noch näher beim Team dabei zu sein. «Ich habe am Montag, als Gross die Spieler auf ein Glas Champagner oder Orangensaft ins Restaurant Büner einlud, wieder gesehen, wie der Trainer motivieren und führen kann. Ich spüre das Feuer und glaube, dass wir Erfolg haben können.» Und Gross erklärt schmunzelnd, in seinem Kinderzimmer habe vor 45 Jahren ein riesiges Poster des Nationalspielers Heinz Schneiter gehangen.

Gut und aufgeräumt ist die Stimmung bei YB, und doch kann man sich vorstellen, wie viel Prestige in der heutigen Partie für Gross steckt. Er hat bestimmt mitbekommen, wie in Basel viele schwärmen, unter Thorsten Fink spiele der FCB viel kultivierter als unter ihm – und immer noch erfolgreich. Für Gross zählen nur Titel. Er hätte kaum etwas gegen eine echte Finalissima YB - Basel im nächsten Frühling einzuwenden. Fabian Ruch>

Erstellt: 16.07.2011, 11:25 Uhr

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