Interview

«Favre mag es gar nicht, wenn man ihm mit seinen eigenen Waffen begegnet»

Der Brasilianer Raffael spielt heute mit Dynamo Kiew in den Playoffs zur Champions League gegen Borussia Mönchengladbach. Im Interview sagt er, wie er seinen alten Lehrmeister Lucien Favre austricksen will.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Raffael, was haben Sie für Erinnerungen an Lucien Favre?
Ich habe nur gute Erinnerungen an ihn. Er hat mich damals von Chiasso zum FC Zürich und danach zu Hertha Berlin mitgenommen. Lucien ist ein exzellenter Trainer und ein feiner Mensch.

Was haben Sie von ihm gelernt?
Sehr viel. Er hat mich im fussballerischen und taktischen Bereich stetig weiterentwickelt.

Was verdanken Sie Lucien Favre?
Er hat mich immer gefördert und an mich geglaubt. Zudem habe ich mit ihm beim FCZ zwei Mal den Titel geholt. Das sind meine schönsten Erinnerungen an Lucien. Diese wunderbare Zeit in Zürich möchte ich nicht missen und werde sie auch nie vergessen.

Was zeichnet Favre sonst noch aus?
Er lebt für den Fussball. Es ist ein akribischer Arbeiter. Er weiss genau, was er will. Er ist sehr konsequent. Wenn er eine Entscheidung gefällt hat, zieht er das bis zum Schluss auch voll durch. Er begegnet den Menschen immer offen und ehrlich.

Wie führt er eine Mannschaft?
Er ist sehr hart und auch streng, wenn es sein muss. Aber er findet im Umgang mit den Spielern jedoch stets den richtigen und respektvollen Ton.

Haben Sie Favre auch schon wütend und aufgebracht gesehen?
Während eines Spiels kann er auch schon mal nervös werden. Aber das ist normal bei seinem Temperament.

Was zeichnet Favre taktisch aus?
Er ist sehr intelligent und variabel. Er legt auch in den Trainings viel Wert auf die Taktik. Er pflegt die Details und ist immer akribisch vorbereitet. Er korrigiert die Spieler im Training, wenn ihm etwas nicht gefällt. Da kann er einen Spieler auch schon mal am Ärmel packen und ihm erklären, wie er sich bewegen soll. Während eines Trainings skizziert er seine taktischen Ideen manchmal sogar am Spielfeldrand auf einer Tafel.

Wie erwarten Sie Gladbach im Spiel?
Favre wird die Mannschaft sehr kämpferisch und aggressiv einstellen. Er liebt den dynamischen Fussball.

Was liebt er nicht?
Favre mag es gar nicht, wenn der Gegner die Räume eng macht, kompakt steht und aggressiv dagegenhält.

Also wenn man ihm mit seinen eigenen Waffen begegnet?
Ja, das kann man so sagen.

Wie schätzen Sie die Stärken ihrer neuen Mannschaft Dynamo Kiew ein?
Wir haben ein starkes und routiniertes Team mit sehr guten Einzelspielern.

Was fehlt der Mannschaft noch?
Wir müssen die Automatismen noch verbessern und zusammenwachsen.

Gladbach hat mit Reus, Dante und Neustädter drei wichtige Spieler verloren. Wie sehr schwächt das die Mannschaft?
Die Abgänge wurden unter anderen mit De Jong und Xhaka hervorragend kompensiert. Ich erwarte eine sehr starke Gladbacher Mannschaft.

Erstellt: 21.08.2012, 14:09 Uhr

Artikel zum Thema

Wo stehen Favre und Fink auf der Abschussliste?

In einer Woche startet die Fussball-Bundesliga in die neue Saison. Schon jetzt darf gewettet werden, welcher Coach zuerst seinen Stuhl räumen muss. Mehr...

Die Dechiffriermaschine für Favres Gedanken

Blog Steilpass Dass Dynamo Kiew im Champions-League-Playoff ein Albtraums-Los für Lucien Favre und Gladbach ist, liegt vor allem an einem Spieler. Zum Blog

«Was Favre macht, habe ich noch bei keinem anderen Trainer erlebt»

Der Schweizer Trainer Lucien Favre steckt mit Gladbach in der Saisonvorbereitung. Am bayrischen Tegernsee kommen seine Spieler nicht aus dem Staunen heraus. Mehr...

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Blogs

Never Mind the Markets Wie problematisch sind hohe Leistungsbilanzüberschüsse?

Mamablog Ab auf die Bäume, Kinder!

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sie wollen täglich die besten Beiträge aus der Redaktion?
Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter «Der Morgen».

Die Welt in Bildern

Freie Wahl: Tausende Pro-Choice-Aktivistinnen demonstrieren vor dem Kongress in Buenos Aires und fordern eine Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. (19. Februar 2020)
(Bild: Natacha Pisarenko) Mehr...