Interview

«Favre wollte mich zu Gladbach holen»

Kiews Stürmer Raffael trifft heute im Playoff-Rückspiel der Champions League gegen Gladbach erneut auf seinen Lehrmeister Lucien Favre. Der Brasilianer erklärt, was er vom Spiel erwartet.

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Raffael, lässt sich Dynamo Kiew nach dem 3:1-Sieg in Deutschland noch die Butter vom Brot nehmen?
Gladbach hat eine starke Mannschaft und einen hervorragenden Trainer. Wir müssen auf der Hut sein. Denn die Geschichte des Fussballs hat es immer wieder aufgezeigt, dass im Fussball nichts unmöglich ist. Aber wir werden natürlich alles daransetzen, dass wir uns diesen Vorsprung nicht mehr entgehen lassen.

Welche Wette würden Sie eingehen, dass Kiew nicht ausscheidet?
Ich darf und will auch nicht wetten.

Gladbach steht bereits mit dem Rücken zur Wand. Mit was für einer Reaktion rechnen Sie?
Gladbach hat nichts mehr zu verlieren. Die werden mit Powerfussball à la Lucien Favre alles auf eine Karte setzen und uns von der ersten Sekunde an unter Druck setzen.

Wie wird Kiew gegen dieses Spiel taktisch vorgehen?
Es ist Sache des Trainers, die Taktik herauszugeben. Und wenn ich sie jetzt schon wüsste, würde ich sie auch nicht verraten.

Nicht einmal ihrem grossen Förderer und Mentor Lucien Favre?
Selbstverständlich auch nicht ihm.

Trifft es zu, dass Sie Favres Wunschspieler sind und er Sie zu Gladbach holen wollte?
Ob ich sein Wunschspieler bin, weiss ich nicht. Aber es trifft tatsächlich zu, dass er mich haben wollte. Mein Berater hatte mit Gladbach deshalb auch Kontakt.

Weshalb hat es nicht geklappt?
Das müssen Sie meinen Berater fragen.

Wann hatten Sie letztmals mit Lucien Favre Kontakt?
Wir haben uns vor dem Hinspiel in Deutschland freundlich begrüsst.

Wie haben Sie im Hinspiel den Schweizer Granit Xhaka bei Gladbach gesehen?
Xhaka ist für mich ein sehr interessanter Spieler. Klar, hat er vor dem zweiten Gegentreffer einen Fehler gemacht und den Ball im Mittelfeld verloren. Aber das kann doch jedem passieren. Granit muss sich einfach noch etwas Zeit geben, sich erst einmal an den höheren Rhythmus in der Bundesliga anpasssen und sich an ihn gewöhnen.

Der Schweizer Internationale Admir Mehmedi hat in Kiew einen schweren Stand. Wird er sich durchsetzen?
Bei uns haben alle Spieler eine faire Chance auf einen Stammplatz. Man muss jedoch Geduld haben und jeden Tag hart an sich arbeiten. Wer sich im Training und in den Spielen empfiehlt, wird sich auch durchsetzen. Sehen Sie, auch ich stand im Hinspiel nicht in der Startelf und wurde wie Mehmedi erst als Joker eingesetzt. Aber das darf einen nicht gleich umhauen.

Wie beurteilen Sie die Zukunft von Xherdan Shaqiri bei den Bayern?
Ich habe gehört, dass er einen sehr guten Job macht. Er soll so weiterfahren und hart an sich arbeiten.

Sie haben bisher in der Schweiz und in Deutschland gespielt. Jetzt sind Sie in der Ukraine tätig. Was unterscheidet diese Ligen?
Die Bundesliga ist wahrscheinlich eine der stärksten Ligen der Welt. Das Tempo ist horrend, es braucht eine starke physische Verfassung, um sich durchzusetzen. Die Taktik in Deutschland ist ebenfalls hoch entwickelt. In der Schweiz hat der Fussball leider einen geringeren Stellenwert. Darum ist die Liga auch weniger stark. Es ist für mich noch zu früh, das Niveau in der ukrainischen Liga beurteilen zu können. Ich bin ja noch nicht lange hier.

Erstellt: 29.08.2012, 15:13 Uhr

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