Favres Chef lobt den Schweizer Fussball

Zwanzig Schweizer Fussballprofis spielen mittlerweile in der Liga des Weltmeisters. Der Bundesliga-Manager des Jahres sagt, warum.

Ein erfolgreiches Trio: Gladbachs Manager Max Eberl, Trainer Lucien Favre und Vizepräsident Rainer Bonhof.

Ein erfolgreiches Trio: Gladbachs Manager Max Eberl, Trainer Lucien Favre und Vizepräsident Rainer Bonhof. Bild: Keystone

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Auf dem deutschen Arbeitsmarkt reisst der Zustrom von Fussballern mit Super-League-Hintergrund nicht ab. Keine andere Ausländergruppe ist in der 1. Bundesliga prozentual stärker vertreten. Die grossen FCZ-Talente Nico Elvedi und Djibril Sow liessen sich als 19. und 20. Schweizer Professional ins nördliche Nachbarland transferieren. Zu Borussia Mönchengladbach, wo bereits drei Schweizer Internationale und mit Lucien Favre ein Schweizer Trainer unter Vertrag stehen.

Der Schweizer Faktor der Borussia kommt nicht von ungefähr. Der Gladbacher Manager Max Eberl beobachtet die Entwicklung in der Schweiz seit Jahren. Er hat den «sehr grossen Sprung einer sehr guten Generation nach vorne im letzten Jahrzehnt früh registriert.» Der U-17-WM-Titel 2009 in Nigeria ist für ihn das Ergebnis nachhaltig guter Arbeit: «Das war kein Glück, das war kein Zufall.»

«Die Secondos vergrössern die Perspektiven des Landes»

Die Schweizer hätten nach einer längeren Dürreperiode in den Achtziger- und Neunzigerjahren die Investitionen im Ausbildungssektor angehoben: «Sie haben sich die richtigen Gedanken gemacht, wie die Mängel zu beheben sind. In Deutschland war das nach dem sang- und klanglosen EM-Out 2000 nicht anders – sieben Jahre nach der Schweiz eröffnete auch der DFB Leistungszentren.»

Schweizer Pluspunkte ortet Deutschlands Fussballmanager des Jahres in der soziokulturellen Struktur: «Die Secondos vergrössern die Perspektiven des Landes. Da wachsen interessante, kreative und ehrgeizige Generationen heran.» Der nationale Verband habe «alles mit sehr guten Trainern in die richtigen Bahnen gelenkt», ist Eberl überzeugt.

«Viele kamen nie oben an»

Eberl verschweigt auch nicht, dass die Arbeitnehmer aus der unmittelbaren Nachbarschaft im internationalen Vergleich noch einigermassen erschwinglich sind. Mönchengladbach will konsequent nach günstigen Alternativen Ausschau halten: «Es gibt immer Möglichkeiten, Spieler von der Philosophie eines Clubs zu überzeugen. Viele, die zu früh zu Manchester United, Chelsea oder Arsenal gingen, kamen nie oben an.»

Die Beispiele von Marco Reus oder Granit Xhaka würden verdeutlichen, «dass es sich lohnt, am richtigen Ort den Bundesligaweg einzuschlagen, um dann vielleicht mal zu einem ganz grossen Club zu wechseln. Die Spieler wissen dank guter Beratung, dass sie das grosse Geld eben auch mit einem zweiten Schritt verdienen können.» (tn/si)

Erstellt: 01.07.2015, 10:22 Uhr

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