Fink siegt und beginnt mit den Psychospielchen

Kaum waren die drei Punkte gegen den FC Zürich im Trockenen, machte der Trainer des FC Basel Druck auf die Young Boys.

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Vor den vier Spielen der Young Boys gegen Aarau und Bellinzona hatte Basels Trainer Thorsten Fink angekündigt, dass die Berner keine Punkte liegenlassen würden und damit die Nerven des Titelkonkurrenten geprüft. Nachdem YB dieser Pflicht nachgekommen ist und gegen die beiden letztklassierten Teams das Punktemaximum geholt hat, begann der 42-jährige Deutsche noch im Letzigrund, wo sein Team den FC Zürich 2:1 bezwungen hatte, wieder mit Psychospielchen.

«Die Ausgangssituation ist jetzt sicher so, dass wir jetzt zwei Heimspiele und YB zwei Auswärtsspiele hat», sagte Fink (siehe Video oben). «Und ich denk mal, dass meine Mannschaft viel zu gewinnen hat jetzt. Aber YB hat auch viel zu verlieren. Und das ist der Vorteil, den wir haben.»

«Im Endeffekt hat die Moral gesiegt»

Offensichtlich ist Fink der Ansicht, dass seine Mannschaft im Meisterrennen besser als der Gegner aus Bern mit dem steigenden Druck umgehen kann. Er vertraut auf die Erfahrung und das Selbstvertrauen seines Teams. Die Probleme, die YB gegen Aarau und Bellinzona hatte, und die mentale Verfassung seines eigenen Teams dürften ihn darin bestärkt haben, auch wenn die Basler weiterhin sechs Punkt Rückstand auf den Leader aufweisen. Gegen Aarau hatten Dudar und Doumbia die Nerven verloren und sich Sperren eingehandelt. Und Bellinzona bezwangen die Hauptstädter am Samstag erst in der letzten Minute.

Im kleinen Kreis betonte der ehemalige Bayern-Spieler, der sich am Mittwoch den Einzug seines Ex-Klubs in den Champions-League-Halbfinal gegen Manchester United im Old Trafford angesehen hatte, noch einmal, dass YB mehr Druck verspüren dürfte. Er und seine Mannschaft könnten den Cup - im Final gegen den Challenge-League-Vertreter Lausanne - holen. «Das kann YB nicht mehr.»

«Nicht daran geglaubt? Ich hoffe es nicht»

«Im Endeffekt hat die Moral gesiegt», erklärte Fink den 2:1-Sieg gegen den FC Zürich, bei dem seine Mannschaft einen Rückstand gegen eine «Mannschaft, die Fussball spielen kann», verkraftet hatte. Der Charakter seines Teams sei gefestigt, die Spieler würden an den Sieg glauben. «Das war der einzige Unterschied. Wir glauben an den Sieg.» Beim FCZ sei der Glaube an den Sieg «im Moment nicht ganz so» da. Danach wünschte er dem Rivalen alles Gute und, «dass sie alle Spiele gewinnen.» Die Schweiz brauche einen starken Vertreter im Europacup, so der Basler Trainer. Dass eine Siegesserie des FCZ auch dem FCB im Titelrennen helfen würde, sagte er nicht. Die Zürcher empfangen auch noch die Young Boys.

Man könne sagen, dass der FCB den Sieg verdient habe, sagte FCZ-Trainer Bernard Challandes. Auf die Frage, ob es seinem Team am Glauben an den Erfolg gefehlt habe, antwortete der Romand, der in 14 Versuchen mit dem FCZ noch nie gegen Basel gewonnen hat: «Nicht daran geglaubt? Ich hoffe es nicht, weil mit dem 1:0 lief es für uns. Aber vielleicht fehlte uns etwas. Vielleicht war es die Angst, einmal gewinnen zu können.»

Erstellt: 11.04.2010, 21:09 Uhr

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