Hintergrund

«Forte wäre gerne noch bei uns»

YB-Trainer Uli Forte sprach vor dem ersten Duell gegen seinen Ex-Club GC von einem Spiel der Emotionen. Die Zürcher unterstrichen die Wichtigkeit der Partie mit einer Spielerratssitung kurz vor dem Anpfiff.

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Am Sonntagmorgen sass GC-Trainer Michel Skibbe vor dem 2:1-Sieg in Bern mit seinem Spielerrat bestehend aus Captain Vero Salatic, Torhüter Roman Bürki, Stéphane Grichting, Milan Vilotic und Daniel Pavlovic noch einmal zusammen. «Wir haben noch einmal besprochen, was wir in Bern besser machen wollen. Wir haben uns geschworen, dass wir dieses Spiel unbedingt gewinnen wollen und müssen. Es war eigentlich ein 6-Punkte-Match. Hätten wir verloren, hätten wir bereits einen Rückstand von 9 Zählern auf YB gehabt», erklärt Vero Salatic gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. GC habe im letzten Spiel gegen die AS Fiorentina die erste halbe Stunde verschlafen und zu ängstlich gespielt.

«Der Campus lebt auch ohne Forte weiter»

«Wir wollten mit der kurzfristig angesetzten Sitzung unbedingt erreichen, dass in Bern ein Ruck durch die Mannschaft geht. Wir haben uns auch gesagt, dass gerade wir vom Spielerrat ein Zeichen setzen wollen und Vorbilder sein müssen.» Die Mannschaft habe dann die richtige Reaktion gezeigt. «Wir sind solidarisch aufgetreten. Jeder hat die Fehler des anderen sofort ausgebügelt. Das war der Schlüssel zum Erfolg.» GC habe gegen einen aggressiven Gegner dagegengehalten.

Gemischte Gefühle hatte Salatic beim Wiedersehen mit YB-Trainer Uli Forte, mit dem er in der letzten Saison Vizemeister geworden war und den Cupfinal gewonnen hatte. «Nach dem Spiel hat Uli unsere Nähe gesucht. Er hat jedem einzelnen Spieler gratuliert. Ich denke, er wäre gerne noch bei uns.» Forte sei jetzt aber Vergangenheit. «Natürlich waren wir enttäuscht, dass er uns Hals über Kopf verlassen hat. Doch der Campus lebt auch ohne ihn weiter.» Salatic hat die Atmosphäre im Berner Stade de Suisse genossen. «Es ist für einen Fussballer natürlich die grössere Motivation, wenn er in einer klassischen Arena vor 25'000 Zuschauern als in einem grossen Leichtathletikstadion, wo sich 5000 Fans verlieren, spielen kann. Ich denke, das ist ein klares Ja zu einem neuen Fussballstadion in Zürich.»

«Ich musste kurz sehr laut werden»

Ausgerechnet Goalie Roman Bürki, den YB für 800'000 Franken an GC verkauft hatte, war massgeblich am Zürcher Sieg beteiligt. Er war der Mann des Spiels und brachte die YB-Stürmer zur schieren Verzweiflung. Doch der GC-Goalie geht mit den vielen Komplimenten vorsichtig um. «Ich muss konstant auf diesem Niveau spielen und solche Leistungen abrufen können. Am Donnerstag steht für uns in Florenz ja bereits die nächste schwere Aufgabe auf dem Programm.»

Der Grundstein zum Sieg in Bern sei eigentlich ein Pfostenschuss von YB gewesen. «Auch wenn Michi Freys Schuss nach 20 Sekunden an den Innenpfosten an und für sich schon ein Weckruf war, musste ich kurz sehr laut werden», sagt Roman Bürki gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Das Spiel in Bern sei ein offener Schlagabtausch gewesen. «Beide Teams setzten immer wieder Nadelstiche», so Bürki. Nicht ganz einig geht er mit gewissen Berner Kommentaren. GC habe den Sieg keineswegs gestohlen. «Auch wir hatten durch Gashi, Salatic und Feltscher hochkarätige Chancen, die YB-Torhüter Marco Wölfli zunichtemachte.» Endlich sei die Mannschaft auch bei den in den Trainings einstudierten Standards erfolgreich gewesen. «Das erste Tor fiel nach einem Freistoss, das zweite nach einem Eckball.»

Zum Wiedersehen mit Uli Forte sagt Bürki: «Vor dem Spiel hatten wir keinen Kontakt. Nach der Partie haben wir uns selbstverständlich begrüsst. Uli hat mir zum Sieg und zu meiner Leistung gratuliert. Zuerst wollte er mir scherzeshalber die Hand nicht geben und sagte: ‹Dir gebe ich sie nicht, du hast uns den Sieg geklaut.›» Roman Bürki betont, dass er zu Uli Forte nach wie vor ein gutes Verhältnis habe. «Bei uns ist ihm keiner böse, dass er zu YB gegangen ist. Das war sein gutes Recht und absolut legitim. Er hatte im Vertrag eine Ausstiegsklausel, von der er schliesslich Gebrauch machte.»

Erstellt: 26.08.2013, 13:08 Uhr

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