Video-Interviews

«Für mich war es ein klarer Penalty und Rot»

Der Rempler von FCB-Goalie Yann Sommer gegen Winterthurs Stürmer Kristian Kuzmanovic war die Schlüsselszene des Cup-Halbfinals auf der Schützenwiese. Die Reaktionen der Protagonisten im Video.

«Meiner Meinung nach lief er in mich rein»: Der Winterthurer Kristian Kuzmanovic fühlt sich um einen Penalty gebracht.
Video: Jan Derrer

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Schicksal meinte es nicht gut mit dem FC Winterthur an diesem Sonntag. Erst torpedierte das schlechte Wetter die Cup-Party des Challenge-League-Clubs, dann der Schiedsrichter. Alain Bieri, ansonsten ein untadeliger Leiter der Partie, unterschlug den Winterthurern in der 42. Minute beim Stand von 0:1 einen Penalty, obwohl Basels Goalie Yann Sommer den anstürmenden Kristian Kuzmanovic im Strafraum eindeutig aus dem Gleichgewicht gebracht hatte.

«Ich habe den Ball an ihm vorbeigelegt, meiner Meinung nach lief er in mich rein, für mich war es ein klarer Penalty», sagte der Sohn von FCW-Trainer Boro Kuzmanovic gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Dass er kurz vor dem Schlusspfiff doch noch zu einem Strafstoss anlaufen konnte und diesen souverän zum 1:2-Schlussresultat verwandelte, war für ihn kein Trost: «Das war nur noch Resultatkosmetik, am Schluss ist es natürlich traurig für uns.»

Sommer zeigt sich einsichtig

Andy Egli, der Experte des Schweizer Fernsehens, hatte schon in der Halbzeitpause eindeutig Stellung bezogen: «Der Referee hätte auf Penalty für Winterthur und Rot gegen FCB-Goalie Sommer entscheiden müssen.» Sommer sagte später im Kabinengang, er sei froh darüber, dass nicht er die Entscheidung in der strittigen Szene treffen musste. «Kuzmanovic hat den Ball an mir vorbeigeschoben, das stimmt. Aber ich sehe nicht, wo er ihn hinlegt. Für mich war meine Aktion die einzige Möglichkeit, ihn etwas zu stören. Solche Entscheidungen sind für den Schiedsrichter sehr heikel», so der Schlussmann des siegreichen Favoriten. «Ich stand ganz schön im Schilf. Wenn der Referee gepfiffen und mich vom Feld gestellt hätte, wäre wohl wenig einzuwenden gewesen.»

Sommer sprach von einem schwierigen Spiel für den FC Basel: «Der Platz war tief, aber das war für beide Mannschaften so. Winterthur hat sich wie wir für diesen Halbfinal qualifiziert und ist deshalb eine gute Mannschaft. Dass wir vorne sehr effizient waren und nicht viele Chancen gebraucht haben, war letztlich der Unterschied.» Auch Marco Streller machte den Winterthurern ein Kompliment: «Das ist eine starke Equipe, mit guten Spielern und einem guten Trainer. Es war nicht einfach für uns, und ich bin froh, dass wir im Final stehen.» Basels Gegner ist am 16. Mai in Bern der FC Luzern.

«Basel hatte lange keine Chance aus dem Spiel heraus»

Winterthurs Geschäftsführer Andreas Mösli konnten die warmen Worte der Basler Prominenz nicht trösten. «Ich gehöre nicht zu den Leuten, die gegen den Schiedsrichter schimpfen. Das ist nicht gut, wenn man verloren hat. Für mich war es aber ein ganz klarer Penalty und eine rote Karte, mehr kann ich nicht sagen. Nur hat der Schiedsrichter nicht gepfiffen, also war es nichts», erklärte er.

Der Mannschaft des FCW könne er überhaupt keinen Vorwurf machen, so Mösli. «Wir haben eigentlich das Spiel gemacht, Basel hatte lange keine Chance aus dem Spiel heraus und machte dann das 1:0. Das zweite FCB-Tor war eine Zugabe und nicht mehr relevant. Ich denke, dass wir eine spannendere Schlussphase verdient gehabt hätten. Die Stimmung war aber trotz allem super, gerade wenn man bedenkt, dass es Sonntagnachmittag war und viele vielleicht noch nicht einmal ganz ausgeschlafen waren.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.04.2012, 19:09 Uhr

Bildstrecke

Cup der Hoffnung in Winterthur

Cup der Hoffnung in Winterthur Grosses Publikumsinteresse bei der Partie FCW gegen FCB.

Winterthur - Basel 1:2 (0:1)

Schützenwiese, 8500 Zuschauer (ausverkauft). - SR Bieri. - Tore: 38. Streller (Alex Frei) 0:1. 89. Alex Frei (Shaqiri) 0:2. 93. Kuzmanovic (Foulpenalty, Foul an Freuler).

Winterthur: Leite; Iten, Sereinig, Exouzidis (60. Ritter), Lenjani; Zuffi; Sprunger (85. Antic), Lüscher, Radice (77. Freuler), Kuzmanovic; Bengondo.

Basel: Sommer; Steinhöfer, Kovac, Dragovic, Park; Huggel, Yapi (81. Xhaka); Fabian Frei (71. Shaqiri), Stocker; Alex Frei, Streller.

Bemerkungen: Winterthur komplett. Basel ohne Chipperfield, Philipp Degen, Voser und Pak (alle verletzt). Verwarnungen: 25. Yapi (Foul). 43. Kuzmanovic (Reklamieren). 64. Fabian Frei (Foul). 68. Lüscher (Foul). 94. Alex Frei (Reklamieren).

Artikel zum Thema

Der FCB beendet die Winterthurer Cupträume

Der Schweizer Meister bezwingt den FC Winterthur im Halbfinal mit 2:1 (1:0). Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete live. Mehr...

«Ich war froh, dass er nicht gepfiffen hat»

Der Cup-Halbfinal zwischen Winterthur und Basel war von einer Penaltyszene geprägt. FCB-Torhüter Yann Sommer gibt zu, dass seine Intervention kurz vor der Pause nicht ganz lupenrein war. Mehr...

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Andocken: Ein F-22 Kampfjet der US-Luftwaffe tankt während eines Trainings in Norwegen mitten im Flug. (15. August 2018)
(Bild: Andrea Shalal) Mehr...