GC und der programmierte Erfolg

GC ist nicht nur Leader der Super League, sondern der Konkurrenz auch taktisch voraus. Der Rekordmeister ist weltweit der erste Verein, der die 3-D-Spielanalyse im Clubfussball vorantreibt – dank Schweizer Hightech.

«Es sieht ein bisschen aus wie Playstation. Wir haben sehr viele junge Spieler bei GC, und die sind begeistert»: GC-Assistenztrainer Zoltan Kadar über die Software Liberovision. (Video: Sebastian Rieder)

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Sieben Siege in Serie, ohne Gegentor. Die Grasshoppers sind nach elf Runden das Team der Stunde in der Super League. Auf der Suche nach den Gründen für die Kontinuität auf dem Platz und die Stabilität innerhalb der Mannschaft überrascht GC mit einer speziellen Software. Liberovision heisst die Schweizer Firma, die mit dem gleichnamigen Analysetool alle Spiele der Super League in eine 3-D-Animation aufbereitet und dem Trainerteam der Grasshoppers ungeahnte Möglichkeiten im Coaching eröffnet. «Diese Art der Analyse hilft uns enorm bei der Arbeit mit taktischen Elementen», sagt Chefcoach Uli Forte.

Der grösste Vorteil der neuen Software liegt darin, dass sich Spieler wie Captain Veroljub Salatic noch besser vorstellen können, wie sie sich bewegen müssen. «Es verbessert das räumliche Verständnis», sagt Forte. Im Gegensatz zur antiquierten Taktiktafel schafft das Programm anhand von realen Spielsituationen eine dreidimensionale Übersicht, welche die Spieler vom Theorieraum direkt auf den Platz mitnehmen können. «Das Tool hat den Vorteil, dass wir den Spielern zeigen können, wo sie stehen sollten», sagt Assistenztrainer Zoltan Kadar, der mit dem Pionierprojekt vor vier Monaten bei seinen Spielern für leuchtende Augen sorgte. «Es sieht ein bisschen aus wie Playstation. Wir haben sehr viele junge Spieler bei GC, und die sind begeistert.»

Vom ETH-Spin-off zum globalen Branchenleader

Voller Freude über die Reaktionen zum virtuellen Spiegel der Fussballprofis sind vor allem die Erfinder selbst. «Wir sind stolz, dass unser Tool bei GC so grossen Anklang findet», sagt Stephan Würmlin, CEO von Liberovision. Das Schweizer Start-up-Unternehmen hat wie GC eine erstaunliche Entwicklung hinter sich. Vor fünf Jahren löste sich der ETH-Spin-off von der Hochschule und hat sich seither als Branchenleader für TV-Sportanalyse etabliert. Das ZDF oder auch ESPN setzen in ihren Sportstudios auf die Hightech-Software aus der Schweiz, weltweit sind es über 40 Fernsehstationen, welche die 3-D-Visualisierung im Einsatz haben.

Nach dem Startschuss mit GC hat Liberovision auch in Übersee bei den US-Sportvereinen offene Türen eingerannt. «Diverse Clubs aus der NHL und NFL sind verrückt nach unserem Produkt», so Würmelin. Einer der Gründe für den Erfolg liegt im raschen Nutzen der Software, bei günstigen Konditionen. Den finanziellen Aufwand für die Umwandlung der Fernsehbilder will Liberovision zwar nicht verraten, die Kosten für die Grasshoppers betragen jedoch nur einen Bruchteil dessen, was ein Profi bei GC verdient. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.10.2012, 11:10 Uhr

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«Diese Art der Visualisierung hilft uns enorm»: GC-Trainer Uli Forte.

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