GC zahlt für seinen jugendlichen Leichtsinn

Beim 2:2 in Vaduz können die Grasshoppers zum dritten Mal in Folge nicht gewinnen.

Captain eines knorzenden Teams: Vero Salatic und GC kamen bisher nur bedingt auf Touren.

Captain eines knorzenden Teams: Vero Salatic und GC kamen bisher nur bedingt auf Touren. Bild: Ennio Leanza/Keystone

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Zum Abschied sagt Veroljub Salatic in die kleine Runde: «Die Berichte werden jetzt sicher negativ sein.» Salatic ist Kopf und Captain der Grasshoppers, im November wird er 34. Er ist gekommen, um eine runderneuerte Mannschaft mit seiner Erfahrung zu bereichern. Jetzt steht er in der Tribüne von Vaduz und muss erklären, warum es schon wieder nicht zu einem Sieg gereicht hat. Zuvor hatte es das 0:1 gegen Schaffhausen gegeben und das 2:2 gegen Winterthur. Im Vaduzer Rheinpark kommt das 2:2 dazu.

«Ein Sonntagsschuss», sagt Salatic zum Ausgleichstor, «aus 35 Metern, mindestens.» Die letzten Sekunden laufen, GC ist am Ball, «wir müssen ihn nur weghauen», sagt Uli Forte, der Trainer. Doch Arigoni spielt ihn dem Gegner in die Füsse. Das wird zum Glück für Noah Frick, Sohn von Vaduz-Trainer Mario Frick. Er schiesst und trifft in die tiefe Ecke. «Bitter», befindet Salatic, «wieder zwei Punkte verloren.»

Die dünne Marge

Die Grasshoppers knorzen die ganze Saison schon. Am Anfang gewannen sie wenigstens noch, gegen Lausanne-Ouchy, in Wil und in Aarau. Aber es waren Siege mit denkbar dünner Marge, 2:1, 1:0, 2:1. Gegen Schaffhausen zahlten sie dann für vergebene Chancen, gegen Winterthur ebenso, und am Sonntag in Vaduz ist es so, dass sie mit der ersten Chance durch Ben Khalifa das 1:1 erzielen und mit der zweiten durch Gjorgjev in Führung gehen.

Nach einer niveauarmen ersten Halbzeit sind sie überlegen in der zweiten. Pusic hat zwei gute Chancen, er vergibt sie und damit die Entscheidung. «Der Killerinstinkt» fehle, stellt Forte fest. Und redet dann von jugendlichem Leichtsinn, für den sie zahlen würden. Aber eben, «das müssen wir in Kauf nehmen». Es ist der Weg von GC, diese Saison auf die Jungen zu setzen.

Erste kleine Korrekturen hat der Club in den letzten Tagen zwar gemacht und mit Andreas Wittwer (28) und dem Wandervogel Danijel Subotic (30) zwei ältere Spieler dazu geholt. An der grundsätzlichen Problematik ändert das nichts. Jedenfalls sagt Salatic: «Das sind nicht mehr nur die Jungen, die für ein paar Minuten reinkommen. Jetzt spüren sie die Last, Spiel für Spiel zu bestreiten.» Dass sie Fehler machen, ist eingeplant. Schmerzlich ist das trotzdem.

Erstellt: 01.09.2019, 20:56 Uhr

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