Gedränge im FCB-Zentrum

Murat Yakin überraschte beim 1:1 gegen den FC St. Gallen mit fünf gelernten zentralen Mittelfeldspielern in der Startformation. «Ich vertraue dem Trainer», sagt Fabian Frei.

Ungewohnte Position: Fabian Frei musste gegen St. Gallen lange am rechten Flügel spielen.

Ungewohnte Position: Fabian Frei musste gegen St. Gallen lange am rechten Flügel spielen. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wie immer, seit der FC Basel von Murat Yakin trainiert wird, erstaunt der Blick aufs Matchblatt. Besonders im Mittelfeld tüftelt der Münchensteiner an neuen Varianten und Variationen herum, auch gestern wieder. Gegen St. Gallen standen fünf gelernte Zentrumspieler in der Startformation, was Yakin damit erklärte, dass man Mohamed Salah und Valentin Stocker «nach dieser emo­tionalen Woche» für das Rückspiel des Europa-League-Viertelfinals schonen wollte. Marcelo Diaz hätte er zwar gerne aufgestellt, doch der leide an einer hartnäckigen Wadenzerrung.

Also überraschte Yakin mit Gilles Yapi als linkem und Fabian Frei als rechtem Flügel, Cabral auf der Sechserposition und Geoffroy Serey Die mit Mohamed Elneny im Zentrum. Nach rund einer Stunde musste Yakin dieses Projekt beenden, indem er einen Doppelwechsel vollzog – Bobadilla und David Degen ersetzen Yapi und Serey Die – und Fabian Frei ins zentrale Mittelfeld verschob.

Gilles Yapi und Fabian Frei, Sie agierten bis zur 60. Minute auf den Aussenpositionen, ehe Murat Yakin ein Einsehen hatte und eine Rochade vollzog. Teilen Sie die Ansicht, dass dieses Projekt gescheitert ist?
Gilles Yapi: Ach wissen Sie, ich bin einfach froh, dass ich mal wieder spielen durfte. Natürlich agiere ich lieber auf meiner Position im Zentrum, aber aufgrund der abwesenden Spieler war es gegen St. Gallen nicht anders möglich.

Haben Sie das Mittelfeldkonzept verstanden, Fabian Frei? Sie sollen gemäss einem mannschaftsinternen Intelligenztest 140 IQ-Punkte erreicht haben, Murat Yakins Rotation sollten Sie demnach verstehen können, oder?
Fabian Frei: Ob ich diese IQ-Punkte wirklich habe, weiss ich nicht, es wurde mir einfach so angezeigt (lacht). Am morgendlichen Spaziergang wurden wir über unser Mittelfeldkonzept informiert, und es hat schon die einen oder anderen verwunderten Gesichter gegeben. Aber so kennen wir Murat Yakin, wir sind darauf eingestellt, dass immer etwas Unerwartetes kommt.

Wäre es nicht konsequenter gewesen, Sie wieder auf der Sechserposition spielen zu lassen? Dort haben Sie gegen Luzern und Tottenham überzeugt.
Fabian Frei: Konsequenter vielleicht schon. Aber ob das tatsächlich besser gewesen wäre? Ich weiss es nicht. Aber ich vertraue Murat Yakin, er weiss, was er macht.

Gilles Yapi, zuletzt wurden Sie von Yakin nicht mehr berücksichtigt, gegen St. Gallen hätten Sie sich für einen neuen Vertrag empfehlen können. Sind Sie frustriert, dass Sie bereits nach 60 Minuten das Feld verlassen mussten?
Gilles Yapi: Wie lange ich auch immer spiele, ist egal, wichtig ist, dass ich überhaupt Einsätze erhalte.

Und wie sieht Ihre Zukunft nach dieser Saison aus?
Gilles Yapi: Das ist noch nicht so klar. Über allem stehen die Ziele des FCB, meine Situation ist sekundär.

Am Donnerstag beim 2:2 überzeugte der FCB mit einer erfrischenden Leistung gegen Tottenham, gegen St. Gallen reichte ein schwerfälliger Auftritt zum Punktgewinn. Ist man damit zufrieden?
Gilles Yapi: Es ist auf jeden Fall besser als eine Niederlage. Für uns ist dieses 1:1 gut.
Fabian Frei:Es lag vielleicht diesmal nicht mehr drin. Das Spiel am vergangenen Donnerstag, das holprige Terrain – da ist man mit einem Unentschieden gegen den Dritten der Super League auswärts auch mal zufrieden.

Oder war schlicht die Umstellung von Klasse- (Tottenham) zu Mittelklasse-Gegner (St. Gallen) zu gross?
Fabian Frei: Für mich sicher nicht. Ich spiele gerne in der AFG-Arena, weil hier meine Heimat ist.

Erstellt: 08.04.2013, 09:58 Uhr

Artikel zum Thema

Der FCB mit dem Glück des Tüchtigen

Der FC Basel schont beim 1:1 (0:0) in St. Gallen seine Ressourcen und profitiert von einem Fehlentscheid des Schiedsrichters Alain Bieri. Mit der Punkteteilung können aber beide Mannschaften gut leben. Mehr...

Fabian Frei, die Weiterentwicklung des Staubsaugers

Gegen Tottenham überzeugte FCB-Profi Fabian Frei auf ganzer Linie. Gegen den FC St. Gallen wird er wohl nicht von Beginn an spielen – doch das ist nicht weiter schlimm. Mehr...

Frei macht Basler U-21-Trainer zum Chef in Luzern

Der FC Luzern hat einen Nachfolger für Ryszard Komornicki gefunden. Ab Montag wird bei den Zentralschweizern Carlos Bernegger an der Seitenlinie stehen. Mehr...

Bildstrecke

Die Bilder des Spiels FC St. Gallen - FC Basel

Die Bilder des Spiels FC St. Gallen - FC Basel Der FC Basel kommt in der AFG-Arena mit einem blauen Auge davon. Marco Streller glich Oscar Scariones Führungstor nach nur zwei Minuten zum 1:1-Endstand aus.

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Bitte lächeln: Frankie die Bordeauxdogge stellt sein Löwenkostüm zur Schau. Er nimmt mit seinem Herrchen an der Tompkins Square Halloween Hundeparade in Manhattan teil (20. Oktober 2019).
(Bild: Andrew Kelly) Mehr...