Eine verfahrene Situation

Holland braucht zwei Siege gegen Weissrussland und Schweden und muss ausgerechnet auf Schützenhilfe von Luxemburg hoffen.

Arjen Robben: Der einzig verbliebene Weltklassespieler im Kader Hollands.

Arjen Robben: Der einzig verbliebene Weltklassespieler im Kader Hollands. Bild: Keystone

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An der letzten Weltmeisterschaft in Brasilien begeisterte Holland mit seinem attraktiven, offensiven Fussball und besiegte Titelverteidiger Spanien in der Gruppenphase gleich 5:1. Dreieinhalb Jahre später ist von der Spielfreude und Dominanz des damaligen Halbfinalisten nicht mehr viel zu sehen. Die Holländer stehen kurz davor, nach der EM 2016 auch die WM in Russland zu verpassen.

Sie müssen heute in Weissrussland gewinnen, um sich noch eine kleine Chance auf eine Teilnahme zu wahren. Gleichzeitig müssen sie hoffen, dass Luxemburg nach dem 0:0 gegen Frankreich auch die Schweden ärgert und Schützenhilfe leistet. Wenn Schweden, Frankreich und auch Holland gewinnt, kommt es am Dienstag zum Direktduell um den 2. Rang in der Gruppe A. Ein anderer Grund, der gegen Holland spricht, ist das Torverhältnis, die Schweden sind derzeit um sechs Tore besser. Das heisst, selbst bei einem Sieg der Holländer gegen Weissrussland, und am letzten Spieltag gegen Schweden, könnte es immer noch nicht für Platz zwei und den Barrage-Platz reichen.

Dass eine Fussballgrossmacht wie Holland ein weiteres Turnier verpasst, hätte vor der Qualifikation wohl kaum einer gedacht. Unter Trainer Danny Blind startete die Kampagne mit einem Unentschieden gegen Schweden und einem 4:1-Sieg gegen Weissrussland. Danach kassierte die Oranje eine Heimniederlage gegen Frankreich, und nachdem sie 0:2 gegen Bulgarien verlor, entliess der holländische Verband Coach Blind. Sein Nachfolger wurde nach langer Suche wieder Dick Advocaat. Der 70-Jährige war bereits zweimal Trainer der Holländer, zuletzt von 2002 bis 2004. Seit er im Amt ist, holte seine Mannschaft 6 Punkte gegen Bulgarien und Luxemburg, musste jedoch eine bittere 0:4-Niederlage in Paris gegen Frankreich einstecken. Nun stehen die Holländer bei 13 Punkten und müssen die nächsten zwei Spiele gewinnen.

Wie konnte es so weit kommen?

Über Jahrzehnte hinweg hatte Holland einige der besten Spieler der Welt. Sei es Johan Cruyff, Marco van Basten, Ruud Gullit, Edwin van der Sar, Wesley Sneijder, Robin van Persie oder Arjen Robben. Doch das heutige Team besteht aus älteren Spielern am Ende ihrer Karriere, wie Robben und Sneijder, und zu unerfahrenen Spielern, die zwar hoch talentiert, aber noch nicht gut genug sind. Holland hat ausser Robben keinen Weltklassespieler mehr, und obwohl die Eredivisie auf junge Spieler setzt und diese fördert, haben sich in den letzten Jahren zu wenige international durchgesetzt.

Eine Nichtqualifikation wäre zwar eine grosse Enttäuschung für das fussballverrückte Land. Doch es ist auch eine Chance auf einen Neustart mit einem neuen Trainer, um bei der nächsten EM wieder dabei zu sein. (sal) (sal)

Erstellt: 07.10.2017, 15:48 Uhr

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