Gerndt lässt YB jubeln

Beim 4:2 im Spitzenspiel gegen Basel war der Schwede zweifacher Torschütze.

Niederlage für Basel: Alexander Gerndt (Mitte) erzielt an Basels Fabian Schaer (rechts) und Marek Suchy (links) vorbei das zweite von vier Toren für YB. Foto: Alessandro della Valle / Keystone

Niederlage für Basel: Alexander Gerndt (Mitte) erzielt an Basels Fabian Schaer (rechts) und Marek Suchy (links) vorbei das zweite von vier Toren für YB. Foto: Alessandro della Valle / Keystone

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«Ist das nun ein Märchen?», wurde Ale­xander Gerndt nach dem Spiel gefragt. Etwas mehr als ein Jahr nachdem der Schwede bei einem Foul von Taulant Xhaka gegen Basel am 8. Februar 2014 schwer verletzt worden war, kehrte er erstmals wieder in die Startformation der Young Boys zurück und wurde umjubelter Doppeltorschütze.

«Es ist ein herrliches Gefühl», antwortete der Schwede. «Ich bin auf dem Weg zurück. Aber mein volles Potenzial habe ich noch nicht erreicht.» Gerndt war beim 4:2 von YB gegen Leader Basel der Mann des Spiels. Er traf nach 10 Minuten mit einem haltbaren Weitschuss gegen Basels Ersatzgoalie Vailati zum 1:0 und lenkte 17 Minuten später einen Flankenball von Steffen gegen den zu spät kommenden Suchy zum 2:0 ins Netz.

Das war die frühe Vorentscheidung in einem Spiel, in dem die Berner über eine Stunde lang die dominierende Mannschaft waren, in der Schlussphase indes erneut abbauten. Doch diesmal schaffte der FCB die Wende nicht mehr, obwohl Gashi (71.) und Streller (92.) vorüber­gehend auf 2:3 verkürzen konnten. Hoarau erzielte postwendend das 4:2, besiegelte Basels erste Niederlage seit dem 1:2 Anfang Oktober in St. Gallen – und YB ist die erste Mannschaft seit ­Luzern am 14. August 2010, der in der Meisterschaft ­gegen Basel vier Tore gelangen.

Streller: «Elf Totalausfälle»

FCB-Captain Marco Streller liess seinem Ärger nach dem Spiel in schnellen Sätzen freien Lauf: «Es war eines der schlechtesten Spiele, seit ich beim FCB bin. Unsere Pässe sind nicht angekommen, wir liefen zu wenig. Auf dem Platz standen elf Totalausfälle. Wir müssen keine Ausreden suchen, der Sieg von YB ist sehr verdient.» Aber er wisse auch, «dass wir wieder aufstehen werden. ­Unsere Mannschaft hat viel Charakter.»

Der Vorsprung auf YB beträgt robuste fünf Punkte. Und beim nächsten Meisterschaftsspiel wird Vaclik wieder den mit wenig Ausstrahlung spielenden Ersatzgoalie Vailati ablösen. Ungenügend waren aber auch Suchy und Safari, die besonders beim zweiten Gegentor schlecht aussahen. Xhaka, der bei jeder Ballberührung ausgepfiffen wurde, wirkte sichtlich gehemmt und war Ausgangspunkt des dritten Gegentreffers. Auch an Frei lief das Spiel vorbei, weil die Basler nicht in der Lage waren, mit entscheidenden Pässen das aufsässige, intensive Pressing der Berner im Mittelfeld mit den in den Zweikämpfen dominanten Gajic und Sanogo aufzubrechen.

Und es war neben all der Taktik auch eine psychologische Komponente in diesem Spiel. Dass Forte just gegen Basel Rückkehrer Gerndt nach zwei Teileinsätzen erstmals von Beginn weg hinter Hoarau stürmen liess, war kein Zufall, wie Forte bekannte. «Das hatte mit dem Gegner zu tun.» Er habe erwartet, dass der Schwede für dieses Spiel besonders motiviert sein werde. «Ich habe mit ihm nicht über Taktik gesprochen», sagte Forte. «Ich wollte nur, dass er ohne ­Revanchegefühle in dieses Spiel geht. Ich habe ihm gesagt: ‹Bleib cool.›»

Und genau so spielte der Schwede. Als er in der 68. Minute ausgewechselt wurde, brandete der Beifall durch das Stade de Suisse. YB hat aus den letzten acht Spielen 22 Punkte geholt und die Meisterschaft wieder spannender gemacht, zumindest ein klein wenig.

Erstellt: 22.02.2015, 22:47 Uhr

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