Hier gibts die Eishockey-Meisterschaft im TV

Wir zeigen Ihnen, wo Sie künftig Schweizer Eishockey und Fussball im immer komplizierter werdenden TV-Angebot schauen können.

Die Verwirrung war gross. Als die Bundesliga startete, wusste kaum jemand, wo und zu welchem Preis diese in der Schweiz am TV zu sehen ist. In Swisscom-Shops führte das bisweilen dazu, dass Kunden vor Ärger und Unwissen toben.

Tatsächlich muss man sich durch ein Dickicht von Informationen kämpfen, um Klarheit zu bekommen. Noch bis vor kurzem vereinte Teleclub fast alle grossen Fussball- und Eishockeywettbewerbe auf seinem Sender, nun sind diese verteilt auf mehrere Kanäle. UPC hat mit Mysports in den Markt gedrängt, und da sind neu auch Sky und Dazn. Darum hier eine kleine Gehhilfe für den Lauf durch den TV-Dschungel.

Lesen Sie nach unserer Übersicht über das Sender-Angebot, welches Abo Sie haben haben müssen, um alle Spiele der Bundesliga sehen zu können.

Bundesliga: Zwei Möglichkeiten

Also, die Bundesliga. Wer möglichst viel deutschen Fussball schauen will, hat in der kommenden Saison zwei Möglichkeiten. Entweder wird er Kunde von Mysports Pro (der Sportkanal von UPC), er zahlt dort monatlich 25 Franken (plus 59 Franken Grundgebühr für Internet und TV-Anschluss) und kann 266 von 306 Spielen samt Konferenz schauen. Oder: Er lädt sich die App von Sky auf sein Handy/Tablet und streamt so die Spiele der Bundesliga. Dieses Angebot kostet 19.90 Franken im Monat und kann bei einen geeigneten Smart-TV auch in der Stube am Fernseher geschaut werden.

Teleclub-Kunden sehen künftig noch 40 Partien. Verwirrend ist da, dass plötzlich Teleclub und auch Sunrise angekündigt haben, alle Bundesliga-Spiele zu zeigen. Das ist aber mehr ein PR-Schachzug. Die beiden beziehen sich auf ihre Partnerschaft mit Sky. Kurz: Auch da müsste der Kunde die Sky-App für 19.90 Franken erwerben.

Wer auf Premier League und La Liga schwört, ist bei einem anderen Anbieter besser aufgehoben: beim Streamingdienst Dazn (sprich: the zone, 12.90 Franken). Der englische Anbieter hat in der Schweiz ein Monopol auf die spanischen Spiele wie etwa den Clasico. Fussball aus England zeigt auch Teleclub, jedoch mit französischem Kommentar. Der gleiche Sender ist zudem nach wie vor Hort der Spiele aus der Schweizer Super League.

Noch verschont von grossen Wechsel werden Zuschauer öffentlicher Sender: SRF sendet wie bisher ein Spiel der Super League pro Runde und jeweils am Dienstag und Mittwoch eine Partie der Champions League. Und auch ARD und ZDF zeigen wie gewohnt am Samstag die Bundesliga-Höhepunkte in «Sportschau» und «Sportstudio».

Zurück zum Dschungel: Mässig hilfreich im Durcheinander ist, dass sich Teleclub und UPC seit Monaten zanken. Sie schwärzten sich gegenseitig vor der Wettbewerbskommission an und balgten sich bei Rechtevergaben. Nun sind seit diesem Jahr die Rechte für das nationale Eishockey und den Fussball an verschiedene Sender vergeben. Fussball gibts bei Teleclub, Eishockey bei Mysports. Weil sich die beiden Sender nicht auf einen Austausch einigen können, leiden die Kunden.

Erstens müssen äusserst Puck- und Ballaffine beide Abonnements kaufen. Zwei Anschlüsse in einem Haushalt sind technisch möglich – aber auch teuer. 191.80 Franken pro Monat (107.80 bei Teleclub, 84 bei UPC). Zweitens haben beide Anbieter einen Gratiskanal (Teleclub Zoom und ­Mysports HD) ins Leben gerufen – dort sind einerseits Hintergrundsendungen, andererseits ausgewählte Spiele zu sehen. Ärgerlich ist aber: Bislang weigern sich die beiden Anbieter auch, den Gratiskanal des Konkurrenten auf der eigenen Plattform aufzuschalten. Ein Ausweg gibt es: Teleclub Zoom ist auf Zattoo und Sunrise TV zu sehen.

Ein Tipp – aber nur für dieses Jahr

Hier ein Tipp für das preisgünstigste Rundumprogramm. Man leiste sich ein Mysports-Pro-Abonnement (84 Franken), dazu ein Abo von Dazn (12.90 Franken) und ein Handy-Abo von Swisscom. Letzteres erlaubt einem, Spiele der Super League für fünf Franken das Stück zu kaufen und dann über Handy, Tablet oder Computer zu schauen. Mit diesem Paket gibts Bundesliga, La Liga, Premier League, Super League (pay per View), Champions League, aber auch Schweizer Eishockey.

Die kommende Sportsaison wird für den TV-Konsumenten also aufwendiger und teurer. Und die schlechte Nachricht ist: Nächstes Jahr wird es noch komplizierter. Dann verliert SRF einen Teil seiner Champions-League-Rechte. Und auch international wird wieder vieles anders sein.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.08.2017, 09:13 Uhr

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