Hitzfeld äussert sich zum deutschen Hassduell

Im Supercup am Mittwoch zwischen den Bayern und Dortmund steckt viel emotionale Brisanz. Zwischen diesen Clubs wird schon Gift und Galle gespuckt.

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Obwohl die neue Bundesligasaison erst am 22. August beginnt, herrscht im Land des frischgebackenen Weltmeisters schon mächtig Betrieb. Vor allem zwischen den beiden Traditionsvereinen Bayern München und Borussia Dortmund, die sich mit gegenseitigen Provokationen und Beschimpfungen eindecken. Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge und Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke werden wohl kaum jemals mehr Freunde.

Es geht um Dortmunds Torjäger Marco Reus, der in seinem Vertrag offenbar eine Ausstiegsklausel hat. Und bei Ausstiegsklauseln reagieren die Dortmunder besonders sensibel, wenn die Bayern ins Spiel kommen. Denn der deutsche Rekordmeister holte schon vor einem Jahr dank einer solchen Ausstiegsklausel Deutschlands Weltmeister Mario Götze nach München – für 37 Millionen Euro.

«Für Dortmund wird es schwer, die Klausel für Reus rauszukaufen»

Im Fall Reus bringen sich die Bayern bereits ins Spiel. Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge enthüllte in der «Sport Bild», dass Reus in Dortmund tatsächlich eine Ausstiegsklausel habe. «Es ist bekannt, dass der Spieler bei Borussia Dortmund ist und eine Ausstiegsklausel hat, die, so Gerüchte, bei 25 Millionen Euro liegen soll.»

Offenbar wollen die Dortmunder schon seit längerer Zeit vergeblich Reus die Ausstiegsklausel abkaufen und ihm im Gegenzug sein Gehalt massiv erhöhen. Auch dazu nahm Rummenigge in der «Welt am Sonntag» Stellung: «Ich glaube, dass es für Borussia Dortmund schwer wird, die Klausel für Reus rauszukaufen. Der Spieler hat hohe Nachfrage bei den europäischen Spitzenclubs, unabhängig vom FC Bayern.»

«Es wäre schön, wenn Rummenigge einfach mal den Mund halten würde»

Für Dortmund ist das Fass übergelaufen. «Borussia Dortmund registriert mit einer gewissen Verärgerung, dass sich Karl-Heinz Rummenigge über die Medien zurzeit im Drei-Tage-Rhythmus zu internen BVB-Angelegenheiten äussert», erklärt Watzke in einer Stellungnahme auf der BVB-Website.

Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc hatte Rummenigge im «Kicker» sogar wörtlich empfohlen: «Es wäre schön, wenn Karl-Heinz Rummenigge endlich einfach mal den Mund halten würde.» Dazu nimmt jetzt Bayerns Sportdirektor Matthias Sammer bei Sport 1 Stellung und verspricht den Dortmundern einen «heissen Tanz» am Mittwoch im Supercup. «Wir lassen uns von niemandem den Mund verbieten.» Das Hassduell (so wird es von deutschen Medien immer wieder beschrieben) ist lanciert.

«Das wäre irreal »

Ottmar Hitzfeld, der seine grosse Trainerkarriere als Nationalcoach der Schweiz nach der WM abgeschlossen hat, gewann mit Dortmund und auch mit den Bayern die Champions League. Der Lörracher ist ein absoluter Profi und weiss sehr wohl, dass im Fussballbusiness Show und Provokationen dazugehören. Dementsprechend äussert sich der 65-Jährige in einem Interview mit der «Bild am Sonntag».

«So ein Wortgefecht schadet der Bundesliga nicht. Es ist sogar gut. Ich finde, dass das belebend ist.» Es gebe auch keinen Grund für die Bayern zu sagen, man kaufe jetzt keine Dortmunder Spieler mehr. «Das wäre irreal. So ein Versprechen kann es nicht geben. Bayern will die beste Mannschaft haben, die sie bekommen können. Und dafür holen sie die besten Spieler.» Im Übrigen habe der BVB Marco Reus Gladbach auf die gleiche Art und Weise entrissen, «wie es nun eventuell im kommenden Sommer droht. Mithilfe einer Ausstiegsklausel».

Erstellt: 11.08.2014, 11:07 Uhr

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