Hitzfelds Abschied, Teil 1

In seinem letzten Match in der Schweiz gibt Nationaltrainer Hitzfeld Granit Xhaka eine weitere Chance zur Bewährung.

Dürfte in Luzern die Formation beginnen lassen, die er für den WM-Auftakt im Kopf hat: Nationalcoach Ottmar Hitzfeld. Foto: Keystone

Dürfte in Luzern die Formation beginnen lassen, die er für den WM-Auftakt im Kopf hat: Nationalcoach Ottmar Hitzfeld. Foto: Keystone

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Das Ende naht. Noch diese WM, dann ist Ottmar Hitzfelds Karriere zu Ende. Ein bisschen Abschied aber ist heute Abend schon gegen Peru. In Luzern (20.30 Uhr, SRF 2) coacht der Nationaltrainer die Schweiz im 57. Match. Es ist sein letztes Heimspiel. Am späten Freitagabend reist das Team nach einem offenen Show­training im Letzigrund (16.30 Uhr) mit einem Nachtflug nach Brasilien.

Hitzfeld hat gestern der Fifa die erwarteten 23 Spieler gemeldet, verändern kann er sein Kader jetzt nur noch im Fall von Verletzungen und bis zum Tag vor dem ersten Spiel gegen Ecuador am 15. Juni. Und an der Weltmeisterschaft, das hat er gestern noch einmal gesagt, will er Geschichte schreiben mit der Schweiz, «das ist mein Ziel».

Den abschliessenden Test gegen Peru dürfte der 65-Jährige ziemlich sicher in der Formation beginnen lassen, die er auch für den WM-Auftakt im Kopf hat. Benaglio steht im Tor; in der Viererkette verteidigen Lichtsteiner, Schär, von Bergen, Rodriguez; im defensiven Mittelfeld sichern Captain Inler und Behrami ab; Shaqiri, Xhaka sowie Stocker bilden die Linie hinter Sturmspitze Drmic.

Hitzfeld sieht diese Formation «auf dem Prüfstand». Er erwartet, dass «die Spieler der Startformation beweisen, dass sie dorthin gehören». Und für niemanden dürfte die Partie wichtiger sein als für Xhaka, der im offensiven Zentrum erneut den Vorzug vor Mehmedi erhält. Xhaka war zuletzt formschwach und gehörte bei Mönchengladbach nicht mehr zum Stamm. Mehmedis zwölf Tore hingegen – fünf allein in den letzten acht Einsätzen – hatten für Freiburg grosse Bedeutung im Abstiegskampf. Der frühere FCZ-Stürmer hat auch am Freitag beim 1:0 gegen Jamaika auf der linken Seite den beweglicheren, spielstärkeren Eindruck gemacht. Hitzfeld will Xhaka noch einmal sehen, «dann kann ich mir ein Urteil erlauben».

Hitzfeld erwartet keinen perfekten Abschluss von seiner Mannschaft, weil ihr die Frische fehle nach den Trainingstagen, «es passieren noch Fehler im Spiel, die nachher nicht mehr passieren werden», im Kombinationsspiel beispielsweise. Er will aber, dass seine Spieler «die Gelegenheit nutzen, um den inneren Schweinehund zu überwinden».

Shaqiris Wechsel-Gedanken

Neben Hitzfeld sitzt auch Xherdan Shaqiri vor den Medien am Tag bevor die Schweizer Weggis verlassen, weil die Spieler nach dem Peru-Match zwei Tage zur Verfügung haben und am Freitag in Kloten wieder einrücken.

Der 22-Jährige spricht über seinen Bayern-Kollegen Ribéry, der in Brasilien mit Frankreich Gegner ist, wenn er denn gesund wird mit seiner Rückenverletzung. Shaqiri findet generell in Bezug auf die Qualität der Franzosen: «Frankreich ohne Ribéry, das geht nicht.» Es würde ihn aus ganz egoistischer Perspektive deshalb freuen, wenn der linke Flügel gegen die Schweiz fehlen würde. So richtig hoffen mag das Shaqiri trotzdem nicht. Die beiden sind in München Freunde geworden. «Ich möchte, dass er spielt», sagt Shaqiri deshalb. Und das Gleiche wünscht er auch für sich.

Nicht in Bezug auf die Nationalmannschaft, da ist er gesetzt. In München aber hat es Shaqiri in zwei Jahren nicht über den Ergänzungsspieler hinausgebracht. Das passt ihm nicht. Er sagt: «In Zukunft muss ich daran etwas ändern.» Mehr als zwei Möglichkeiten zur Veränderung gibt es allerdings nicht: Entweder setzt er sich durch gegen die starke und breite Konkurrenz. Oder: Er verlässt die Bayern bald, trotz Vertrag bis 2016.

Erstellt: 03.06.2014, 02:47 Uhr

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