«Ich bin glücklich, wieder hier zu sein»

Munas Dabbur stürmt erneut an der Seite seines Freundes Caio, der gegen St. Gallen nach 930 Minuten wieder trifft.

Jubel bei den Grasshoppers: Munas Dabbur lässt sich von seinen Mitspielern Caio (rechts), Nemanja Antonov und Mergim Brahimi feiern.

Jubel bei den Grasshoppers: Munas Dabbur lässt sich von seinen Mitspielern Caio (rechts), Nemanja Antonov und Mergim Brahimi feiern. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Schon Franz Beckenbauer hat 1966 ­gesungen: «Gute Freunde kann niemand trennen / gute Freunde sind nie allein / weil sie eines im Leben können / füreinander da zu sein.»

Die Angreifer Munas Dabbur (24) und Caio (30) sind gute Freunde. Zwischen 2014 und 2016 haben der Israeli und der Brasilianer nicht nur viel Zeit zusammen verbracht, sondern auch fast die Hälfte aller GC-Tore erzielt. Dann ging Dabbur nach Salzburg, kam in 15 Liga-Einsätzen nur auf 2 Treffer und ist jetzt leihweise zurückgekehrt, um in Zürich und an Caios Seite wieder Glück und Schwung zu finden. Für sich selbst. Und für den abstiegsbedrohten Rekordmeister. Am Samstag funktionierte das Duo wie früher. Die beiden erzielten alle Tore zum 3:1 gegen St. Gallen, GC liegt nun fünf Punkte vor dem letztplatzierten Vaduz.

Munas Dabbur, wie ist es, zurück in Zürich und zurück bei Caio zu sein?
Ich bin glücklich. Caio ist ein wunder­barer Spieler. Wir verstehen uns blind auf dem Rasen. Wir sehen uns fast jeden Tag, und nach den Trainings gehen wir wie früher gemeinsam essen.

Sie haben die Tore zum 1:0 und 2:1 erzielt und waren ein anderer ­Dabbur als in den ersten Partien nach Ihrer Rückkehr Mitte Februar.
Das finde ich gar nicht. Klar: Jetzt habe ich zwei Tore erzielt. Doch schon vorher sind mir gute Auftritte gelungen. Ich war einfach etwas unglücklich im Abschluss.

Sie sind leihweise bis Saisonende bei GC. Ist es ausgeschlossen, dass Sie länger bleiben?
Ja, der Plan ist klar: Im Sommer kehre ich nach Salzburg zurück. Ich habe ab dann noch immer vier Jahre Vertrag, will den Fussball geniessen und Titel gewinnen.

Weshalb hat es bislang in Salzburg nicht so gut geklappt?
Das Team spielt einen anderen Fussball, meine Rolle war manchmal auch unterschiedlich, ich habe nicht wie bei GC stets vorn in der Spitze gespielt. Mir fehlte in vielen Partien aber wirklich auch das Abschlussglück. Teilweise spielte ich sehr gut, ich hatte auch viele Chancen, aber die Tore fehlten.

GC spielt gegen den Abstieg, und viel hängt davon ab, wie oft Sie treffen. Belastet Sie das?
Das ist nicht einfach. Aber ich wusste ja, in welcher Situation sich GC befindet und worauf ich mich einlasse. Ich bin hier, um zu zeigen, dass ich helfen und spielen kann wie in meiner ersten Zeit bei GC.

Damals haben Sie in 82 Ligaspielen 41 Tore erzielt, jetzt stehen Sie bei ­6 Partien mit 3 Treffern. Nach viermal Gelb in den ersten fünf Spielen haben Sie aber bei den Verwarnungen noch Verbesserungspotenzial.
(schmunzelt) Aber jetzt gegen St. Gallen schaffte ich es ohne.

Sie wurden nach Ihrer Rückkehr gleich Captain. Sind Sie überrascht?
Eigentlich nicht. Dem Team fehlte zuvor etwas die Gewinnermentalität. Für mich ist es ein grosses Vergnügen, die Mannschaft anzuführen. Es ist allerdings nicht entscheidend, wer Captain ist. Wichtig ist, dass nicht nur elf Spieler zusammenstehen, sondern das gesamte Kader. Wir müssen eine grosse Familie sein, um uns zu befreien.

Wie wichtig ist der erste Sieg seit neun Spielen für den Kopf?
Sehr wichtig, weil es ihn befreit. Wir ­haben das Gefühl vermisst, das es nur nach Siegen gibt. Jetzt wissen wir wieder, dass wir gewinnen können.

GC hat am Samstag nicht den Eindruck eines Krisenteams gemacht.
Nein. Wir haben mit Freude gespielt, unser Fussball war gut. Ich sage nicht gleich, dass alles gut wird, wenn wir so weitermachen. Aber ich bin sicher, dass uns dann weitere gute Dinge gelingen.

Was hat Trainer Carlos Bernegger in den letzten Wochen verändert?
Es ist nicht mein Job, über die Trainer zu sprechen. Mit Mister Tami hatte ich grosse Erfolge, er war für uns ein guter Coach. Mister Carlos ist hoch motiviert, das überträgt er auch aufs Team. Er weiss, was er will. Wir wissen, was er will. Ich glaube, dass die Kombination zwischen ihm und den Spielern stimmt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.04.2017, 07:20 Uhr

Artikel zum Thema

Traum-Duo schiesst St. Gallen ab

Befreiungsschlag für GC: Die kriselnden Zürcher gewinnen gegen St. Gallen 3:1 und sammeln wichtige Punkte im Abstiegskampf. Mehr...

Rekordmeister, he!

Die Grasshoppers tun in der Super League gut daran, ihren Ruf zu verteidigen. Mit einem Abstieg in die Challenge League könnten sie in der Versenkung verschwinden. Mehr...

«Bernegger ist die ideale Lösung»

Stephan Lichtsteiner gratuliert den krisengeschüttelten Grasshoppers zur Trainerwahl – Stimmen und Stimmungen vor dem Debüt von Carlos Bernegger heute Samstag beim FC Basel. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Blogs

Beruf + Berufung Ihr Büro ist die Welt

History Reloaded Die ewige Suche nach der verschollenen Insel

Die Welt in Bildern

Volle Lippen: Indische Künstler verkleiden sich während des Dussehra Fests in Bhopal als Gottheit Hanuman. (19.Oktober 2018)
(Bild: Sanjeev Gupta/EPA) Mehr...