«Ich brauche die Herausforderung Bundesliga»

Nach Bekanntgabe seines Wechsels zu Borussia Mönchengladbach spricht FCB-Torhüter Yann Sommer über die Verhandlungen, die Faszination Bundesliga und seine Situation im Nationalteam.

«Bei Gladbach wollte mich nicht nur der Trainer, sondern alle», sagt Yann Sommer.

«Bei Gladbach wollte mich nicht nur der Trainer, sondern alle», sagt Yann Sommer. Bild: Keystone

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Yann Sommer, sind Sie froh, dass die Geheimniskrämerei nun ein Ende hat und Ihr Wechsel endlich offiziell ist?
Ja, eine gewisse Erleichterung ist da. Es ist schön, dass ich nun keine Nebengeräusche mehr habe und mich voll auf den FC Basel konzentrieren kann.

Wann wurde das Interesse von Mönchengladbach konkret?
Anfang des Jahres hatten die beiden Clubs erstmals Kontakt miteinander. Die Verhandlungen sind sehr korrekt abgelaufen und sehr schnell über die Bühne gegangen. Gladbach hatte grosses Interesse an mir, und der FCB hat mir keine Steine in den Weg gelegt. Deshalb war man sich schnell einig.

Mussten Sie lange überlegen, als Sie vom Interesse der Borussen hörten?
Ich bin seit fast drei Jahren die Nummer eins in Basel und habe hier alles, was man sich wünschen kann. Da überlegt man sich gut, ob man wirklich den Verein wechseln will. Aber Gladbach ist wie der FCB ein sehr familiärer Verein, der zu mir passt. In diesem Club wollte mich nicht nur der Trainer, sondern alle. Ausserdem sind an jedem Heimspiel 54'000 Zuschauer, und es gibt da noch ein Leben neben dem Fussballplatz. Das ist alles wichtig für mich.

Dann ist es weniger wichtig, dass Sie nächste Saison vielleicht nicht europäisch spielen werden?
Die internationale Erfahrung ist sehr wichtig für mich, klar. Nicht viele Fussballer haben das erlebt, was wir hier in den letzten Jahren erleben durften. Aber man kann sich das nicht aussuchen. Wichtig ist für mich, dass ich zu einem Club gehe, der Ambitionen hat und einen schönen Fussball anstrebt. Die Philosophie von Lucien Favre gefällt mir, ich möchte ein Teil davon sein.

Haben Sie mit Favre schon geredet?
Ja, aber nur kurz. Er hat schliesslich genug zu tun im Moment. Wir werden in Zukunft noch genug Zeit haben, uns kennen zu lernen.

Gladbach steckt in einer schwierigen Phase. Beschäftigt Sie, dass Favre im Sommer vielleicht gar nicht mehr Trainer bei den Fohlen ist?
Ich bin gar nicht beunruhigt. Ich weiss, wie die Clubführung denkt. Der Verein ist extrem dankbar dafür, was Favre geleistet hat. Ich rechne mit ihm. Zudem ist das noch nicht meine Saison. Ich bin voll auf den FC Basel konzentriert.

War es für Sie nie eine Option, bis im Sommer zu warten, ob vielleicht noch ein besseres Angebot kommt?
Nein. Als Schweizer kann man nicht erwarten, dass die Clubs aus den grossen Ligen um einen buhlen. Es entspricht mir nicht, zu warten, ob vielleicht Real Madrid kommt. Und im Moment hatte ich auch kein anderes Angebot.

Der Schritt von der Super League in die Bundesliga ist gross. Ist Deutschland das gelobte Land für einen Torhüter?
Am Niederrhein gibt es acht riesige Stadion in einem Umkreis von wenigen Kilometern, das allein zeigt schon die Dimensionen. In der Bundesliga gibt es sehr viele gute junge deutsche Torhüter. Für mich ist es deshalb ein schönes Zeichen, dass ich als Schweizer geholt wurde und eine grosse Herausforderung, mich dort zu beweisen. Ich will und brauche diese Herausforderung.

Sie werden in der gleichen Liga spielen wie Diego Benaglio, zudem kommt ein neuer Nationaltrainer. Werden die Karten in der Nationalmannschaft neu gemischt?
Das müssen Sie den neuen Trainer fragen. Natürlich ist es für mich immer das Ziel, die Nummer eins in der Nationalmannschaft zu sein. Aber wir haben eine WM vor der Tür, da ist die Hierarchie für mich gar kein Thema. Und danach muss ich erst einmal in der neuen Liga ankommen.

Wird es Tränen geben bei Ihrem Abschied aus Basel?
Das sehen Sie dann.

Erstellt: 11.03.2014, 17:02 Uhr

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