«Ich kann stolz auf mich sein»

Seinen Aufstieg zum Nationaltrainer der Schweiz verdankt Vladimir Petkovic seiner Beharrlichkeit und seinem Gespür für Menschen, aber auch seinem Misstrauen.

Seit über zehn Jahren Schweizer, seit neun Monaten Nationaltrainer: Vladimir Petkovic auf seinem Stammplatz im Mannschaftsbus. Foto: Reto Oeschger

Seit über zehn Jahren Schweizer, seit neun Monaten Nationaltrainer: Vladimir Petkovic auf seinem Stammplatz im Mannschaftsbus. Foto: Reto Oeschger

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Reden wir über Ihre Person . . .
. . . aber nicht zu sehr (lacht) . . .

. . . doch, doch. Was steckt von dem Jungen aus Sarajevo noch in Ihnen?
Vieles und doch auch nicht mehr. Das Leben ist ein ständiger Wechsel. Man muss bereit sein, sich neue Ziele zu ­setzen, sich zu verändern. Geblieben ist die Liebe zum Fussball.

Und vom Charakter her?
Ich war ein zurückhaltender, vielleicht auch zu lieber Junge.

Nie Blödsinn gemacht?
Wenig. Ich war stürmisch, bis ich sechs war. Danach war ich ein guter Junge. Meine Eltern sahen das auch so.

Zurückhaltend heisst auch: schauen, den Überblick bewahren.
Ja, zuerst denken, dann agieren. In ­diesem Sinn war ich strukturiert. Diese Charakteristik ist mir geblieben.

War der Fussball gleich Ihr Spiel?
Mein Vater war Spieler und Trainer, schon als Dreijähriger fuhr ich überall hin mit, war in der Kabine dabei. Mit 9 oder 10 begann ich selber zu trainieren. Früher in Jugoslawien gab es bei den ­Junioren nur zwei Kategorien: bis 15 und bis 18 Jahre. Das hiess, mit 11 musste man besser sein als der 14-Jährige und mit 15 besser als der mit 18. Das war ein harter Konkurrenzkampf, eine gute Schule.

Setzten Sie sich als 11-Jähriger durch?
Das schon. Mit 15 kam ich zum FK Sarajevo und spielte auch da als Mittel­stürmer. Aber innerhalb von einem oder zwei Jahren wuchs ich 25 oder 30 Zentimeter, ich bekam Probleme mit der Muskulatur und war so (zeigt den kleinen Finger). Auch später, in der ersten Mannschaft, hatte ich Probleme. Eine indi­viduelle Planung, wie man sich ernährt, wie man Muskeln aufbaut – das gab es früher nicht. Das fehlte mir, um kräftiger zu werden. Ich lernte aber, meine Grösse einzusetzen. Ich konnte schon auch mit den Ellbogen arbeiten. Früher ging das noch. Da waren keine Fernsehkameras im Stadion (schmunzelt).

Sie studierten Rechtswissen­schaften. Warum gerade das?
Das war das Einfachste. Ich dachte, ich müsse nicht jeden Tag in jeder Vorlesung sitzen, ich könnte den verpassten Stoff selbst nachholen. Der Entscheid für Jus war auch spontan, ich traf ihn zusammen mit Freunden. Gross begründet war er also nicht, ich wollte einfach ­neben dem Fussball etwas Sinnvolles mit Perspektiven machen.

Aber . . .
. . . ich war nie ein Student, der sich zehn Stunden zum Lernen hinsetzte. Und das grosse Problem war: Ich musste ein Jahr ins Militär und verlor vieles von dem, was ich schon gelernt hatte.

1987, mit 24 Jahren, kamen Sie in die Schweiz. Wieso in dieses Land?
Der Kontakt ergab sich durch einen Ex-Spieler meines Vaters in Sarajevo, Zlatko Dupovac (in der Schweiz spielte er für Wettingen). Er gab mir die Empfehlung. Damals änderte in Jugoslawien das Gesetz, dass man nicht erst mit 28 ins Ausland wechseln durfte, sondern nach Vertragsende. Ich bestritt mein letztes Spiel in Titograd, dem heutigen Podgorica, schoss ein Tor, und am nächsten Tag war ich schon in St. Gallen.

Was wussten Sie von der Schweiz?
Dass es Schokolade und Uhren gibt. Dass es eine Stadt mit vielen Banken gibt ­(Zürich). Dass es wunderschön ist, die Alpen, das Leben. Das wusste ich schon, aber wie es wirklich ist, hier zu leben, wusste ich nicht.

Wunderten Sie sich über das, was Sie antrafen?
Nein. Es war kein so grosser Unterschied zwischen Jugoslawien und der Schweiz. Man meinte immer, in Jugoslawien herrsche ein totalitäres System, das einem nichts erlaube. So war das nicht. Vielleicht hatten die Leute Probleme, die mehr mit der Politik zu tun hatten, das weiss ich nicht. Aber wir durften alles machen, wir hatten in Sarajevo 500, 600 Cafés und Restaurants, wir hatten eine perfekte Jugend. Mit unserem Pass konnten wir gehen, wohin wir wollten.

Woran erinnern Sie sich bei Ihrem ersten Tag in der Schweiz?
Dass ich in Kloten verloren war. Der Mann, der mich am Flughafen abholen sollte, war nicht da. Ich konnte kein Wort Deutsch und wartete. Per Zufall traf ich einen Mann aus Ex-Jugoslawien und fragte ihn, ob er in St. Gallen an­rufen könne. Dann wurde ich mit dem Auto abgeholt. Und die Geschichte ­entwickelte sich langsam.

Aus St. Gallen wurde aber nichts, Sie landeten in Chur.
Damals war das Profil eines Ausländers in der Nationalliga A einfach: Er musste 25, 30 Länderspiele haben. Die hatte ich nicht. Und St. Gallen suchte einen Stürmer, der sofort 25 Tore schiessen kann. Zudem hatte es die beiden Ausländerplätze, die es damals in der Schweiz gab, mit Metzler und Jurkemik schon belegt.

Also Chur.
Ich bekam eine Busse von 100 Franken und hätte die Schweiz für drei Monate verlassen müssen, weil mir die Arbeitsbewilligung noch fehlte. Damals waren 100 Franken viel Geld für mich. Aber der Präsident von Chur regelte das Problem (lacht verschmitzt).

Nach Chur folgten Sion, Martigny und viele andere kleine Vereine. Ist es typisch für Ihren Charakter, dass Sie den beschwerlichen Weg durch die Anonymität gingen?
Ich habe so meinen Charakter ent­wickelt. Ich hatte schon Frau und Kind und musste jedes Jahr für einen neuen Vertrag kämpfen – kämpfen fast, um zu überleben. Ein Jahr nach meiner Rückkehr nach Chur begann in Jugoslawien der Krieg (1991). Es gab kein Zurück mehr. Vielmehr versuchte ich, den ­Leuten zu helfen, die da waren oder raus­kamen. So habe ich mein Durch­setzungsvermögen, mein Immunsystem ent­wickelt, um mit schwierigen Situationen umgehen zu können.

Als Sie wieder in Chur waren, wurde Ihnen da klar: Ich bleibe in der Schweiz?
Ich merkte, ich musste noch entschlossener mein Ziel verfolgen, um hierzubleiben. Ich war vom ersten Tag an ­integriert, ich hatte keine Probleme.

Wurden Sie nie als «Jugo» bezeichnet?
Auch heute gibt es überall Widerstände, wenn Ausländer kommen. Nehmen wir Italien, wenn Flüchtlinge mit dem Schiff aus Afrika eintreffen. Das hat mit Angst zu tun, mit der Angst vor etwas oder ­jemand Neuem. Es hat auch damit zu tun, dass schon der eine oder andere ­gekommen war, der kein so positives Bild hinterlassen hat. Es geht oft um den einzelnen Fall. Um Erziehung. Um Akzeptanz. Um die Bereitschaft, sich zu integrieren. Ich glaube, wenn du Respekt gibst, erhältst du Respekt zurück. Ich ­besass die Mentalität, die es mir einfach machte, um hier zu leben.

Das heisst?
Ich war diszipliniert, pünktlich, nie faul. Meine Erziehung ist gut gewesen.

Heute sind Sie der bosnische Kroate mit Schweizer Pass.
Ich war 24 Jahre in Jugoslawien. Jetzt bin ich fast 28 Jahre in der Schweiz. Ich bin ein offener Mensch. Nicht nur wegen des Passes fühle ich mich als Schweizer, ich habe mich hier immer gut gefühlt.

Empfinden Sie so etwas wie Stolz, wie Sie Ihren Weg gegangen sind?
Es wäre mir sicher manchmal lieber gewesen, wenn es einfacher gegangen wäre. Aber so kann ich stolz auf mich sein, es ohne wirkliche Unterstützung oder Hilfe geschafft zu haben.

Wie wurde aus dem Spieler der Trainer?
Als Spieler in Locarno arbeitete ich mit den C- und B-Junioren, und da sah ich, dass ich das kann. Ich war sehr ehr­geizig. Ich wollte mit meiner Arbeit unbedingt etwas auslösen. Aber ich musste meine Erfahrungen machen. In Agno trainierte ich härter als später bei Lazio. Damals konnte ich noch nicht wissen: Warum waren wir zu Beginn der Meisterschaft nicht in Form, obwohl wir ­vorher doch hart gearbeitet hatten? Das muss man erst lernen.

Hatten Sie in Agno schon die Idee, einmal einen grossen Club zu trainieren, eine Nationalmannschaft?
So weit bin ich nie gegangen. Ich wollte heute gewinnen, morgen gewinnen, übermorgen gewinnen. Ich habe einer Mannschaft nie gesagt: Heute wollen wir einen Punkt. Ich habe nie diese Mentalität auf sie übertragen, sondern immer nur die: zu gewinnen. Als Spieler fehlte mir das, dieser unbedingte Ehrgeiz, ­dieses Selbstbewusstsein. Wenn ich das gehabt hätte, dieses Durchsetzungsvermögen, hätte ich mehr erreichen ­können.

Ihr Ehrgeiz als Trainer war immer. . .
. . . es am nächsten Tag besser zu machen. Ich wusste: Ich muss jeden Tag ­arbeiten, um etwas anderes zu ver­dienen. Ich habe zurückbekommen, was ich investiert habe.

Hatten Sie nie das Gefühl: Warum bekomme ich keinen ­grösseren Club?
Das schon! Mit Agno zum Beispiel war ich dreimal in der Aufstiegsrunde. Trotzdem musste ich lange warten, bis ein grosser Club kam.

In Ihren Anfängen waren Sie nicht nur Trainer, sondern viele Jahre lang auch Sozialarbeiter im Tessin. Was hat sich davon auf den Fussball übertragen?
Ich machte vieles gleichzeitig, Kurse für die Erwachsenenbildung und die Trainerausbildung. Ich arbeitete, trainierte und lernte dabei, mich zu strukturieren und die Zeit optimal zu nutzen. Die ­Arbeit mit diesen Menschen . . .

. . . den Sozialhilfe-Empfängern . . .
. . . ist ähnlich wie die Arbeit mit Fuss­ballern. Die einen brauchen die Unterstützung, um zu überleben, die anderen, um besser zu werden.

Der Sprung von den Arbeitslosen zu den Millionären ist gewaltig.
Aber es sind immer Menschen. Es geht um die allgemeine Motivation: Wie kann ich noch mehr geben oder erreichen? Der eine bekommt 20 Franken mehr, der andere vielleicht 2 Millionen. Der eine will mit seiner Familie weiterkommen, überleben, der andere einen neuen Vertrag. Im Prinzip geht es um das Gleiche.

So einfach?
Ja, wie kann ich einen, der schon viele Enttäuschungen hinter sich hat, davon überzeugen, den Mut nicht zu verlieren, wie ihn überzeugen, dass er morgen eine Arbeit finden kann?Einer hatte Probleme mit dem Alkohol, einer mit Drogen. Ihn zu überzeugen, dass es ­wieder gut kommt, braucht mehr Zeit und vielleicht auch mehr Glück, als einen Fussballer davon zu überzeugen, dass er nach einer Verletzung wieder in die Mannschaft zurückfindet. Die Enttäuschungen bei den Menschen, die bei der Caritas gelandet sind, sind grösser, die Bremse ist stärker.

Weil es ums Existenzielle geht?
Sicher. Im Fussball gibt es Spieler, die zu faul sind, um für andere zu rennen. Im Sozialbereich gibt es Leute, die zu faul sind, um zu arbeiten. Es gibt solche, die lieber von sozialen Institutionen leben. Man darf nur nicht alle in einen Topf werfen. Mir hat mein Weg geholfen, das Leben besser zu verstehen.

Bei einem Tor jubeln Sie. Bei der Caritas dürften Sie das kaum ­gemacht haben, wenn einer wieder eine Arbeit fand.
Ich bin zufrieden, wenn mir heute Leute sagen: «Das war gut, das war positiv, ich habe wieder Arbeit.» Das gibt mir eine stillere Zufriedenheit. Die Befriedigung im Fussball dagegen ist explosiv.

Was war der grösste Schritt zu dem Trainer, der Sie heute sind?
Das war der Wechsel von Bellinzona zu den Young Boys (2008). In Bellinzona ­arbeitete ich bis 17.30 Uhr, bevor ich zum Training kam. In Bern stand ich gleich vor 30, 50 Journalisten. Allein die Vorstellung, mich in diesem Stadion ­zurechtzufinden: Wo muss ich hin­gehen? Wo ist mein Büro? Ich war es nicht ­gewohnt, mit Stars zu arbeiten. Also musste ich das Gleichgewicht finden, um autoritär genug zu sein.

Sie sind 1,91 m gross . . .
. . . 1,90 . . .

. . . haben Sie Ihre Grösse benutzt, um sich durchzusetzen, um Spielern klarzumachen, wer der Chef ist?
Physisch? Nein. Wenn ich böse bin, reicht das. Es gibt immer ein intel­lek­tuelles Durchsetzungsvermögen. Vielleicht habe ich das Talent, gewisse Dinge schon im Voraus zu erkennen.

Auch Freunde sagen Ihnen nach, das Misstrauen sei Ihre grösste Schwäche. Wie reagieren Sie ­darauf?
Ich bin heute noch misstrauisch. Die ­Erfahrung hilft mir heute dabei, bei wem ich das sein muss. In der Türkei (bei ­S­amsunspor) hatte ich einen Übersetzer und einen Co-Trainer, von denen ich mich nach drei Monaten trennen musste, weil sie hinter meinem Rücken arbeiteten. Im Fussball, mit dem täglichen Kampf ums Überleben, muss man sich leise und mit Vorsicht bewegen. Antenne rausziehen und beobachten, was läuft.

In Ihrer Zeit bei YB tauschten sich Spieler einmal am Morgen nach einer Niederlage aus. Sie wollten offenbar unbedingt wissen, was da vor sich ging. Die Spieler wiederum interpretierten das als Misstrauen.
Ich bin der Chef. Ich sollte wissen, was läuft. Oft gehe ich direkt zu einem Spieler und frage: Was kann ich tun, um ­etwas besser zu machen, um das nächste Spiel zu gewinnen? Darum geht es mir, nur darum. Das Problem ist ohnehin oft der Spieler. Wenn ich ihn auf die Bank setze, nimmt er das persönlich. Dabei habe ich noch nie gegen einen Spieler ­etwas persönlich gehabt. Es ist normal, dass einem jemand sympathischer ist als der andere. Doch das darf keine Rolle spielen. Ich versuche alle auf dem ­gleichen Niveau zu betrachten.

Sie sind ein Trainer, der an seinen Überzeugungen festhält wie etwa zu Ihren Berner Zeiten am 3-4-3-System. Sind Sie stur?
Ich war überhaupt nicht stur. Dieses ­System brachte gute Resultate, viele gute, schöne Spiele, viele Zuschauer.

Wer offensiven Fussball fordert, kann spektakulär gewinnen oder ebenso spektakulär scheitern.
Es gibt nicht richtig oder falsch, nur erfolgreich oder nicht. Bei allem, was man macht, gibt es einen Risikofaktor.

Was sagt es über Sie als Person, dass Sie mutigen Fussball spielen lassen?
Vielleicht das, dass ich im Horoskop Löwe bin.

Das bedeutet?
Dass ich stark bin und Durchsetzungsvermögen besitze. Ich habe meinen Stil als Trainer entwickelt, mit den Prinzipien, von denen ich glaube, dass ich mit ihnen erfolgreich sein kann.

In Bern bewahrte Sie das nicht vor einer Entlassung. Empfanden Sie das als Niederlage?
Im ersten Moment schon. Aber nach Jahren hat sich das als Sieg herausgestellt.

Wieso? Weil Ihr Nachfolger Christian Gross schnell gescheitert war?
Wegen negativer Erfahrungen von an­deren sollte man selber nicht zufrieden sein. Aber sicher war es eine kleine Bestätigung, dass ich etwas Gutes hinterlassen hatte. Eine kleine Befriedigung.

War es denn schwierig für Sie, Ottmar Hitzfeld zu ersetzen?
Überhaupt nicht. Ich habe mich nie mit Sachen beschäftigt, die vielleicht ge­wesen sind oder vielleicht noch kommen. Ich lebe für mich, für einen neuen Tag, für eine neue Periode.

Nach dem Spiel in San Marino re­deten Sie von zu wenig Respekt, davon, dass man ein Spiel an diesem Ort nicht richtig einordnen könne.
Ja, es war ein Resümee meiner ersten zwei, drei Monate als Nationaltrainer . . .

. . . und was wollten Sie konkret zum Ausdruck bringen?
All das, was geschrieben und geredet wurde. Über mich, über meine Unfähigkeit, diese Position als Nationaltrainer zu haben.

Empfanden Sie das wirklich so?
Es war nur der Teil eines Mosaiks. Letzten Endes drehte sich alles um die Frage: Ottmar war da, die Legende – wer ist das jetzt, der da kommt? Wenn ich das ­Gefühl habe, dass etwas nicht stimmt, sage ich das.

Das Problem war nur, dass Sie in Rätseln redeten, dass ein Beispiel fehlte.
Das ist wie bei einem Spieler. Wenn man ihm vor der ganzen Mannschaft sagt: Hör mal Junge, dann ist das nicht korrekt. Dem einen macht das nichts aus, der andere wartet mit dem Messer auf dich. Mit dem, was ich sagte, meinte ich niemanden konkret. Warum jedoch sollte ich mich selbst anlügen, wenn ich böse bin? Ich wollte einfach etwas be­wegen, damit das Wasser nicht still bleibt.

Erstellt: 25.03.2015, 23:12 Uhr

Petkovic: Entlassen, erfolgreich, entlassen, erfolgreich

Der FK Sarajevo war ab 1981 der erste Proficlub für Vladimir Petkovic, geboren am 15. August 1963. Später wurde er für je eine halbe Saison an Rudar Prijedor und NK Koper ausgeliehen. 1987 wagte er den Wechsel in die Schweiz, er spielte ein Jahr in Chur, ging zum FC Sion, wechselte 1990 nach Martigny und kehrte 1991 für drei Jahre zum NLB-Verein Chur zurück. Bellinzona war sein erster Club im Tessin, Locarno der nächste, und als Bellinzona 1998 gegen den Abstieg aus der 1. Liga kämpfte, half er erfolgreich als Spielertrainer aus. Danach kam er beim SC Buochs in der 1. Liga unter, bevor er 1999 bei Agno als Spielertrainer einstieg, mit ihm 2003 den Cup-Viertelfinal erreichte und in die NLB aufstieg. 2004 wechselte er zu Lugano und wurde nach einem Jahr entlassen, übernahm am 5. Oktober 2005 die AC Bellinzona und führte sie 2008 in den Cupfinal und zum Aufstieg in die Super League. Bis dahin war er während sieben Jahren im Hauptberuf als Sozialarbeiter tätig gewesen. Doch fortan wollte er ganz auf den Fussball setzen. Am 10. August 2008 folgte er dem Ruf von YB. Nach zwei 2. Plätzen und einem Cupfinal wurde er am 8. Mai 2011 entlassen. Danach verbrachte er sieben erfolglose Monate bei Samsunspor (Tür), führte im folgenden Frühjahr Sion durch die Barrage, wechselte zu Lazio Rom, gewann in der ersten Saison gleich den Cup und wurde am 4. Januar 2014 entlassen, weil er sich entschieden hatte, Nationaltrainer in der Schweiz zu werden. Petkovic lebt mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Locarno. (ths.)

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