«Ich war froh, dass er nicht gepfiffen hat»

Der Cup-Halbfinal zwischen Winterthur und Basel war von einer Penaltyszene geprägt. FCB-Torhüter Yann Sommer gibt zu, dass seine Intervention kurz vor der Pause nicht ganz lupenrein war.

Froh, dass er nicht entscheiden musste: FCB-Torhüter Yann Sommer.

Froh, dass er nicht entscheiden musste: FCB-Torhüter Yann Sommer.

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Zweimal stand die Pfeife von Schiedsrichter Alain Bieri im Mittelpunkt, einmal ertönte sie, einmal blieb sie stumm. Genau umgekehrt wäre korrekt gewesen. Auch wenn das in der Summe ausgleichende Gerechtigkeit war, ist das für den FC Winterthur ganz bitter. «Mit einem 1:1 zur Pause wären wir im Spiel gewesen», sagt der Winterthurer Kristian Kuzmanovic, dem nicht nur ein Strafstoss verwehrt blieb, sondern der wegen seines Reklamierens darüber auch noch die gelbe Karte sah.

Der Frust der Winterthurer ist die Erleichterung des FC Basel. Der Schweizer Meister war nicht so überlegen, wie er es aufgrund der Rollenverteilung hätte sein müssen. Immer wieder musste Torhüter Yann Sommer mit starken Reflexen einen Gegentreffer verhindern. Sein Einsatz gegen Kuzmanovic war aber regelwidrig. Er hielt den vorbeilaufenden Angreifer mit den Händen zurück. «Ich habe alles versucht, damit er nicht an mir vorbeikommt. Ich bin froh, dass ich über jene Szene nicht entscheiden musste», räumt der Basler Schlussmann nach dem Spiel im gemeinsamen TV-Interview mit Kuzmanovic ein. Er habe nach der Aktion gar nichts gedacht: «Ich war nur froh, dass er nicht gepfiffen hat.» Für seinen Gegenspieler wäre der Strafstoss gerecht gewesen. «Ich lege den Ball an ihm vorbei, und er läuft in mich hinein», sagt Kuzmanovic achselzuckend.

Entscheidende Effizienz

Ganz frei von Selbstkritik waren die Winterthurer aber nicht. «Sie haben die Chancen genutzt, das hat den Unterschied ausgemacht», erklärt Kristian Kuzmanovic. Sein Vater, FCW-Trainer Boro Kuzmanovic, pflichtete ihm bei: «Wir müssen akzeptieren, dass es nicht gereicht hat.» Aufseiten der Gäste geht der Blick indes nur noch voraus, genauer gesagt auf den 16. Mai, wenn man in Bern gegen den FC Luzern um den Pokal spielen wird. «In meinen Augen waren wir die bessere Mannschaft. Wir stehen im Cupfinal, das ist alles, was zählt», sagt FCB-Captain Marco Streller zufrieden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.04.2012, 17:00 Uhr

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