«Ich war wütend auf mich»

Mit zwei Toren war Admir Mehmedi der überragende Freiburger beim 4:2 gegen Gladbach– und trotzdem nicht zufrieden mit sich selbst. Jetzt hofft er auf einen FCZ-Sieg im Cupfinal gegen Basel.

Mauserte sich zum besten Torjäger bei den Freiburgern: Admir Mehmedi (Mitte) jubelt mit seinen Teamkollegen Felix Klaus (links) und Karim Guédé.

Mauserte sich zum besten Torjäger bei den Freiburgern: Admir Mehmedi (Mitte) jubelt mit seinen Teamkollegen Felix Klaus (links) und Karim Guédé. Bild: Keystone

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Der SC Freiburg steht in der Bundesliga kurz vor dem Ligaerhalt, und das hat auch mit einem Zürcher zu tun: Admir Mehmedi. Die Leihgabe von Dynamo Kiew stieg gegen Lucien Favres Mönchengladbach in einer spektakulären zweiten Halbzeit zum herausragenden Spieler auf dem Platz auf, erzielte zwei Treffer zum 4:2, erhöhte die Quote seiner Saisontore auf 11 und ist damit Abstand erfolgreichster Stürmer der Breisgauer. Der 23-Jährige arbeitete seine eigene Leistung aber selbstkritisch auf.

Admir Mehmedi, ist der SC Freiburg gerettet?
Wir können uns eigentlich nur noch selber im Weg stehen. Mit dem Sieg gegen Gladbach haben wir zweifellos einen gewaltigen Schritt gemacht.

Mit elf Treffern sind Sie massgeblich daran beteiligt, dass der Verein wohl auch in Zukunft erstklassig sein wird. Wie weit wollen Sie in der Torschützenliste noch kommen?
Mir ist es lieber, ich erziele 11 Tore, und am Ende bleiben wir oben. Was nützen mir 20 Treffer, wenn wir absteigen? Meine bisherige Bilanz ist erfreulich, klar, aber ich lasse mich nicht blenden. Nach dem Match gegen Mönchengladbach war ich mit mir nicht zufrieden.

Warum nicht?
Weil mir die erste Halbzeit misslang. Ich habe andere Ansprüche an mich. Weil die Leistung bis zur Pause nicht gut genug ausfiel, war ich wütend auf mich. Aber das zeigt mir, dass ich mich nicht so schnell zurücklehne, sondern immer Punkte finde, die sich verbessern lassen.

Trainer Christian Streich behauptete hinterher, er sei bei Halbzeit leise geblieben. Sie hingegen erklärten, er habe eine ziemlich laute Ansprache gehalten. Was stimmt denn nun?
Ich weiss nicht, ob wir unter laut dasselbe verstehen (lacht). Vielleicht kann er ja noch lauter werde. Wie auch immer: Es war völlig verständlich, dass er ein paar deutliche Worte finden musste.

Sie verstehen sich mit Streich offensichtlich sehr gut.
Wir pflegen ein ausgezeichnetes Verhältnis, ja. Er gibt mir Vertrauen und Freiheiten.

Im Sommer müssten Sie theoretisch zurück nach Kiew, der Vertrag bei Dynamo läuft weiter. Wenn Sie aber weiter Tore für Freiburg erzielen, könnten Sie für andere Clubs interessant werden.
Das mag sein, aber grundsätzlich fühle ich mich sehr wohl und bestens aufgehoben in Freiburg. Am liebsten würde ich hier bleiben, wenn wir weiterhin in der Bundesliga vertreten sind.

Erhöhen sich mit jedem Bundesligator mehr die Chancen auf einen Platz in der Nationalmannschaft?
Zuerst einmal unternehme ich alles, um zum WM-Aufgebot zu gehören. Und dann hätte ich in der Vorbereitung einen Monat Zeit, um mich im Training aufzudrängen. Wenn ich dabei bin, möchte ich natürlich auch spielen.

Am Ostermontag trifft der FCZ, Ihr ehemaliger Verein, im Cupfinal auf den FC Basel. Wer gewinnt?
Ich hoffe natürlich auf den FCZ, es wäre schön, wenn er endlich wieder einmal einen Titel holen würde. Trainer Urs Meier hat mir nach meinen zwei Toren am Samstag per SMS gratuliert – ich habe ihm umgehend viel Glück für das Spiel Montag gewünscht.

Erstellt: 20.04.2014, 13:41 Uhr

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