Inters Pandev schiesst die Bayern ins Elend

Trotz eines starken Auftritts der Bayern in der ersten Stunde verpassen die Münchner den Einzug in den Viertel-Final der Champions League nach einem 2:3 gegen Inter.

Überglücklich: Pandev jubelt nach seinem Sieg bringenden Tor gegen die Bayern zum 3:2.

Überglücklich: Pandev jubelt nach seinem Sieg bringenden Tor gegen die Bayern zum 3:2. Bild: Keystone

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Erst einmal in der Geschichte der Champions League hat ein Team in der K.o.-Phase nach einem 0:1 im Hinspiel doch noch die nächste Runde erreicht. Inter Mailand schaffte es in München, das Kunststück von Ajax Amsterdam aus der siegreichen Saison 1995/96 (Halbfinal gegen Panathinaikos Athen) zu wiederholen. Der Titelverteidiger vermied es gegen Bayern München dank einem späten Treffer von Goran Pandev, als fünfter Titelverteidiger seit 2005 bereits im Achtelfinal auszuscheiden. Der letzte italienische Vertreter im wichtigsten europäischen Klubwettbewerb deckte dank einer eklatanten Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit die Probleme der Bayern schonungslos auf.

Die spielentscheidende Szene ereignete sich in der 88. Minute. Der brasilianische Innenverteidiger Breno, bereits zuvor nicht sonderlich sattelfest, verlor das Laufduell mit Samuel Eto'o und konnte den Querpass auf Goran Pandev nicht verhindern. Der ansonsten eher unauffällige Mazedonier stellte mit einem herrlichen Schuss aus vollem Lauf zum 3:2 die Partie auf den Kopf. Anhand des Spielverlaufs war Inters Weiterkommen gegen die vor allem in der Abwehr sehr oft fehlerhaften Bayern aber nicht unverdient. Der Titelverteidiger benötigte für seine drei Tore genau drei Schüsse. Wieso sich die Bayern nach einer starken ersten Halbzeit derart passiv verhielten, wird Trainer Louis van Gaal erklären müssen.

Innerhalb von wenigen Wochen hat der deutsche Spitzenklub damit sämtliche Chancen verspielt, in dieser (misslungenen) Saison doch noch einen Titel zu holen - respektive auf dem Weg dazu zu bleiben. In der Bundesliga ist das Starensemble längstens distanziert, selbst der zweite Rang ist ausser Reichweite. Im Cup schieden die Münchner im Halbfinal aus und mit der Niederlage in der Champions League folgte nun der nächste Tiefschlag.

Inters Blitzstart

Für Inter hatte die Partie in der ausverkauften Allianz Arena so traumhaft begonnen, wie sie später im Delirium endete. Nach genau 180 Sekunden war das Duell der Vorjahresfinalisten neu lanciert, weil Samuel Eto'o mit seinem achten Treffer der laufenden Kampagne das Gesamtskore zum 1:1 egalisierte. Ob der Kameruner nach dem Steilpass seines neuen Sturmpartners Goran Pandev aus einer Offside-Position gestartet war, konnten selbst die Wiederholungen der TV-Bilder nicht abschliessend klären. Von Eto'os frühem Tor liessen sich die Bayern aber ebenso wenig beirren wie im Vorfeld der Partie von den Diskussionen über den Führungsstil von Trainer Louis van Gaal. Immer wieder stiessen sie über ihre trickreichen Flügelspieler vor und zwangen Inters Defensivabteilung zu Fehlern oder Fouls. Dass die Bayern innerhalb von zehn Minuten den Rückstand in einen 2:1-Vorsprung umwandelten, entsprang zum kleineren Teil dem Zufall als vielmehr der Logik.

Beim 1:1 (21.) half Inters Goalie Julio Cesar noch tatkräftig mit, indem er einen Schuss von Arjen Robben abprallen liess. Mario Gomez überlobte den brasilianischen Keeper mit dem Aussenrist, der achte Champions-League-Treffer des Goalgetters vom Dienst war für die Bayern die Initialzündung für eine enorm druckvolle Phase. Allein bis zur Pause hätte das Heimteam bei optimaler Chancenverwertung mindestens drei Tore erzielen müssen. Gomez (26.), Ribéry (34.) und Robben (43.) scheiterten, Thomas Müller (40.) kam um Sekundenbruchteile zu spät, als der Ball auf Inters Torlinie lag. Gleichwohl nahmen die Bayern die zweite Halbzeit völlig verdient mit einem 2:1 in Angriff. Müller hatte in der 31. Minute, erneut nach Vorlage von Robben, von einem Abpraller profitiert und das 2:1 erzielt. Spätestens mit Wesley Sneijders Ausgleich aus einer an sich nicht sehr gefährlichen Situation (63.) kippte das Momentum endgültig auf Inters Seite.

Manchester machte das Dutzend voll

Manchester United nahm nach dem 0:0 im Hinspiel das Heft im Old Trafford sogleich in die Hand, dominierte Marseille relativ klar. Mit dem frühen 1:0 versuchte der Leader der Premier League, das Geschehen zu kontrollieren. Und doch hatte Manchester nach dem Tor von Javier Hernandez (6.) bange Momente zu überstehen. André-Pierre Gignac (9.) und Souleymane Diawara (36.) gingen mit ihren Chancen (zu) fahrlässig um. In beiden Szenen wurde klar, welche Schwachstellen der Favorit an diesem Abend hatte. Die nach dem kurzfristigen Forfait von Captain Nemanja Vidic (Wadenverletzung) abermals umgestellte Innenverteidigung wirkte nicht sehr abgestimmt. Die Probleme nahmen mit der frühen Auswechslung des rechten Aussenbacks John O'Shea nicht ab.

Dass es zur zwölften Viertelfinal-Qualifikation in der Champions League reichte, hatte Manchester United letztlich dem Abschlusspech von Marseille und Hernandez zu verdanken. Der mexikanische Stürmer, in der nationalen Meisterschaft selten effizient und diesmal dem Bulgaren Dimitar Berbatov vorgezogen, beruhigte eine Viertelstunde vor Schluss mit dem 2:0 das Geschehen. "Chicharito" brauchte den Ball nach der perfekten Vorlage von Ryan Giggs nur noch einzuschieben. In der Schlussphase kam nach Wes Browns Eigentor nochmals Spannung auf, eine Chance zum 2:2 hatte Marseille aber nicht mehr. (ot/si)

Erstellt: 15.03.2011, 23:08 Uhr

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Bayern München - Inter Mailand 2:3 (2:1)

Allianz Arena. - 66'000 Zuschauer (ausverkauft).
SR Proença (Por).
Tore: 4. Eto'o 0:1. 21. Gomez 1:1. 31. Müller 2:1. 63. Sneijder 2:2. 88. Pandev 2:3.
Bayern München: Kraft; Lahm, Breno (90. Kroos), Van Buyten (70. Badstuber), Pranjic; Schweinsteiger, Luiz Gustavo; Robben (68. Altintop), Müller, Ribéry; Gomez.
Inter Mailand: Julio Cesar; Maicon, Lucio, Ranocchia, Chivu (87. Nagatomo); Motta; Motta, Cambiasso, Stankovic (51. Coutinho); Sneijder; Eto'o, Pandev (90. Kharja).
Bemerkungen: Bayern München ohne Olic, Inter Mailand ohne Milito, Samuel, Suazo (alle verletzt), Zanetti (krank) und Pazzini (nicht spielberechtigt). 40. Ranocchia klärt auf der Torlinie.
Verwarnungen: 38. Luiz Gustavo. 57. Breno. 59. Lucio (im nächsten Spiel gesperrt). 91. Kharja. 94. Motta (alle wegen Fouls).

Manchester United - Marseille 2:1

Old Trafford. - 73'996 Zuschauer. - SR Velasco (Sp).
Tore: 6. Hernandez 1:0. 75. Hernandez 2:0. 82. Brown (Eigentor) 2:1.
Manchester United: Van der Sar; O'Shea (37. Rafael/70. Fabio), Smalling, Brown, Evra; Nani (61. Valencia), Carrick, Scholes, Giggs; Hernandez, Rooney.
Marseille: Mandanda; Fanni, Heinze, Diawara, Taiwo; Mbia (80. Jordan Ayew), Cheyrou; Rémy, Lucho Gonzalez, André Ayew; Gignac (69. Valbuena).
Bemerkungen: Manchester United ohne Anderson, Evans, Ferdinand, Fletcher, Hargreaves, Owen, Park und Vidic, Marseille ohne Azpilicueta, Rodriguez (alle verletzt) und Brandão (abwesend).
Verletzt ausgeschieden: 37. O'Shea, 70. Rafael.
Verwarnungen: 20. Hernandez. 72. Valbuena. 93. Rémy (alle wegen Fouls).

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