Italien ohne Vertrauen in das eigene Aushängeschild

Juventus Turins Hoch in der Champions League könnte den heimischen Fussballverband vor ein grosses Problem stellen.

Im Falle eines Finaleinzuges droht Carlos Tevez und seinen Teamkollegen ein Terminchaos.

Im Falle eines Finaleinzuges droht Carlos Tevez und seinen Teamkollegen ein Terminchaos. Bild: Keystone

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Es gab sie, diese glorreichen Zeiten in Bella Italia, wo es fast schon Pflicht war, dass einer der grossen drei, Rekordmeister Juventus Turin, Inter Mailand oder AC Mailand im Champions-League-Final stand. Am besten gleich zwei, wie 2003, als es im Old Trafford von Manchester zum Endspiel zwischen Juve und Milan kam und sich die Rossoneri nach einem bescheidenen 0:0 mit 3:2 im Penaltyschiessen durchsetzten.

Zwölf Jahre nach dem Derby Italiano hat der Wind gedreht: Korruptions- und Rassismusskandale in der Serie A, weitgehend leere Stadien und keine Spannung. Meister wird zum vierten Mal in Folge Juve, das die Tabelle mit satten 15 Punkten Vorsprung auf die «Verfolger» Lazio und AS Roma anführt – im Vorjahr betrug der Abstand zum Schluss 17 Punkte. Undenkbar also, dass ein italienisches Team den Henkelpott in die Höhe stemmen, geschweige denn den Final in Berlin vom 6. Juni erreichen könnte. Zumindest so darf man die Ansetzung des Endspiels um die Coppa Italia, den italienischen Pokalfinal, interpretieren, der einen Tag drauf stattfinden soll.

«Wäre schön, wenn der Verband den Final verschieben müsste»

Dort werden sich Juventus Turin und Lazio Rom gegenüberstehen, was für den Serienmeister zum Problem werden könnte. Schliesslich haben sich Gianluigi Buffon und Co. für den Halbfinal der Champions League qualifiziert, das Endspiel ist also in greifbarer Nähe. Trainer Massimiliano Allegri wollte diesem möglichen Terminkonflikt unmittelbar nach dem Coup in Monaco noch keine Beachtung schenken, sagte auf Anfrage gegenüber Rai 2 lediglich schmunzelnd: «Es wäre natürlich schön, wenn der italienische Verband den Final verschieben müsste.»

Weniger lustig dürfte dies der Verband selber finden, denn Alternativdaten finden sich nicht von selbst: Die letzte Meisterschaftsrunde wird eine Woche zuvor, am 31. Mai, gespielt und am 11. Juni beginnt in Chile die Copa América, wo mit dem Uruguayer Martin Caceres, dem Chilenen Arturo Vidal und den Argentiniern Carlos Tevez und Roberto Pereyra gleich vier potenzielle Stammspieler mittun könnten. Eine Notlösung könnte der 27. Mai sein – der Tag, an dem der Sieger der Europa League gekürt wird – die Krux an diesem Datum wäre die kurze Vorbereitungszeit, denn die Halbfinal-Rückspiele der Champions League finden erst zwei Wochen vorher statt.

Noch ist alles Spekulation, denn egal wer den Kickern aus dem Piemont heute ab 11.30 Uhr (im Liveticker) zugelost wird, gegen Real Madrid, Barcelona oder Bayern München werden sie Aussenseiter sein. Im Falle einer Überraschung würde die einst so stolze Federazione Italiana Giuoco Calcio für ihre Bescheidenheit (oder Mangel an Vertrauen?) bestraft. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.04.2015, 09:21 Uhr

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